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Mosambik: Die Arbeit der Gemeinschaft Sant'Egidio in den Gefängnissen des Landes, um die Gefangenen zu begleiten und sie zu befreien


 
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Mosambik: Die Arbeit der Gemeinschaft Sant'Egidio in den Gefängnissen des Landes, um die Gefangenen zu begleiten und sie zu befreien
7. April 2010

Das Leben in den Gefängnissen in Mosambik

Die Strafvollzugsanstalten in Mosambik stammen überwiegend noch aus der Kolonialzeit und sind vollkommen unzureichend für die Gesamtzahl der Gefangenen. Dadurch kommt es zu Situationen, in denen sogar bis zu 100 Gefangene in einer Zelle leben. Oft sind die Einrichtungen baufällig, auch die sanitären Einrichtungen. In den meisten Bereichen gibt es nur wenige Stunden am Tag Wasser, es muss mit Eimern geholt werden. Die Wassermenge pro Kopf zum Trinken, Waschen, für Wäsche und Toilette ist unzureichend. Die Gefangenen leiden häufig unter Hautkrankheiten (Krätze und Pilzerkrankungen zum Beispiel), es fehlt an Medikamenten zur Behandlung. Auch das Essen ist knapp, man isst einmal am Tag einen Teller Maisbrei und etwas Bohnen.
Am Ende des vergangenen Jahres wurden die Daten über die mosambikanischen Gefängnisse veröffentlicht. Die Zahl der Justizvollzugsanstalten im Land beträgt 119. Dort sind 13.453 Gefangene untergebracht. Die Zahl der Gefangenen steigt beträchtlich an, denn im Jahr 2000 waren es noch 8.812 Gefangene. In weniger als zehn Jahren ist die Zahl um 6,75% gestiegen.
Von den Gefangenen sind 13.166 Männer und nur 287 Frauen. Was den Stand der Prozesse betrifft, sind 4,704 (45,9%) in Untersuchungshaft und 8.749 (54,1%) schon verurteilt. Über die Hälfte der Gefangenen ist unter 26 Jahre alt. Besonders beeindruckend ist, dass im November 2009 über 4.840 Gefangene zwischen 16 und 21 Jahre alt waren. Über die Hälfte der Gefangenen sind Analphabeten oder verfügen nicht über ausreichende Portugiesischkenntnisse als Schriftsprache. Dies ist nicht nur eine schulische Frage. Wer nicht lesen und schreiben kann, kann sich häufig auch nicht richtig auf Portugiesisch ausdrücken. Viele Gefangene sprechen nur die lokale Sprache, was schwerwiegende Vorurteile für ihre Verteidigung vor Gericht mit sich bringt.

Der Einsatz der Gemeinschaft

Die Gemeinschaft Sant'Egidio arbeitet seit 1995 in den mosambikanischen Gefängnissen, als das erste Weihnachtsessen im Gefängnis von Pemba organisiert wurde. Seitdem hat die Gemeinschaft Besuche und Hilfen für die Gefangenen fortgesetzt und auf das ganze Land ausgedehnt. In 33 Gefängnissen ist die Gemeinschaft regelmäßig anwesend, die auf alle Provinzen Mosambiks verteilt sind und in denen ca. 5.400 Gefangene einsitzen.
Die Besuche sind eine sehr wichtige Hilfe, da viele Gefangene sehr jung sind und weit von der Familie entfernt leben. In vielen Einrichtungen organisiert die Gemeinschaft seit Jahren Alphabetisierungskurse. In einem Gefängnis wurde ein Englischkurs durchgeführt. Besonders wichtig und intensiv ist das Weihnachtsfest. 2009 konnten in 17 Strafvollzugsanstalten Essen für 2.662 Gefangene durchgeführt werden. Durch Unterstützung italienischer Gefangener, die ihren afrikanischen Freunden helfen, konnten in vielen Gefängnissen folgende Maßnahmen durchgeführt werden:

1.    Verteilung von Seife
2.    Verteilung von Medikamenten
3.    Lebensmittelhilfen
4.    Schulmaterial (wo Alphabetisierungskurse stattfinden)

In verschiedenen Gefängnissen organisiert die Gemeinschaft seit Jahren Gebete. Der Gesang, die Lesung des Wortes Gottes und das gemeinsame Gebet sind eine wichtige Verabredung für Hunderte von Insassen.

