Comunità di S.Egidio


 

01/12/2004


Lichtstarker Protest gegen die Todesstrafe
Ponttor wurde gestern Abend rot angestrahlt

 

Aachen. Rot leuchtete das Ponttor gestern Abend. Mit der Anstrahlung der Aussenmauern und des Torbogens machten Mitglieder der katholischen Laiengemeinschaft Sant’ Egidio auf den weltweiten “Tag gegen die Todesstrafe” aufmerksam.

Gleichzeitig informierten sie an einem Stand in der Pontstrasse, sammelten Unterschriften gegen die Todesstrafe und diskutierten mit den Passanten. Zum dritten Mal organisierte die Gemeinschaft Aktionen in 300 Städten der Welt unter dem Motto “Städte für das Leben-Nein zur Todesstrafe”.

“Es ist einfach gut, über das Thema zu reden” beschrieb Manuela Brülls von Sant’Egidio ihre Erfahrungen am Infostand. Viele Menschen bleiben stehen, fangen ein Gespräch an. Eine Familie mit Kindern kam vorbei. Die Frau war gegen, der Mann für die Todesstrafe. Sie schauten sich die Bilder und Texte an, unterhielten sich darüber, obwohl die Kinder unruhig wurden. Beim Weggehen sagte die Frau in freundlichem Ton zu ihrem Mann: “Da reden wir aber später noch mal drüber.”

Ein Passant warf ablehnend einen Blick auf die Unterschriftenliste. “Das unterschreibe ich nicht”. Manuela Brülls zog ihn in ein Gespräch. Da änderte er seine Meinung. Brülls erzählt von Hinrichtungen. Dass in China als Spitzenreiter 1000 Menschen pro Jahr von Staats wegen ermordet werden.

Iran liegt auf dem traurigen Platz zwei, gefolgt von den USA mit 200 Hinrichtungen pro Jahr.

Brülls erzählt von Dominique Green, einem Afro-Amerikaner, der nach einem zweifelhaften Prozess zum Tode verurteilt wurde. Vor vier Wochen ist er nach elf Jahren Wartens auf die Todeszelle hingerichtet worden.

1000 Unterschriften

“Die Todesstrafe kennt nichts von Gnade oder Rehabilitation. Sie bestätigt nur die Gewalt. Und sie reduziert auch nicht die Kriminalität”, sagt die engagierte junge Frau. Letztes Jahr haben rund 1000 Aachener den Appell für eine Aussetzung der Todesstrafe unterschrieben. Die Resonanz beurteilt Brülls diesmal als ähnlich gut.

Sie und ihre Mitstreiter freuen sich, dass die Stadt Aachen ihr Anliegen unterstützt. Vor allem ideell (“Der Oberbürgermeister ist gegen die Todesstrafe”), aber auch finanziell bei der Beleuchtung eines bedeutenden Bauwerks. Auch die im Ponttor ansässigen Pfadfinder fördern die Unternehmung. (jk)