Comunità di S.Egidio


 

03/06/2004


Fortschritt der Gemeinschaft Sant’Egidio im Friedensprozess von Liberia

 

ROM, 3. Juni 2004 (ZENIT.org). –Letzten Freitag wurde in Rom nach zwei Tagen Verhandlungen ein öffentlicher Kompromiss über die Zukunft Liberias zwischen den wichtigsten politischen Vertretern des afrikanischen Landes, die für die Umsetzung der Friedensabkommen von Accara (Ghana, 2003) verantwortlich sind, geschlossen. Die Gemeinschaft Sant’Egidio hatte zu diesen Gesprächen eingeladen.

Die Initiative ist ein wichtiger Schritt in dem schwierigen Friedensprozess, in dem sich Liberia nach 14 Jahren Bürgerkrieg derzeit befindet. Vor einigen Wochen hat inmitten eines spannungsgeladenen Umfeldes die freiwillige Entwaffnung begonnen.

Eine Regierung der nationalen Einheit, die durch die Friedensabkommen von Accra eingesetzt wurde und aus Vertretern der Zivilgesellschaft, der Rebellengruppen und der vorigen Regierung von Charles Taylor besteht, soll das Land bis zu den Neuwahlen 2005 führen.

Sant’Egidio, eine katholische Gemeinschaft, die 1968 von dem Historiker Andrea Riccardi in Rom gegründet wurde, hatte eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen dieses Friedensabkommens. Innerhalb des Rahmens der ECOWAS (Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten) und anderer internationaler Organisationen agierte die Gemeinschaft als Vermittler in den Gesprächen von Accra.

Die Verträge von Accra wurden von der liberischen Regierung und von zwei Rebellengruppen unterzeichnet, deren jahrelanger Konflikt das Land in den sozialen und wirtschaftlichen Ruin getrieben hat.

Die Deklaration von Sant’Egidio wurde nun unter anderem von George Dweh, dem Parlamentspräsidenten, dem Präsidenten der Rebellengruppe LURD, Sekou Damate Conneh, dem Vertreter der Rebellenbewegung MODEL, Benjamin Taylor und den Ministern für Justiz, Arbeit und Gesundheit, die loyal zum Ex-Diktator Taylor stehen, unterzeichnet. Die Deklaration bekräftigt die „gemeinsame und individuelle Treue zum Geist der Übereinkommen von Accra“.

„Als Vertreter der unterzeichnenden Parteien des Generalfriedensvertrages von Accra und als Mitglieder der Übergangsregierung, bekennen wir uns zu allem, was bisher erreicht worden ist und sind entschlossen, nicht mehr auf den Weg der Gewalt zurückzugreifen“, heißt es in der „Deklaration von Sant’Egidio“, die am 28, Mai unterzeichnet worden ist.

In dem Dokument wird auch allen Vermittlern gedankt und allen, die zur Erreichung und Implementierung des Friedensübereinkommens beigetragen haben, besonders den Vereinten Nationen und der ECOWAS, „die erfolgreich die Entwaffnung der Konfliktparteien vorantreiben“.

Es hebt aber auch die Notwendigkeit hervor, „die Implementierung des Friedensübereinkommens schnell und ohne Vorbehalte weiterzuführen, um das Land sozial und ökonomisch wieder aufzubauen.“

Es verleiht auch der Entscheidung Ausdruck, „jedweden Konflikt“ innerhalb der Übergangsregierung“ allein im politischen Wege, in demselben Geist des Dialogs und der Zusammenarbeit zu lösen, in dem auch die Regierung eingesetzt wurde“.

Die Unterzeichner des Dokumentes baten die Gemeinschaft Sant’Egidio schließlich darum, weiterhin als Vermittler zu agieren, um anfallende Fragen zu lösen.

Mit an die 50.000 Mitglieder in 63 Ländern weltweit beschäftigt sich die Gemeinschaft Sant’Egidio mit Entwicklungshilfe und Friedensbestrebungen anhand konkreter Initiativen.