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In Genua (Italien) feiern 1.500 Menschen mit Sant'Egidio. Der Erzbischof, Kardinal Bagnasco sagte: "Die italienische Kirche ist mit euch verbunden und dankt euch"


 
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In Genua (Italien) feiern 1.500 Menschen mit Sant'Egidio. Der Erzbischof, Kardinal Bagnasco sagte: "Die italienische Kirche ist mit euch verbunden und dankt euch"
21. Februar 2011

Ein buntes Volk bevölkerte die Verkündigungsbasilika bis auf den letzten Platz, um den 43. Jahrestag der Gemeinschaft Sant'Egidio zu feiern. So wurde in Genua die Geschichte einer Gemeinschaft in der italienischen und internationalen Kirche gefeiert, die in der ligurischen Hauptstadt seit Mitte der 70er Jahre existiert. Mit dem Bürgermeister Vincenzi, dem Regionalassessor Rossetti, dem Präfekten Musolino, dem Oberstaatsanwalt Di Noto und dann mit vielen alten Menschen, Obdachlosen und Behinderten wurde das Fest gefeiert und in einem freundschaftlichen Klima gebetet, in das alle einbezogen waren. Am Ende nahm Kardinal Bagnasco darauf Bezug und sagte: "Ich weiß, dass die Gemeinschaft Sant'Egidio vielen von euch zur Seite steht, doch uns allen wird geholfen, denn auch im Geben liegt eine Gabe, die dem hilft, der gibt und der empfängt".

In seiner Homilie sagte der Kardinal von Genua und Präsident der italienischen Bischofskonferenz, Angelo Bagnasco: "Die italienische Kirche ist mit euch verbunden und dankt euch für eure Nähe zu den Menschen. Die Armen, die alten Menschen, die Gefangenen, die Migranten, die Kranken und die Kinder schauen euch voll Zuneigung an. Ich weiß, dass ihr sie weiter mit den Augen Christi und der Kirche anschaut". Indem Bagnasco an die Entstehungsjahre und 1968 erinnerte, als "ein Wind voller Leidenschaft und Zukunft die Geister, Institutionen und Dinge durchwehte", sagte er, dass "auch heute Begeisterung gebraucht wird und dass die Welt eine wahre Freude mit Einsatzbereitschaft, reiner Großzügigkeit und treuer Beständigkeit nötig hat". Diese einfachen Worte müssen "in den kleinen und verborgenen Dingen unseres Lebens umgesetzt werden und sich dann in der Beständigkeit entscheidend bewähren".

Am Ende der Feier, an der auch der Präsident von Sant'Egidio, Prof. Marco Impagliazzo, teilnahm, erinnerte der örtliche Verantwortliche Andrea Chiappori daran, dass "der Geist des Gebetes die Solidarität und Liebe zu den Armen mit Leben erfüllt", mit denen die Gemeinschaft Sant'Egidio in Genua und weltweit tätig ist.

 

"Von der Liebe der Menschen zur Liebe Gottes"
Die Homilie des Erzbischofs von Genua, Kardinal Angelo Bagnasco


Liebste Freunde der Gemeinschaft Sant'Egidio,

mit den anwesenden Autoritäten, die ich begrüße und denen ich danke, mit den Schwestern und Brüdern, die euch schätzen und gern haben, feiern wir heute den 43. Jahrestag eurer Gründung.

Im Jahr 1968 wehten stürmische Winde in der Geschichte des Westens, die auch unser Land durcheinanderwirbelten. Bestrebungen und Utopien hatten sich verbreitet und Sehnsüchte, Reaktionen und Übertreibungen hervorgerufen. Die Vergangenheit betrachtete man als eine Sache, die nicht nur überwunden sondern auch abgelehnt werden musste, die Zukunft galt auf alle Fälle als besser, weil sie anders werden sollte, auch wenn sie noch nicht Wirklichkeit war. Die Sehnsucht nach der Zukunft genügte, um Begeisterung und Energien freizusetzen, die nicht selten auch gewalttätig wurden und ein Zeichen für eine mehr erträumte und ersehnte als deutliche und klare Veränderung war. Man könnte sagen, dass ein Wind voller Leidenschaft und Zukunft die Geister, Institutionen und Dinge durchwehte. An dieser Stelle kann keine Bilanz über diese Zeit gezogen werden, die als "Kulturrevolution" von 1968 bezeichnet wurde.

