Comunità di S.Egidio


 

Hagenower Kreisblatt

02/12/2006


Rathaus im besonderen Licht

 

Boizenburg beteiligte sich am internationalen Aktionstag „Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe“

Boizenburg (krei) • Manch Boizenburger mag sich möglicherweise gewundert haben. Das Rathaus war in der Nacht zum Freitag durch starke Strahler hell beleuchtet. Das hatte seinen Grund, wie Bürgermeister Harald Jäschke gegenüber unserer Redaktion erklärte. Am 30. November fand auf Initiative der Gemeinschaft Sant’Egidio zum fünften Mal ein internationaler Aktionstag unter dem Motto: „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“ statt. „Auch unsere Stadt“, so der Verwaltungschef, „hat sich in diesem Jahr dieser Kampagne angeschlossen und im Rahmen dieser Aktion in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag das Rathaus beleuchtet.“ Möglich war die Teilnahme durch die Hilfe der Stadtwerke Boizenburg bei der sich Harald Jäschke auf diesem Wege herzlich bedankte.

Boizenburg war eine von etwa 500 Städten, die sich weltweit beteiligten, darunter befanden sich mehr als 30 Hauptstädte. In vielen Metropolen wurde an diesem Tag ein charakteristisches Gebäude besonders beleuchtet, so etwa in Rom das Kolosseum, in Brüssel das Atomium, in Aachen das Ponttor, in München der Justizpalast oder in Bonn das Münster. Andere Städte führten besondere Aktionen durch; so wurde in Leipzig fünf Minuten vor jeder vollen Stunde die Glocke im Carl-Goerdeler-Denkmal geläutet.

Mit diesen Gesten und einer Reihe von öffentlichen Veranstaltungen wollen die Organisatoren ihren Protest gegen die Unmenschlichkeit der Todesstrafe zum Ausdruck bringen.

Die Gemeinschaft Sant’Egidio ist eine christliche Laienbewegung mit 50000 Mitgliedern in 70 Ländern der Welt, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Sie hat unter Beteiligung zahlreicher Organisationen die Aktion „Städte für das Leben“ gegründet. Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte. 1998 initiierte die Gemeinschaft Sant’Egidio auch eine internationale Unterschriftenkampagne für ein Moratorium der Todesstrafe. Bis heute wurden dabei über fünf Millionen Unterschriften gesammelt.

Auch die Stadt Boizenburg ist für das Leben und gegen die Todesstrafe. Als sichtbares Zeichen dafür war das Rathaus in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag besonders beleuchtet worden.