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19 September 2011 | KENIA

Trinkwasser und Lebensmittel für den von der Dürre betroffenen Distrikt: Weitere Hilfslieferung im Norden Kenias

Kenia, Humanitäre Hilfe, Afrika

Die durch die Dürre im Norden Kenias hervorgerufene dramatische Lage dauert an. Aufgrund großzügiger Spenden von verschiedenen Seiten als Antwort auf unseren Aufruf konnte der Einsatz der Gemeinschaft Sant'Egidio auf weitere Regionen ausgeweitet werden.

Eine Hilfslieferung mit ca. 11 Tonnen Trinkwasser und Lebensmitteln wurde in drei besonders betroffenen Regionen verteilt. 

Sie befinden sich im Norden Kenias, nicht weit von der Grenze zu Äthiopien. Zunächst wurden die Gebiete Baragoi und South Horr ca. 700 km nördlich von Nairobi im Distrikt Samburu im Norden erreicht.

Die dortige Bevölkerung lebt in schwer erreichbaren weit verstreuten Dörfern inmitten der typisch afrikanischen Savanne. Das Vertrocknen der Wasserquellen in der Region hat ihnen jegliche Lebensgrundlage genommen. Auch die kaum verbreitete Viehzucht insbesondere von Ziegen und Kamelen leidet unter dem Wassermangel. In den mit notdürftigem Material errichteten Hütten leben Familien mit bis zu zehn Personen. Die Armut wird durch ein zerbrechliches ethnisches Gleichgewicht vergrößert, da es zu ständigen Kämpfen zwischen den Stämmen der Samburu und der Turkana um die wenigen Lebensgrundlagen kommt. 

Als die Lastwägen mit den Hilfsgütern ankommen, werden sie von den Kindern umringt. Sie haben alle Arten von Behältern mitgebracht (Becken, Dosen und sogar alte Plastikbecher) und wollen Wasser zum Trinken holen.

Danach wurde die Hilfslieferung auch weiter im Norden am Ostufer des Turkana-Sees in der Nähe des Dorfes Loyangalani fortgesetzt.

In einer wüstenartigen Umgebung, die einer Mondlandschaft ähnelt und aus Steinen mit sehr wenigen Bäumen besteht, leben ca. achttausend Menschen in kleinen und fast primitiven Hüttenansiedlungen. In den vergangenen vier Jahren hat es nur zweimal für sehr kurze Zeit geregnet. Das Salzwasser des Sees ist nicht nutzbar, sodass die Menschen Halbnomaden sein müssen, um die wenigen Wasserquellen im Boden zu suchen. Der Fischfang wird immer schwieriger, da sich im See Fischarten verbreiteten, die die traditionelle Fischfauna durcheinander gebracht haben. Bis vor kurzem konnte durch den Fischfang die Ernährung der Bevölkerung einigermaßen garantiert werden. Die Bodenverhältnisse erlauben zudem keinerlei landwirtschaftliche Bearbeitung.

In diesen Tagen werden die Verteilungen in der Region auch durch die Zusammenarbeit der Gemeinschaften von Sant'Egidio und das Netzwerk der Missionen der Konsolataväter in der Region fortgesetzt.
 

 

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