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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Die Juden feiern den Jom Kippur (Versöhnungstag).


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Galater 5,18-25

Wenn ihr euch aber vom Geist führen laßt, dann steht ihr nicht unter dem Gesetz. Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid und Mißgunst, Trink- und Eßgelage und ähnliches mehr. Ich wiederhole, was ich euch schon früher gesagt habe: Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung; dem allem widerspricht das Gesetz nicht. Alle, die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgen.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Christen sind „zur Freiheit berufen", schreibt Paulus. Diese Berufung durch Gott hat sie aus der bösen Welt (vgl. 1,4) befreit und ihnen Anteil an der neuen Schöpfung geschenkt (vgl. 6,15). Wenn die Freiheit jedoch falsch verstanden wird, kann sie zum „Vorwand für das Fleisch" werden. Diese Versuchung betrifft jeden, der sich gegen andere durchsetzen will und verlangt, dass sich alles um die eigene Person dreht. Paulus sagt dagegen, dass uns die Freiheit geschenkt wurde, damit wir einander dienen: „Dient einander in Liebe". Die Freiheit wird geschenkt, damit wir lieben. Die Liebe ist das einzige Gesetz des Christen. Mit eindrucksvoller Deutlichkeit schreibt der Apostel: „Das ganze Gesetz ist in dem einen Wort zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst". Daraufhin ermahnt Paulus die Christen in Galatien, sich nicht gegenseitig zu „verschlingen". Denn Streit führt dazu, dass man sich selbst und die Gemeinde zugrunde richtet. Der einzige Weg, um in der Freiheit zu bleiben, ist eben die Liebe. Dazu ist es nötig, „sich vom Geist leiten zu lassen" und das „Begehren des Fleisches" und somit den Instinkt der Ichbezogenheit abzulegen, der die Menschen zu einem in sich verschlossenen Leben führt. Wer sich von der Selbstliebe leiten lässt, wird zu ihrem Sklaven und tut am Ende das, was er nicht will. Beispielhaft zählt Paulus fünfzehn Laster als „Werke des Fleisches" auf: „Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid und Missgunst, Trink- und Essgelage und ähnliches mehr." Diese Werke schließen den Menschen vom Reich Gottes aus, denn sie stehen im Gegensatz zur Liebe. „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung." Zwischen den „Werken des Fleisches" und „der Frucht des Geistes" herrscht derselbe Gegensatz wie zwischen Licht und Finsternis, Chaos und Ordnung, Vielfalt und Einheit. Deshalb sind die beiden Wege nicht miteinander in Einklang zu bringen. Der Gläubige darf nämlich nicht in sich zerrissen sein, denn sein Leben muss ein Dienst in der Liebe sein, und die Frucht der Liebe ist die Freude. In diesem Sinn überliefert Paulus den Ältesten von Ephesus das Jesuswort: „Geben ist seliger als nehmen". Weitere Früchte sind Friede, Langmut, Freundlichkeit und Güte; Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung bilden schließlich den Abschluss dieser Aufzählung. Wenn sich der Gläubige von der Liebe leiten lässt, wird er zum Sauerteig für eine neue Welt, für die von Gott in Jesus begonnene Welt. Wenn das Verhalten der Christen von der Liebe geprägt ist, ahmen sie Jesus nach, denn „sie haben das Fleisch gekreuzigt" und „leben aus dem Geist" nach den Grundsätzen der Liebe.


12/10/2016
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