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| Rheinischer Merkur |
03/04/2008 |
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San Bartolomeo all'isola, die über 1000 Jahre alte Basilika auf der Tiberinsel in Rom, ist eigentlich allen christlichen Märtyrern des 20. Jahrhunderts geweiht. Doch schon nennt die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio in Trastevere diese einfach das „erste ökumenische Heiligtum der Märtyrer unserer Zeit“. Ihr wurde die Kirche von Papst Johannes Paul II. anvertraut. Jeden Werktagabend treffen sich dort Sant'Egidio-Mitglieder zu Gebet und Gesang. Und dabei gedenken sie auch all jener Christen, die seit Beginn dieses Jahrhunderts aus Glaubensgründen ihr Leben hingaben. Im vergangenen Jahr waren es nach der kirchlichen Statistik weltweit 123 Opfer. Allein 47 kamen bei Mordanschlägen im Irak ums Leben. In Indien starben 18 Angehörige unterschiedlicher Konfessionen aufgrund von antichristlich motivierter Gewalt, in Nigeria und im Sudan jeweils zehn. Papst Benedikt XVI. erinnerte kürzlich an die Todesopfer in der Missionsarbeit: „Sich an diese Brüder und Schwestern zu erinnern und für sie zu beten ist eine geschuldete Danksagung im Namen der ganzen Kirche.“ Es seien Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen sowie Laien gewesen. So ist es eine ausdrucksstarke Geste des Pontifex, dass er am kommenden Montag das Gebetsengagement der Basisgemeinschaft in San Bartolomeo besonders ehrt. Sant'Egidio mit 50 000 Mitgliedern und Niederlassungen in 70 Ländern besteht in diesem Jahr 40 Jahre. Die Gemeinschaft ist weltbekannt für ihren Einsatz für Bedürftige und sozial Schwache, aber auch als „Uno von Trastevere“, die erfolgreich Konflikte beilegte und Frieden stiftete. Joseph Kardinal Ratzinger war oft zu Gast im Stammhaus der Gemeinschaft mitten in der pittoresken Altstadt Trastevere mit ihren Lokalen und Boutiquen. Doch zum 40-jährigen Jubiläum kommt der Papst, begleitet von Kardinalvikar Camillo Ruini, in die Kirche auf die Tiberinsel, wo die Sant'Egidio-Mitglieder aller christlichen Märtyrer unserer Zeit gedenken. Erst 2002 ist die Basilika zu einem ökumenischen Mahnmal umgewandelt worden. Über dem Hauptaltar hängt eine moderne Ikone, von der Künstlerin Renata Sciachì und Mitarbeitern der Gemeinschaft Sant'Egidio gestaltet. Sie zeigt eine große Schar von Märtyrern, die auf Christus zugehen, Szenen mit Lagern und Gefängniszellen. Auf den Altären der Seitenkapellen sind Reliquien und Gegenstände ausgestellt. Es gibt die Kapelle der „Märtyrer des Kommunismus“ und der „Märtyrer des Nationalsozialismus“ mit Briefen aus NS-Lagern und sonstigen Objekten. Im Gedenken an den evangelischen Pastor Paul Schneider, der 1939 in Buchenwald getötet worden ist, fand hier vor fünf Jahren ein ökumenisches Gebet mit Walter Kardinal Kasper und dem Sohn des Todesopfers statt.
Christa Langen-Peduto
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