Comunità di S.Egidio


Chiesa di Sant'Egidio - Roma




















 

von
Francesca Zuccari

 

Das Paradox, jung aber ohne Zukunft zu sein

Die Anwesenheit von Drogenabhängigen unter den Obdachlosen ist in vielen Ländern neu und nimmt zu. Es handelt sich hierbei um die bedeutsamste soziologische Veränderung im Umfeld der Straße, die sich in den letzten Jahren ergeben hat. Und das prägt dieses Umfeld mehr als es die Daten verraten, da man in diesem Umfeld nur sehr schwer "Umfragen" machen kann.

Es sind Jugendliche mit anderen Lebensgewohnheiten und anderem Verhalten als die herkömmlichen Penner. Sie schlafen nicht in Pappkartons und haben keine verschlissene Kleidung, sie kommen nicht in die gewöhnlichen Einrichtungen für Obdachlose, auch weil sie nicht gern gesehen sind. Schließlich fühlen sie sich nicht als ein Teil des Volkes der Obdachlosen, von denen sie sich ständig abzugrenzen versuchen. Andererseits unterscheiden sie sich manchmal nicht von ihren Gefährten auf der Straße, weil sich ihr Zustand durch Rauschgiftkonsum stark verschlechtert hat. Oft trifft man auf der Straße drogenabhängige Jugendliche, die HIV-positiv oder AIDS-krank sind und nicht einmal nach einem Krankenhausaufenthalt Aufnahme in entsprechenden Strukturen gefunden haben. Und das erschwert ihre schon schwierige Lebenslage.

Die Sterblichkeitsrate aufgrund einer Überdosis oder aufgrund schlechter Rauschmittel ist sehr hoch. Und manchmal kann man wahre Selbstmorde aufgrund von Einsamkeit und Verzweiflung vermuten.