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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom

Gedenken an Maria Salome, die Mutter von Jakobus und Johannes, die dem Herrn bis unter das Kreuz nachfolgte und ihn ins Grab legte. Gedenken an den heiligen Johannes Paul II.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Epheser 4,7-16

Aber jeder von uns empfing die Gnade in dem Maß, wie Christus sie ihm geschenkt hat. Deshalb heißt es: Er stieg hinauf zur Höhe und erbeutete Gefangene, er gab den Menschen Geschenke. Wenn er aber hinaufstieg, was bedeutet dies anderes, als daß er auch zur Erde herabstieg? Derselbe, der herabstieg, ist auch hinaufgestiegen bis zum höchsten Himmel, um das All zu beherrschen. Und er gab den einen das Apostelamt, andere setzte er als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi. So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen. Wir sollen nicht mehr unmündige Kinder sein, ein Spiel der Wellen, hin und her getrieben von jedem Widerstreit der Meinungen, dem Betrug der Menschen ausgeliefert, der Verschlagenheit, die in die Irre führt. Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten und in allem wachsen, bis wir ihn erreicht haben. Er, Christus, ist das Haupt. Durch ihn wird der ganze Leib zusammengefügt und gefestigt in jedem einzelnen Gelenk. Jedes trägt mit der Kraft, die ihm zugemessen ist. So wächst der Leib und wird in Liebe aufgebaut.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Nachdem der Apostel die unverzichtbare Einheit der Kirche betont hat, richtet er nun seine Aufmerksamkeit auf die einzelnen Gläubigen. Er weist darauf hin, dass Einheit nicht Verflachung oder Gleichförmigkeit bedeutet. „Jeder von uns", schreibt Paulus, empfängt eine besondere Gabe, um im Dienst der Gemeinde zu stehen. Petrus schreibt in seinem ersten Brief: „Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat" (1 Petr 4,10). In der Kirche ist niemand unnütz und niemand kann passives Mitglied sein. Jeder lebt, um den anderen gemäß der empfangenen Gabe zu dienen. Jeder steht in der Verantwortung gegenüber dem anderen und gegenüber der ganzen Gemeinde. Darin liegt der Sinn einer Kirche, die nicht „klerikal" ist, sondern mitten im Volk, das heißt, dass alle für alles verantwortlich sind, wenn auch jeder gemäß der empfangenen Gaben. Niemand kann sich der Verantwortung für den ganzen Leib der Kirche entziehen. Paulus nimmt den Satz des Psalms wieder auf: „er gab den Menschen Geschenke" (vgl. Ps 68). Er zählt einige auf: die Apostel, die das Fundament der Kirche bilden; die Propheten, Menschen des Geistes, die das Wort lebendig machen; die Evangelisten, die das Evangelium verkünden; die Hirten und Lehrer, die für die Gemeinde und die Lehre verantwortlich sind. Wir könnten viele weitere Gaben hinzufügen, die der Herr zu allen Zeiten seinen Söhnen und Töchtern spendet. All diese Gaben wurden verliehen, „um die Heiligen [die Gemeinde] für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi." Die Aufgabe der Charismen ist folglich, die Christen zu „vervollkommnen", das heißt, sie, die „im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut" sind (Eph 2,22), für den Aufbau des Leibes Christi geeignet zu machen. In diesem Dienst wird jeder „zum vollkommenen Menschen". Daher besteht die Vollkommenheit nicht darin, sich selbst zu verwirklichen, sondern die Gestalt Christi zu erreichen, das heißt, „einer in Christus Jesus" (Gal 3,28) zu sein. „Wir sollen nicht mehr unmündige Kinder sein", also unreif und hin- und hergetrieben wie auf einem Schiff als Spielball der Wellen, oder auch von falschen Meistern betrogen. Die Reife des Glaubens besteht darin, sich, „von der Liebe geleitet, an die Wahrheit zu halten", das heißt, das Evangelium zusammen mit der ganzen Gemeinde der Jünger zu leben. Es genügt nicht, es zu kennen, es ist nötig zu lieben, das heißt sein Leben für die Mitmenschen zu geben. Im ersten Brief an die Korinther schreibt Paulus: „Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts" (1 Kor 13,2). Die Liebe lässt die Wahrheit strahlen und die Kirche wachsen.


22/10/2016
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