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Beitrag von Kpakilé Felemou von der Gemeinschaft Sant'Egidio aus Guinea Conakry bei der Afrikasynode


 
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Beitrag von Kpakilé Felemou von der Gemeinschaft Sant'Egidio aus Guinea Conakry bei der Afrikasynode
Oktober 2009

Im Matthäusevangelium identifiziert sich der Herr in Kapitel 25 mit den Armen. Bei Johannes sagt er zu den Jüngern: "Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen". Das sind die beiden Dimensionen der Gemeinschaft Sant'Egidio: in Christus bleiben und die Armen lieben. In ca. dreißig afrikanischen Ländern leben unsere Gemeinschaften im regelmäßigen Gebet und helfen Gefangenen, Waisen- oder Straßenkindern, Ausländern, Kranken, AIDS-Kranken und Flüchtlingen. Es gibt auch einen Dienst am Frieden, der nach dem Friedensvertrag für Mosambik 1992 durch die Vermittlung der Gemeinschaft und der italienischen Regierung sehr bekannt wurde. 

Unsere Erfahrung als Bewegung lässt uns verstehen, wie viele Fragen an die Kirche in Afrika gerichtet werden, aber auch dass der Geist weht. Es ist schön, afrikanische Laien zu sehen, die sich im Gebet und für die Armen engagieren. Wir Afrikaner von Sant'Egidio sind stolz, sagen zu können: Niemand ist so arm, dass er nicht Armen helfen kann. So befreien wir uns vom Opferdenken und von der verbreiteten Resignation auf unserem Kontinent. 

Die Bewegungen bilden häufig eine Brücke zwischen Afrika und dem Norden der Welt, sie bilden Laien heran, die die Distanzen überwinden können. Wir spüren die Liebe der universalen Kirche, die gerade im Jahr der Wirtschaftskrise durch diese Synode Afrika in den Mittelpunkt stellt. 

Als Afrikaner sage ich voll Demut: Europa ist noch voller Glaube und großzügiger Herzen! Das kann ich bezeugen! Europa hat die Gabe der Technik empfangen, während Afrika durstig ist und lernen möchte. Seine Jugendlichen sind wissbegierig. Im Namen der Sicherheit ist der Zuzug von Immigranten nach Europa schwierig, ja dramatisch geworden. Das Böse ist intelligent und dringt durch Spaltungen ein. Je mehr sich Afrika und der beste Teil des Westens gegenseitig misstrauen, umso mehr wächst das Böse. Im Gegensatz dazu vereint die Herausforderung der Liebe, wir können Brücken sein. Die Laienbewegungen leben das, was die Bischöfe aus Afrika und Europa gemeinsam tun wollen: ein gemeinsames euro-afrikanisches Schicksal! Das ist der erste Schritt zu einer solidarischen Welt. 

Wir fordern die afrikanischen Jugendlichen auf, gegen den Strom zu schwimmen und sich gegen die Diktatur des Materialismus aufzulehnen, die auf den Armen mehr lastet als auf den Reichen des Nordens. Ich kann bezeugen, dass die oft haltlosen Jugendlichen ein würdiges Leben suchen. Sie suchen eine bessere Zukunft und möchten ihre Länder lieben. Der Dienst an den Armen ist für sie auch eine Befreiung von der Diktatur des praktischen Materialismus, der auf ihrem Leben lastet. 

In der Kirche sind die Bewegungen eine Gelegenheit zur Begegnung mit unseren unruhigen Jugendlichen, um ihnen die Würde des Evangeliums anzubieten. Mit dieser Würde können sie auch im konkreten Alltagsleben den Muslimen begegnen. Die Bewegungen sind auch eine wirksame Antwort auf die Sekten, denn sie vertreten ein lebendiges und familiäres Christentum mit einer missionarischen Anziehungskraft. 

Die Gemeinschaft Sant'Egidio weiß, dass das Leben vieler vom Frieden abhängt. Ich komme aus Guinea Conakry, einem Land mit großen Schwierigkeiten. Der Krieg ist wirklich der Vater aller Armut! Ich mache den Vorschlag, dass die Synode auf das unbestrittene Geschenk Gottes, den Frieden, hinweist als ein öffentliches und notwendiges nationales und internationales Gut. Die Kirche kämpft immer den Kampf des Präventivfriedens, der allein ihr zusteht. Durch das Gebet, durch die Liebe zu den Armen, durch die Vorbeugung von Hass und Gewalt wachen wir deshalb wie eine Mutter über unser wunderbares Afrika! 

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