“Gefangene befreien”

Besondere Aufmerksamkeit wird rechtlichen Fragen geschenkt, sowohl wegen der hohen Zahl der Gefangenen in Untersuchungshaft, als auch wegen der besonderen mosambikanischen Rechtsprechung, die bei bestimmten Vergehen die Strafe in zwei Teile aufteilt: Gefangenschaft und Geldstrafe. Wer den letzten Teil nicht bezahlen kann (das ist meistens der Fall) muss eine zusätzliche Zeit im Gefängnis absitzen. Aus diesem Grund wurde vor Jahren das Projekt "Gefangene befreien" begonnen, durch das die Strafen bezahlt werden und Gefangene nach Ablauf der normalen Haftzeit entlassen werden können.
2009 konnten durch intensive Maßnahmen im Programm "Gefangene befreien" 20 Inhaftierte entlassen werden. Unter ihnen wollten einige aus der Provinz Nampula Worte des Dankes zum Ausdruck bringen:

B.T.:
Ich danke für alles, was die Gemeinschaft für mich getan hat, besonders dass sie mich befreit hat, weil ich ohne eure Hilfe noch heute im Gefängnis wäre. Danke auch für die Besuche der Gemeinschaft und die Ratschläge und die Evangelisierung, die ich von euch empfangen habe, weil das mein Leben sehr geprägt hat. Denn auch wenn ich aus dieser Stadt stamme und bei meiner Tante lebe, hat sie mich in den drei Monaten meiner Haft nicht einmal einen Tag besucht, auch erinnere ich mich nicht an einen Tag, an dem mein Bruder aus Nacala zu Besuch gekommen ist. So verspreche ich euch, dass ich von heute an mein Herz verändern will und zu dieser Gemeinschaft gehören möchte.    
 
C.P.: Vielen Dank der Gemeinschaft Sant'Egidio für meine Befreiung aus diesem Elend, denn ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Ort eines Tages verlassen könnte. Ich komme aus Kongo und bin hier als Flüchtling, ich hatte keine Familie in Nampula in Mosambik, doch seit ich die Besuche der Brüder dieser Gemeinschaft Sant'Egidio bekomme, habe ich angefangen, mich auch als Mosambikaner zu fühlen. Ich bin sehr froh und glücklich. Von heute an möchte ich auch in dieser Gemeinschaft sein.

A.E.: Ich heißt E.A., Sohn von E.A.M. und von S., geboren in Mecuburi und lebe jetzt im Distrikt Mutauanha (Nampula) und bin 18 Jahre alt. Ich wurde zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, einen Monat Strafe und einen Monat, weil ich die Strafe nicht bezahlen konnte; ich danke der Gemeinschaft Sant'Egidio sehr, dass sie mir geholfen hat, die Strafen zu bezahlen.   
Ich bin sehr glücklich, weil ich nicht glaubte, aus diesem Leid herauszukommen, und auch wenn ich nach Hause zurückkomme, werden meine Verwandten nicht glauben, dass ich befreit wurde; sie könnten meinen, dass ich aus dem Gefängnis geflohen bin, denn auch sie hatten keine Hoffnung, dass ich jetzt draußen bin, doch das alles wurde durch die Gemeinschaft Sant'Egidio möglich. Vielen Dank der Gemeinschaft Sant'Egidio für dieses Wunder, durch das die Strafe bezahlt wurde und ich aus dem Gefängnis herausgekommen bin. Tausend Dank.    
 
A.N.M.: Ich bin Manuel A.N. und 21 Jahre alt, Sohn von P. und M.-J., geboren in Nampula. Ich wohne im Stadtviertel Piloto. Ich war zu vier Monaten Gefängnis und einen Monat Geldstrafe verurteilt und konnte das Geld nicht bezahlen. Heute bin ich frei durch die Gemeinschaft Sant'Egidio, die mir geholfen hat, die Strafe zu bezahlen. Und ich bin glücklich für diese Geste, die die Gemeinschaft für mich getan hat. Noch einmal möchte ich der Gemeinschaft Sant'Egidio danken, dass sie mich aus diesem Elend befreit hat.

