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Ein Patenkind ist ein Kind mit Zukunft

Die Geschichte von Anne

verantwortlich:
Adriana Gulotta

Gulu (Nord Uganda) 27/10/2005
Die Kinder aus Gulu erhalten durch die Patenschaften eine Unterkunft und eine Zukunft

 

Seit über zwei Jahren unterstützen Patenschaften über hundert Kinder aus Gulu, die wegen des Krieges jede Nacht pendeln müssen, um einen sicheren Ort zum Schlafen zu finden. Sie werden night commuters genannt: Kinder zwischen 6 und 13,14 Jahren, die, um einer Entführung durch die Rebellen zu entgehen, ihre Häuser in den Dörfern verlassen müssen, um einen sicheren Ort im Zentrum der Stadt zu suchen.

Abends füllen sich die Krankenhäuser, Ordenshäuser und die Straßen Gulus mit Kindern, die einen Ort suchen, an dem sie sicher schlafen können. Aber oft sind die Bedingungen schwierig: Es gibt keine Betten und nichts zu essen und es ist kalt.

Dank der Patenschaften konnte im Haus St.Monica ein Ort ausgestattet werden, an dem die kleinen night commuters aufgenommen werden. Über hundert Kinder kommen ab sieben Uhr abends. Fast alle sind sehr klein und viele sind Waisenkinder. Zu den Problemen, die der Krieg mit sich bringt, kommen die Krankheiten, von denen viele Familien betroffen sind. Viele Kinder haben ihre Eltern verloren und kümmern sich um die jüngeren Geschwister.

Samuel erzählt in gebrochenem Englisch, dass viele Kinder nachts Albträume haben und schreien, "denn unsere Familien haben viele Probleme, und einige von uns sind Waisenkinder und denken an das, was zuhause geschieht". "Was ich am liebsten mag? - Hähnchen... aber das können wir uns nicht leisten".
In St.Monica erhalten die Kinder ein Bett, ein warmes Abendessen (und sonntags gibt es auch Hähnchen!), Toiletten und die Möglichkeit, sich zu waschen und etwas sauberes anzuziehen. Es ist ein sicherer Ort, an dem man wieder Kind werden kann und an dem man in Ruhe schreiben oder malen kann.

Aber oft sind es traurige Bilder und Briefe, sie sind voller Angst und zeigen oft Kriegsszenen, bei denen die Rebellen auftauchen und töten.
Joel schrieb: "Wir Kinder haben keine Macht, weil die Kinder nicht kämpfen können. Ich liebe den Frieden. Krieg, Krieg, Krieg, wer hat dich erfunden? ... Die Menschen sterben ... Helft uns, dieses Problem des Krieges zu beseitigen... Die Menschen sind wie Blumen, die jeden Moment vertrocknen können und die jeder zerstören kann ... Tag und Nacht sind die Menschen auf den Beinen und werden getötet".

Oscar hat ein Bild gemalt, auf dem viele Menschen in einem Dorf erschossen werden. Dazu schrieb er: "Krieg! Krieg! Krieg! Unsere Eltern sind im Krieg gestorben. Seit dem Tod unserer Eltern sind wir Waisenkinder. Die Rebellen sind gekommen und haben alles geraubt, was wir besaßen. Drei unserer Schwestern wurden von den Rebellen entführt. Nur wir beide konnten fliehen. Jetzt leben wir auf der Straße".

Reagan hat ein Gebet geschrieben: "Oh Gott, unser Vater, der du uns deinen Sohn Jesus Christus geschickt hast, du liebst die, die klein sind wie wir. Jesus hat die Kinder sehr geliebt und hat gesagt: Lasst die Kinder zu mir kommen, denn ihnen gehört das Reich Gottes. Hilf uns, in Liebe groß zu werden".

An anderen Abenden wird gesungen oder man erfindet Geschichten und auch Gedichte.


Die Bohnen für das Abendessen

Die Kinder kommen hungrig an und finden ein üppiges Abendessen aus Maisbrei und Bohnen vor. Sonntags gibt es Fleisch und Reis.
Gegen 20.30 Uhr, wenn alle angekommen sind, wird das Essen serviert und alle warten geduldig, bis ihnen, angefangen bei den Kleinsten, der Teller gefüllt wird. Alle sind froh und es herrscht eine festliche Stimmung. Sie sind sehr froh über das Essen.
Nach dem Essen gibt es oft ein kleines Fest mit Musik und Tänzen. Wenn alle schlafen gehen, nutzen einige ältere Kinder die Ruhe und lernen aus alten Büchern. Dann schlafen alle Kinder in ihren Betten (St.Monica in Gulu ist der einzige Platz, der den night commuters Betten anbietet), und in den kalten Nächten gibt es auch Decken für alle.

Auch Wasser, das in Gulu Mangelware ist, gibt es in St.Monica reichlich. Dazu ist ein großer Wassertank gekauft worden, so dass man sich vor dem Schlafengehen und vor der Schule waschen kann.

Es wurden auch extra Bäder und Duschen gebaut und regelmäßig wird Seife an alle verteilt.
Morgens stehen die Kinder sehr früh auf, um sich für die Schule fertigzumachen, die oft sehr weit weg ist und in die die Kinder zu Fuß laufen müssen. Die Patenschaften ermöglichen nicht nur die Bezahlung der Einschreibung, sondern auch, dass Schuluniform (ohne die man nicht in die Schule gehen kann), Schultasche und Schulsachen gekauft werden können. V.a. kann damit auch die Quote für das Mittagessen bezahlt werden, ohne die die Kinder kein Recht auf ein Schulessen haben.



Während des Gebets


Warten auf die Einschreibung

Für medizinische Behandlung und Medikamente sorgt das Lachor Krankenhaus, mit dem hierfür ein Abkommen unterzeichnet wurde. Dank der Patenschaften wartet auf diese Kinder eine neue Zukunft. Es ist eine Zukunft, die schon begonnen hat.


Der Wassertank



Die Duschen


Die Toiletten




Die Betten


Das Schwesternhaus

Für eine Patenschaft kann man sich an folgende Adresse wenden:

Segreteria delle
adozioni a distanza
Comunità di Sant'Egidio
Mo.-Do. h.9,30-13
Tel. 06.5814217

oder über e-mail



 

   


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