Comunità di S.Egidio


 

14/05/2007


250 christliche Bewegungen wollen Einigung Europas vorantreiben

 

Der italienische Ministerpräsident Romano Prodi (l) und der baden-württembergische Staatsminister Willi Stächele am Samstag vor der Abschlussveranstaltung des dreitägigen Kongresses "Miteinander für Europa" vor der Stuttgarter Schleyer-Halle. Veranstalter sind 250 christliche Bewegungen und Gemeinschaften, die das Zusammenleben der Länder und Kirchen in Europa vorantreiben wollen.

(Stuttgart/dpa) - Rund 250 christliche Gemeinschaften und Bewegungen wollen das Zusammenwachsen der Länder und Kirchen in Europa vorantreiben. Bei einem gemeinsamen Kongress am Samstag in Stuttgart sagte die Initiative «Miteinander für Europa» der Europa- Verdrossenheit den Kampf an. Die Versöhnung von Gegensätzen der verschiedenen christlichen Gruppen solle zur inneren Einigung Europas beitragen, erklärten die Veranstalter. Der Vatikan-Kardinal Walter Kasper rief den 8500 Teilnehmern aus ganz Europa zu: «Wir brauchen Elan, Hoffnung und Schwung, denn dies ist Mangelware geworden in Europa.» Als politischer Vertreter wurde am Nachmittag der italienische Ministerpräsident Romano Prodi bei dem Treffen begrüßt.

Nach Ansicht Kaspers können die neuen geistlichen Bewegungen in den Kirchen einen Aufbruch und ein Miteinander der Konfessionen bewirken. «Ich setze sehr auf diese Art der Ökumene», sagte der deutsche Kardinal, der im Vatikan als «Ökumene-Minister» den päpstlichen Einheitsrat leitet. Kasper fügte hinzu: «Gott will keine neue Kirche, aber er will eine neue Art, Kirche zu sein.»

Zu den Initiatoren des Kongresses gehören die Fokolar-Bewegung, die Schönstatt-Bewegung, die Gemeinschaft Sant'Egidio und die Initiative «Pro Christ». Zu einem ersten Treffen waren im Mai 2004 rund 10 000 Katholiken, Protestanten und Mitglieder von Freikirchen nach Stuttgart gekommen. Jetzt waren auch orthodoxe und anglikanische Gruppen dabei.

Die in den vergangenen Jahrzehnten entstandenen geistlichen Gemeinschaften ähneln den Ordensgründungen früherer Jahrhunderte, schreiben aber kein strenges Klosterleben vor. Sie gehen meist auf eine charismatische Gründerfigur zurück und haben weltweit Millionen Anhänger. Ihre Ziele sind ein frommer, missionarischer Aufbruch des Glaubens, eine Neu-Evangelisierung der Menschen und eine spirituelle Erneuerung der Amtskirchen.