Diese kurze Erinnerung genügt, um uns die Frage zu stellen: Und ihr? Wo wart ihr? Ihr wart im Stadtzentrum von Rom und habt in diesem Klima voller Initiativen und Ideen, Ideologien und Utopien den Weg und das Ziel der Dinge gefunden. Intensiv habt ihr das Antlitz Christi betrachtet und entdeckt, dass er euch mit neuer Intensität anschaut. Ihr habt das Evangelium aufgeschlagen und mit neuer Haltung die alten Worte gehört, vielleicht weil euch die Geschichte herausforderte, in die ihr hineingezogen wurdet und der ihr euch nicht entziehen wolltet. Bei dieser vertrauten und wahren Begegnung der Arbeiter der ersten Stunde habt ihr den alten Weg Jesu entdeckt, den wir immer neu gehen und in die jeweilige Zeit übersetzen müssen. Mitten im Sturm von Träumen und Ideen, von neuer und authentischer Suche hat der göttliche Meister euch auf den vertrauten Weg hingewiesen, damit ihr ihn mit neuer Überzeugung und Begeisterung einschlagt.

Auch heute ist Begeisterung von Nöten, und die Welt braucht wahre und mit Einsatzbereitschaft, mit reiner Großzügigkeit und treuer Beständigkeit erfüllte Freude. Doch welchen Weg hat Jesus euch gewiesen? Den Weg des in Liebe und Geschwisterlichkeit gelebten Evangeliums. Liebe Freunde, sehr schnell wird gesagt, dass diese einfachen Worte das Leben aller Christen prägen. Doch man muss sie mit Leben erfüllen, und ich glaube, dass der erste Schritt darin besteht, sie in den kleinen und verborgenen Dingen unseres Lebens umzusetzen. Doch das ist nicht genug, sie müssen sich dann in der Beständigkeit entscheidend bewähren.

Das Buch Levitikus sagt: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst", und Jesus formuliert eine Zusammenfassung des Gesetzes jeweils mit "Ich aber sage euch". Das Zentrum des Evangeliums ist die Liebe, und die entschiedene Antwort des Meister erlaubt weder Doppeldeutigkeit noch Widersprüche. Das Liebesgebot ist kein Gutmenschentum, keine Rechtfertigung für Spontaneität, keine vereinfachte Täuschung oder Untätigkeit. Die Liebe ist Strenge, denn der Arme ist der Herr, vielmehr ist er das Antlitz Christi. Liebe Freunde, das wisst ihr, und deshalb habt ihr Jahrzehnte überlebt. Doch nicht allein, sondern gemeinsam, also in der Geschwisterlichkeit, in einer wachsenden Liebe zur Kirche, die Lehrerin und Mutter ist. Wenn man mit den Brüdern und Schwestern im Glauben unterwegs ist, wächst das Ich, das nur im Wir der christlichen Gemeinschaft lebt. Dann kann man stützen und gestützt werden, man kann auf die anderen zählen, und die anderen zählen auf uns.

Im Mittelpunkt steht das Bewusstsein, dass Christus und seine Gnade die Quelle sind. Die Liebeswerke des Evangeliums, die ihr in unserer Diözese, in Italien und vielen Teilen der Welt lebt, erfordern eine immer lebendige und frische Lebensader, die niemand sich aneignen kann. Die Lebensader ist Gott! In Jesus ist er zur unerschöpflichen Quelle geworden, die unseren Durst immer stillt. Er ist zum Brot des ewigen Lebens geworden, damit wir in Demut den Spuren des großen Samariters zum verwundeten und verlorenen Menschen folgen. Daher verweist die Liebe zum Menschen auf die Liebe Gottes zu uns. Durch seine Liebe schafft er in uns die Fähigkeit, zu lieben und eine Gabe für die Armen und Schwachen zu werden. Sein Blick voller Sympathie lehrt uns, die Welt mit Güte anzuschauen, seine Vergebung macht uns fähig, uns und denen zu vergeben, die uns Böses antun. Alles Gute stammt von ihm und kehrt zu ihm zurück! Das ist das Leben und die Geschichte, ein unüberschaubarer Strom, der mitreißend oder ruhig auf der Erde zum Himmel dahinströmt. Daher kann man ohne Gebet nicht dauerhaft das Gute tun.

Bleibt der ursprünglichen Gnade treu, der Herr wird euch treu bleiben. Die italienische Kirche ist euch verbunden und dankbar für eure Anwesenheit bei den Menschen. Die Armen, die alten Menschen, die Gefangenen, die Migranten, die Kranken und die Kinder schauen voll Zuneigung auf euch. Ich weiß, dass ihr sie weiterhin mit den Augen Christi und der Kirche anschaut.

Angelo Kardinal Bagnasco

 

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