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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an den heiligen Johannes XXIII.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Galater 5,1-6

Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und laßt euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen! Hört, was ich, Paulus, euch sage: Wenn ihr euch beschneiden laßt, wird Christus euch nichts nützen. Ich versichere noch einmal jedem, der sich beschneiden läßt: Er ist verpflichtet, das ganze Gesetz zu halten. Wenn ihr also durch das Gesetz gerecht werden wollt, dann habt ihr mit Christus nichts mehr zu tun; ihr seid aus der Gnade herausgefallen. Wir aber erwarten die erhoffte Gerechtigkeit kraft des Geistes und aufgrund des Glaubens. Denn in Christus Jesus kommt es nicht darauf an, beschnitten oder unbeschnitten zu sein, sondern darauf, den Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Nachdem Paulus aufgezeigt hat, dass die Rechtfertigung nicht durch Werke des Gesetzes, sondern durch den Glauben geschieht, möchte er nun die ethischen Konsequenzen für das christliche Leben darlegen. Christus hat uns zur Freiheit befreit, sagt er, damit wir ein freies Leben führen. Darum ermahnt Paulus, fest zu bleiben, sprich die Freiheit zu bewahren und sich nicht von neuem „das Joch der Knechtschaft" auflegen zu lassen. Eindringlich warnt er die Galater vor der Beschneidung, denn dadurch würden sie das Evangelium der Freiheit zunichtemachen. Wenn der Christ durch die Beschneidung den Weg der Rechtfertigung durch das Gesetz einschlägt, lehnt er nicht nur die Hilfe Christi ab und verfällt wieder dem Fluch des Gesetzes, sondern er zerbricht auch alle Verbindungen und trennt sich von Christus, „auf den er getauft" wurde (vgl. Gal 3,27). Wenn Paulus davon spricht, dass ein solcher Christ nichts mehr mit Christus zu tun hat, dann ist damit auch Scheitern und Zugrundegehen gemeint. Wer die Rechtfertigung durch das Gesetz sucht, besiegelt den eigenen Untergang. Wer jedoch dem Evangelium nachfolgt, lebt aus dem Geist. Daher retten weder die Beschneidung noch ein Leben als Unbeschnittener, weil nämlich nicht die Werke retten, sondern nur der in uns wirkende Geist. Darum spricht er vom „Glauben, der in der Liebe wirksam ist". Glaube und Liebe sind untrennbar miteinander verbunden. Die Liebe macht den Glauben wirksam, und der Glaube führt dazu, dass die Liebe im Herzen aufgenommen wird. Paulus kann es nicht fassen, warum die Galater vom Weg abgekommen sind, nachdem sie vorher so entschieden auf dem richtigen Weg waren. Schließlich erinnert er daran, dass nur wenige Worte gegen das Evangelium das ganze Leben negativ prägen können. Angesichts dieser möglichen Entwicklungen vertraut Paulus auf den Herrn, dass die Galater zur Einsicht kommen, und hofft, dass sein Brief sie überzeugen kann. Ganz streng ist das Urteil über diejenigen, die das spirituelle Leben der Gemeinde gefährden, denn sie verfallen der Strafe Gottes.


11/10/2016
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