D.D.A.: Ich bin D.D.A., 26 Jahre alt, Sohn von A.D. und von M.A., geboren in Nacala-Hafen, ich wohne im Stadtviertel Gato Preto.
Ich wurde im letzten Jahr, im Oktober 2008, verhaftet und zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt, von denen zwei Geldstrafen sind. Die Bestrafung war schwer, und ich verspreche, solche Verbrechen nicht mehr zu begehen.
Gott ist wirklich groß, weil ich nicht erwartete, lebendig herauszukommen aus diesem Gefängnis, und ich erwartete nicht einmal, wieder glücklich zu sein in dieser Gesellschaft. Doch durch die Liebe der Gemeinschaft Sant'Egidio wurde alles möglich.
Deshalb bin ich der Gemeinschaft Sant'Egidio sehr dankbar, die mir geholfen hat, die Strafen zu bezahlen, denn meine Verwandten sind arm, sie konnten das nicht bezahlen. Danke auch allen Brüdern der Gemeinschaft für die Freundschaft und Aufmerksamkeit, die sie mir durch ihre Besuche geschenkt haben.    
 
S. M.: Ich bin M.S., 30 Jahre alt, Sohn von S.W. und von B.A., geboren in der Provinz Zambezia, Distrikt Namorei.
Ich wurde zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, von denen ein Monat Geldstrafe war. Ich bin sehr glücklich, schon von diesem Elend befreit zu sein. Alles verdanke ich der Gemeinschaft Sant'Egidio.
Als die Brüder mir gestern sagten, dass ich heute frei komme, habe ich die ganze Nacht vor Freude geweint und auf den Sonnenaufgang gewartet, der sich verzögerte.
Vielen Dank für diese Hilfe.    
 
M. M.: Ich bin M.M., 21 Jahre alt, Sohn von M.A. und von A.S., geboren in Angoche und lebe jetzt hier in Nampula im Stadtviertel Muhala Expansão.
Ich wurde zu sieben Monaten Gefängnis und einen Monat Geldstrafe verurteilt. Heute bin ich aus dem Gefängnis herausgekommen dank der Gemeinschaft Sant'Egidio, die mir geholfen hat, diesen Teil der Strafe zu bezahlen; wenn das nicht geschehen wäre, wäre ich immer noch in diesem Elend. Deshalb bin ich der Gemeinschaft sehr dankbar, dass sie mich befreit hat. Wirklich vielen Dank.    
 
N. F.: Ich bin F.N., Sohn von C.M. und von H.S., geboren in Mecuburi und lebe hier in Nampula im Stadtviertel Matadouro; aber ich weiß nicht, wie alt ich bin.
Ich wurde im vergangenen Jahr im Mai 2008 verhaftet und zu 14 Monaten verurteilt, von denen zwei Monate Geldstrafe waren. Ich hatte keine Mittel, um das Geld zu bezahlen, jetzt bin ich sehr froh, weil die Gemeinschaft Sant'Egidio mir geholfen hat, aus dem Gefängnis herauszukommen, denn in den 13 Monaten der Haft in der Zelle hatte ich keine Hoffnung, herauszukommen und meine Familie zu sehen. Doch mit Hilfe der Brüder dieser Gemeinschaft bin ich wieder glücklich, was ich angestellt habe, tut mir sehr leid. Ich verspreche, dass ich das nicht wieder tun werde. Danke Gemeinschaft Sant'Egidio.    
 
P. O.: Ich bin O.P., 18 Jahre alt, Sohn von P.J. und von H., geboren in Mogincual-Nampula, ich lebe hier in Nampula im Stadtviertel Namutequeliua.
Ich wurde zu drei Monaten verurteilt, von denen ein Monat Geldstrafe ist.
Ich bin sehr froh, befreit zu sein, und ich danke der Gemeinschaft Sant'Egidio für meine Befreiung. Ab heute bin ich in den Händen dieser Gemeinschaft.  

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Freunde im Gefängniss

Campaña Liberar a los Prisioneros en África



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