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Das tägliche Gebet


 
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Ikone des
Heiligen Antlitzes
Kirche von Sant'Egidio
Rom


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Offenbarung des Johannes 1,1-5; 2,1-5

Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, damit er seinen Knechten zeigt, was bald geschehen muß; und er hat es durch seinen Engel, den er sandte, seinem Knecht Johannes gezeigt. Dieser hat das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt: alles, was er geschaut hat. Selig, wer diese prophetischen Worte vorliest und wer sie hört und wer sich an das hält, was geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe. Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien: Gnade sei mit euch und Friede von Ihm, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern vor seinem Thron und von Jesus Christus; er ist der treue Zeuge, der Erstgeborene der Toten, der Herrscher über die Könige der Erde. Er liebt uns und hat uns von unseren Sünden erlöst durch sein Blut; An den Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe: So spricht Er, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält und mitten unter den sieben goldenen Leuchtern einhergeht: Ich kenne deine Werke und deine Mühe und dein Ausharren; ich weiß: Du kannst die Bösen nicht ertragen, du hast die auf die Probe gestellt, die sich Apostel nennen und es nicht sind, und hast sie als Lügner erkannt. Du hast ausgeharrt und um meines Namens willen Schweres ertragen und bist nicht müde geworden. Ich werfe dir aber vor, daß du deine erste Liebe verlassen hast. Bedenke, aus welcher Höhe du gefallen bist. Kehr zurück zu deinen ersten Werken! Wenn du nicht umkehrst, werde ich kommen und deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken.

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

In diesen beiden letzten Wochen des Kirchenjahres werden in der Lesung der Tagesmesse einige Abschnitte aus dem Buch der Apokalypse gelesen. Das Wort bedeutet wörtlich „Offenbarung", „Enthüllung". Die gesamte Heilige Schrift ist gleichsam eine Offenbarung und Enthüllung des Geheimnisses der Liebe Gottes zu uns. Dieses letzte Buch des Neuen Testaments enthüllt das Geheimnis der Liebe Jesu, der zur Errettung der Welt von Sünde und Tod durch seinen Tod und seine Auferstehung gekommen ist. Mit den Worten des Verfassers, den die Tradition mit Johannes identifiziert, ist das Buch auch ein „prophetisches Wort", denn es offenbart den Sinn des Lebens in dem roten Faden der Liebe Gottes, der das Gewirr des menschlichen Schicksals bis zu seiner Erfüllung im Himmel durchzieht und zusammenhält. Johannes beschließt seinen Text mit Worten, die denen am Anfang sehr ähnlich sind: „Gott, der Herr über den Geist der Propheten, hat seinen Engel gesandt, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss. Siehe, ich komme bald. Selig, wer an den prophetischen Worten dieses Buches festhält" (22,6–7). Jesus teilt Johannes durch einen Engel das mit, was er vom Vater empfangen hat. Denn immer braucht man einen Engel, um das Geheimnis Gottes zu hören und zu begreifen. So hatte schon der Prophet Amos gesagt: „Nichts tut Gott, der Herr, ohne dass er seinen Knechten, den Propheten, zuvor seinen Ratschluss offenbart hat" (3,7). Denn die Offenbarung ist nie ein im Inneren des Menschen verschlossener Prozess, keine Art Selbstenthüllung. Wir sollen alle unsere Verschlossenheit überwinden und zu Zuhörern des Anderen werden. Immer sendet der Herr einen Engel, der spricht und das Evangelium erklärt. Wer nun wie Johannes selbst das Evangelium verkündet, muss zum Diener dieses Wortes werden. Er wird nicht gesandt, sich selbst darzustellen, sondern das Wort Gottes zu verkünden, den Willen Gottes, die Gedanken Gottes und die bevorstehenden Ereignisse, „die bald geschehen" müssen. Deshalb kann Johannes die erste der sieben Seligpreisungen in diesem Buch aussprechen: „Selig, wer diese prophetischen Worte vorliest und wer sie hört." Es ist eine persönliche Einladung zum Lesen, aber auch eine Einladung zum gemeinsamen Hören auf den, der spricht. Das Wort Gottes muss persönlich verstanden werden, damit die Bindungen entstehen, die aus Fremden eine Gemeinschaft von Gläubigen machen.


14/11/2016
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