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| Rheinischer Merkur |
07/09/2006 |
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Wenn es darum geht, Frieden anzubahnen in scheinbar ausweglosen Konflikten, dann stößt man immer wieder auf die Initiativen der Gemeinschaft Sant'Egidio, die im römischen Stadtteil Trastevere ihr Hauptdomizil hat. So mancher Friedensvertrag der letzten Jahrzehnte kam unter ihrer Moderation zustande. So wurde auch jetzt, fast 20 Jahre nach Beginn des Konflikts in Norduganda, dank des Einsatzes von Sant'Egidio ein Abkommen zur Beendigung der Feindseligkeiten zwischen der ugandischen Regierung und der Lord Resistance Army geschlossen. Der Konflikt hat mehr als 100 000 Opfer fast ausschließlich in der Zivilbevölkerung gefordert und 1,7-Millionen Menschen in Flüchtlingslager getrieben. Weithin bekannt ist die 1968 entstandene katholische Laienbe-wegung Sant'Egidio, die sich in mehr als 70 Ländern der Welt für Evangelisierung und den Dienst an den Armen einsetzt, für ihr Engagement im interreligiösen Dialog. Jetzt hat die Gemeinschaft unter dem Motto „Eine Welt in Frieden - Religionen und Kulturen im Dialog" wieder nach Assisi eingeladen. Auf der Tribüne vor der Basilika San Francesco fanden zum Schlussakt 200 Religionsoberhäupter und Persönlichkeiten aus Kultur und Politik Platz. Mehr als 3000 Teilnehmer waren für die beiden Tage des Friedens- und Gebetstreffens (4./5. September) eingeschrieben, davon 70 ausländische Delegationen. Das Ereignis konnte übrigens von allen franziskanischen Gemeinschaften weltweit via Satellit verfolgt werden. Die Treffen in Assisi haben Tradition: Im Oktober 1986 hat Papst Johannes Paul II. erstmals zum Weltfriedensgebet in die Stadt des heiligen Franziskus eingeladen. Ein historisches Ereignis. Damals begann ein Weg, den Sant'Egidio mit den internationalen Friedenstreffen „Uo-mini e Religjoni" (Menschen und Religionen) fortgesetzt hat. Seit nunmehr 20 Jahren fanden diese Begegnungen Jahr für Jahr in europäischen Städten, im Heiligen Land und nun zum ersten Mal auch in den USA statt. Sie bieten eine außergewöhnliche Gelegenheit zum Dialog und zur Überwindung kultureller und religiöser Gegensätze. Gerade in einer Zeit des Terrorismus, der die Religion instrumentali-siert, geht es Sant'Egidio um Dialog und Versöhnung. Religionen, davon ist die Gemeinschaft überzeugt, spielen eine bedeutende Rolle auch für die Kräfte, die untereinander Konflikte austragen. Von Assisi aus rücken Vertreter der großen Weltreligionen den Dialog unter den verschiedenen Kulturen in den Blickpunkt. Zugleich stellen sich die Religionen tiefe religiöse Fragen, jede innerhalb ihrer eigenen Tradition und in der ehrlichen Auseinandersetzung mit ihrem Gegenüber und im Austausch mit bedeutenden Vertretern der laizistischen Kultur. Zwanzig Jahre nach dem historischen Weltfriedensgebetstag ging von der Basilika San rancesco in Assisi nun wiederum eine Friedensbotschaft an dieWelt aus.
Rudolf Zewell
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