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05/12/2016
Gedenken an die Armen

Das tägliche Gebet


 
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5 Oktober 2010 09:30 | Palau Lloctinent

Barcelona 2010 - Intervention of Gerhard PROSS



Gerhard Pross


CVJM, Deutschland
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit vielen Jahren bin ich mit Andrea Riccardi und der Gemeinschaft St. `Egidio durch die Bewegung „Miteinander für Europa“ verbunden. Mein Statement zum Thema möchte ich aus Sicht der christlichen Bewegungen mit einem protestantischen Background halten.
 
Das Thema Familie hat sich wie kein anderes Thema immer wieder wie ein roter Faden durch die Großveranstaltungen Miteinander für Europa gezogen. An keinem anderen Thema haben sich so viele Menschen beteiligt wie an diesem. Das zeigt, wie sehr uns in Europa derzeit dieses Thema unter den Nägeln brennt und so bin ich St. `Egidio dankbar, dass sie in diesem Jahr den Focus auf dieses aktuelle Thema lenken.
 
Das Thema ist deshalb so aktuell, weil wir uns mitten in einem starken Veränderungsprozess befinden. Das traditionelle Rollenverhalten von Mann und Frau trägt nicht mehr. Die klassische Arbeitsteilung: Der Mann im Beruf, die Frau zuhause bei den Kindern ist nicht mehr zukunftsfähig.
 
Frauen können sich nicht mehr vorstellen, auf ihre berufliche Verwirklichung zu verzichten. Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist die große Herausforderung.
 
Was gilt es in einer solchen Phase zu bewahren? Welche nötigen Veränderungsschritte sind zu gehen? Welche Rolle spielt dabei der Glaube, die Religion?
 
In einem solchen Veränderungsprozess sind Flexibilität und Stabilität gleichzeitig gefragt. Es ist wie bei einem Fahrrad: Das Hinterrad fährt immer nur geradeaus, das Vorderrat ist zum Lenken da. Stabilität und Flexibilität. 
 
Spannend wird jedoch sofort die Frage, was gibt nun Stabilität und an welcher Stelle braucht es Flexibilität, braucht es Veränderung.
 
Grundsätzlich gilt: Die Stabilität braucht es bei den Werten. Damit sind wir bei der Rückbindung, bei der „Religio“. Hier spielt der Glaube eine entscheidende Rolle.
 
Die Flexibilität ist bei den Formen und Methoden, bei Gestaltungsfragen etc. gefragt. Wie passen die Überzeugungen in eine veränderte Zeit, in eine veränderte Gesellschaft?
 
Zu Recht spüren viele religiös Praktizierende, dass sich in unserer Zeit nicht nur die Formen ändern, sondern Werte über Bord geworfen werden.
 
Von welchen Werten geht an dieser Stelle jetzt der christliche Glaube aus?
Mit den jüdischen Glaubensgeschwistern verbindet uns die Heilige Schrift. 
Der biblische Schöpfungsbericht spielt eine zentrale Rolle. Dort heißt es:
 
„Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn und er schuf ihn als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und macht sie euch untertan …“ 
 
Das Zueinander und Miteinander von Mann und Frau ist die Basis, aus der heraus sich die Familie entwickelt. 
 
Der Auftrag zur Fruchtbarkeit ist ausdrücklich geboten und wesentlicher Bestandteil der Ehe. Hier ist die Katholische Überzeugung wesentlich ausgeprägter und schlägt sich in jeder Trauung nieder, während die Evangelische Trauung auf einen Hinweis in diese Richtung verzichtet. 
 
Die Familie als das Miteinander der Eltern mit den Kindern bildet die Keimzelle unserer Gesellschaft, die Keimzelle auch jeder christlichen Kirche und Gemeinschaft. In der Familie werden die wesentlichen Fundamente für die Werteerziehung gelegt. In der Familie wird das Fundament gelegt für Vertrauen und für den Glauben.
 
Die Familie auszuhöhlen bedeutet, die Gesellschaft ihres Fundamentes zu berauben. Genau dies geschieht heute jedoch auf vielfältige Weise und deshalb sind manche Entwicklungen so bedrohlich. Grundkoordinaten des Menschseins sind infrage gestellt und wirken sich entsprechend aus
Das Zueinader von Mann und Frau (Gender mainstreem)
Die Fruchtbarkeit wird nicht mehr als Grundbeauftragung des Menschen durch seinen Schöpfer betrachtet
Die Balance der Grundkoordinaten zwischen Arbeit, Familie und  Genuss kommen in eine Schieflage 
 
Längst haben wir in Europa die Folgen davon z.B. in der demografischen Entwicklung festgestellt. Eine Gesellschaft, die sich dieser Grundwerte beraubt, beraubt sich der Zukunft. 
 
Die Grundtendenz: Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist absolut richtig. Die Maßnahmen, die dafür ergriffen werden, weisen m.E. allerdings teilweise deutlich in die falsche Richtung.
 
