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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Epheser 3,2-12

Ihr habt doch gehört, welches Amt die Gnade Gottes mir für euch verliehen hat. Durch eine Offenbarung wurde mir das Geheimnis mitgeteilt, das ich soeben kurz beschrieben habe. Wenn ihr das lest, könnt ihr sehen, welche Einsicht in das Geheimnis Christi mir gegeben ist. Den Menschen früherer Generationen war es nicht bekannt; jetzt aber ist es seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart worden: daß nämlich die Heiden Miterben sind, zu demselben Leib gehören und an derselben Verheißung in Christus Jesus teilhaben durch das Evangelium. Ihm diene ich dank der Gnade, die mir durch Gottes mächtiges Wirken geschenkt wurde. Mir, dem Geringsten unter allen Heiligen, wurde diese Gnade geschenkt: Ich soll den Heiden als Evangelium den unergründlichen Reichtum Christi verkündigen und enthüllen, wie jenes Geheimnis Wirklichkeit geworden ist, das von Ewigkeit her in Gott, dem Schöpfer des Alls, verborgen war. So sollen jetzt die Fürsten und Gewalten des himmlischen Bereichs durch die Kirche Kenntnis erhalten von der vielfältigen Weisheit Gottes, nach seinem ewigen Plan, den er durch Christus Jesus, unseren Herrn, ausgeführt hat. In ihm haben wir den freien Zugang durch das Vertrauen, das der Glaube an ihn schenkt.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der große Plan Gottes für die Menschheit, die Einheit aller Völker und ihr Zugang zum Vater, ist der Horizont, in den Paulus seine Mission stellt: „Deshalb (bete) ich, Paulus, für euch, die Heiden." Der Apostel unterstreicht die Verbindung mit Christus, der ihn erwählt und zu den Heiden, also zu all denen, die nicht zum Volk Israel gehören, gesandt hat. Paulus fühlt sich als „der Gefangene" dieser Sendung, das bedeutet, dass er diese seine Sendung in vollkommener Abhängigkeit vom Herrn lebt. Sicher ist er ein Apostel wie die anderen (vgl. Eph 2,20), aber mehr als die anderen verdient er den Titel des Völkerapostels. Ihm ist die Größe seiner Sendung bewusst, dass er nämlich ein Diener des Evangeliums geworden ist. Dies ist für ihn jedoch kein Anlass zu persönlichem Stolz. Er weiß ja, welchem Leben er entrissen und zu welcher Sendung er ausgewählt wurde. Seine Vergangenheit als Verfolger der Kirche bringt ihn dazu, sich als den Geringsten der Apostel zu betrachten: „Ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe" (1 Kor 15,9). Doch ist er nicht nur der Kleinste unter den Aposteln, er ist auch der Geringste „unter allen Heiligen", unter allen Christen. Paulus betont seine Kleinheit, um die Größe seiner Berufung herauszustellen, die bedeutet, „den unergründlichen Reichtum Christi" zu verkündigen. „Jenes Geheimnis", das ihm offenbart wurde, ist der natürlichen Erfahrung nicht zugänglich. Nur Gott enthüllt es. Es war für Paulus eine überwältigende spirituelle Erfahrung, ein Licht, das in die Tiefe des Herzens eingedrungen ist und ihn fähig machte, seinerseits die Menschen zu erleuchten (vgl. 2 Kor 4,6). Man könnte in dieser Erfahrung des Paulus die charismatische Dimension der Kirche sehen, die auch heute weiterhin in vielfältigen und unterschiedlichen Ausformungen gegenwärtig ist. Das „Geheimnis, das seit ewigen Zeiten und Generationen verborgen war", doch jetzt „seinen Heiligen offenbart" wurde (Kol 1,26), besteht darin, dass Christus alles zusammenfasst, die Juden und die Heiden aussöhnt, vom Hass befreit und die Menschen und Völker in der einzigen Kirche versammelt. Wir alle sind dazu berufen, uns Christus anzuschließen und zu einem einzigen „neuen Menschen", zu einer einzigen, aus allen Völkern bestehenden Familie zu werden. Die Kirche ist das Werkzeug, mit dem Christus die Versöhnung unter die Völker der Erde bringen will. Ihre innere Einheit ist der Sauerteig der Einheit unter den Völkern. Dafür hatte Jesus selbst gebetet: „Alle sollen eins sein ..., damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast" (Joh 17,21). Die Kirche hat die Sendung, die Menschen zu erleuchten, damit sie frei von jeder Unterdrückung, sei sie kulturell, politisch oder religiös, sein können. Das Ziel dieser Sendung ist es, die ganze Familie der Völker wieder in Einheit zusammenzufügen. Die Gemeinschaft der Gläubigen wird zur Vermittlerin dieser neuen Beziehung, die Gott durch Jesus mit der ganzen Menschheit begründet hat. Es ist ein beschwerlicher und schwieriger Auftrag. Deshalb fordert Paulus dazu auf, nicht zu verzagen. Die Bedrängnis, die dieser Auftrag mit sich bringt, ist das Zeichen einer neuen Geburt, des Entstehens einer neuen Menschheit.


19/10/2016
Gedenken an die Heiligen und die Propheten


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