Wenn die deutsche Regierung die Elternzeit eingeführt hat, dann war das einerseits ein Schritt in die richtige Richtung: Vater oder Mutter wird es ermöglicht, sich im ersten Jahr ganz dem Kind zuzuwenden. Ich kenne viele Familien, die dann auch die Vaterschaftsmonate wirklich für eine Familienzeit nutzen und genießen.
 
Die damit verbundene Nebenwirkung oder Hauptaussage führt allerdings zu fatalen Fehlentwicklungen: Nach einem Jahr gehört das Kind in die Krippe, die adäquate Förderung durch das Elterngeld für ein 2. Kind und für weitere ist nur dann gegeben, wenn die Berufstätigkeit wieder aufgenommen wurde. 
 
Milliarden werden investiert in Kinderkrippen, aber die Eltern, die um ihrer Kleinkinder willen zuhause bleiben erhalten keine adäquate Förderung (dabei wären 300 € Erziehungsgeld für das 2. und 3. Lebensjahr des Kindes die weitaus günstigere Lösung). 
 
Dahinter steckten bei der Regierung – und bei der Opposition in noch höherem Maße – ideologische Grundprinzipien. Die Balance zwischen Familie und Beruf muss möglichst rasch zugunsten des Berufs gesetzt werden.
 
Welche Schäden diese Fehlentwicklung anrichten wird, davor warnen Bindungsforscher schon heute (z.B. der Erziehungswissenschaftler und Familientherapeut Prof. Wolfgang Bergmann). Für die intellektuelle Entwicklung mag es nicht schaden, wenn die Kleinkinder sich schon früh aus der Familie verabschieden müssen. Die Grundgeborgenheit und die Bindungsfähigkeit dagegen werden erheblich beeinträchtigt.
 
Wenn ich unsere Gesellschaft betrachte, dann stelle ich fest, dass die Hoffnung auf die Zukunft an vielen Stellen schwindet. Fehlende Kinder sind eine fehlende Zukunft.
 
Gleichzeitig stelle ich fest, dass in christlichen Kreisen die Hoffung zuhause ist. Religiös Praktizierende – um so die engagierten Christen zu benennen - zeichnen sich häufig dadurch aus, dass sie 
mehr Kinder haben
sich der Kindererziehung intensiver widmen – und dadurch für bestimmte Zeiten durchaus auf die Berufstätigkeit eines Elternteils verzichten
die Balance zwischen Familie und Beruf nicht einseitig zugunsten des Berufs aufgeben
 
Ich bin überzeugt, dass in diesen Kreisen die Hoffnung zuhause ist, weil die Zukunft nicht nur im Kommerz gesucht wird, oder in der Karriere, sondern zuerst in den Beziehungen. 
 
Diese Menschen wissen um den tieferen Sinn des Lebens, der die Arbeit und eine gute Bezahlung natürlich nicht ausschließt.
Sie wissen um die tieferen Werte, und um das Glück und die Freude über ein Kinderlachen, um gelingende Beziehungen etc.
 
Sie wissen natürlich auch um die Anstrengungen und die Kosten einer Familie, um schlaflose Nächte, um Verzicht auf so manches. Und doch wissen sie, dass das Leben mehr ist als Genuss. Sie wissen um den Wert des Teilens, der Hingabe, der Liebe.
 
Martin Luther hat die Mutter einmal als die größte Heilige bezeichnet. Das war eine Provokation in seiner Zeit. Aber er wollte damit zum Ausdruck bringen, wie viel an Liebe und Hingabe eine Familie erfordern und welches Maß an Lebenserfüllung gleichzeitig verheißen ist.
 
Der Zukunftsforscher Prof. Horst Opaschowski spricht von einer Aufwertung der Familie. Er sagt: „Die Familie wird kein Auslaufmodell sein, sondern wieder das Wichtigste im Leben werden- auch gerade für die junge Generation. Ich prognostiziere einen zweiten „demografischen Wandel“ – und eine zweite Generation von Babyboomer in spätestens 20 Jahren. Die heutigen 15-20 Jährigen werden dann als Mitt- und Enddreißiger mehr an eigenen Kindern als an weiteren Steigerungen ihres Konsums und Lebensstandards interessiert sein.“ (soweit Horst Opaschowski).
 
Schon jetzt lässt sich für mich dieser Trend an vielen jungen Familien in den christlichen Gemeinschaften und Bewegungen erkennen. Möge es ihnen gelingen, dem Zeitgeist zu widerstehen und die nötige Zeit, Kraft, Liebe und Hingabe schon jetzt in die Kinder und damit in unsere Zukunft zu investieren. Möge es uns miteinander gelingen, für den Schutz der Ehe und Familie und gegen deren Aushöhlung und Kommerzialisierung gemeinsam aufzustehen, damit unsere Gesellschaft zukunftsfähig wird.
 
 

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Barcelona 2010

Botschaft von Papst Benedikt XVI.

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- Einen Monat vor dem Besuch
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Moskau und Rom in Barcelona

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empfangen


2. Oktober

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3. Oktober

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4. Oktober

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