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"Sterben auf dem Weg der Hoffnung": Namen und Geschichten von Flüchtlingen, die auf den Reisen nach Europa gestorben sind. Gebetswache zu ihrem Gedenken in Santa Maria in Trastevere

"Sterben auf dem Weg der Hoffnung": Namen und Geschichten von Flüchtlingen, die auf den Reisen nach Europa gestorben sind. Gebetswache zu ihrem Gedenken in Santa Maria in Trastevere
Rom, 17. Juni 2011

Tausende waren gekommen, die Basilika Santa Maria in Trastevere in Rom war bis auf den letzten Platz besetzt, um derer zu gedenken, die auf den "Reisen der Hoffnung" nach Europa ihr Leben verloren.

Namen und Geschichten von oft sehr jungen Männern und Frauen, von Kindern mit ihren Müttern, die im Mittelmeer ertranken oder in Radlagern von Flugzeugen erfroren oder in Containern von LKWs auf dem Landweg umkamen.

Die Liste der Namen und die für sie entzündeten Kerzen machten die Teilnehmer betroffen. Auch viele Verwandte der Opfer und eine vor kurzem aus Nordafrika angekommene Gruppe, die zur Zeit in Civitavecchia untergebracht ist, waren gekommen.

 Die Gebetswache wurde zum Weltflüchtlingstag 2011 gemeinsam von der Gemeinschaft Sant'Egidio, der Vereinigung l'Associazione Centro Astalli, der Vereinigung der Evangelischen Kirchen in Italien, der Stiftung Migrantes, des Italienischen Caritasverbandes und von ACLI organisiert. Den Vorsitz übernahm Bischof Antonio Maria Vegliò, der Präsident des Päpstlichen Rates für die Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs. Auch viele ökumenische Vertreter nahmen teil.

Seit 1990 gab es mindestens 17.597 Todesopfer auf den Reisen nach Europa.

Die Veränderung der geopolitischen Ordnung in den Ländern Nordafrikas und vor allem der Konflikt in Libyen sind die Ursache für die gefährlichen Überfahrten vieler Menschen über das Mittelmeer. In diesem Zusammenhang sind die Zahlen der ersten fünf Monate 2011 alarmierend: Schon 1.820 Tote wurden im Mittelmeer registriert, von denen 1.633 auf den Weg nach Italien waren. Die Bilanz ist wahrscheinlich noch tragischer, wenn man bedenkt, wie viele Personen Überfahrten unternommen haben, die niemals an unseren Küsten angekommen sind.

Tunesien und Libyen sind die beiden wichtigsten Herkunftsländer für die Migrationsströme über das Meer.

198 Personen sind auf dem tunesischen Weg ertrunken Die libysche Route bereitet jedoch größere Sorge, denn hier sind 1.633 Flüchtlinge aus Schwarzafrika ums Leben gekommen (Daten Fortness Europe). Die Lage der Flüchtlinge aus Libyen ist besonders gefährlich, denn sie sind durch den Krieg gezwungen, mit abenteuerlichen Mitteln und häufig überbelegten Booten das Meer auf dem Weg zum sicheren Zufluchtsort Europa zu überqueren.

Angesichts dieser Zahlen darf man nicht schweigen. Es sind Männer, Frauen und Kinder auf der Flucht vor Konflikten, schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen und Verfolgungen. Sie suchen Sicherheit, sind aber in den Tod gefahren. Das Gebet "Sterben auf dem Weg der Hoffnung" entspringt dem Wunsch, an jeden einzelnen zu erinnern. Schon ein einziges Leben, das im Meer auf den Wegen von Leid und Verzweiflung umgekommen ist, ist eine Niederlage für alle, die nicht gleichgültig lassen darf.

Diese Toten sind ein Aufruf zur Verantwortung, damit die Antworten auf die Migration immer zunächst das Leben eines jeden und die Achtung der Menschenrechte in den Mittelpunkt stellen.

Auch dieses Mal appellieren die Organisatoren an die internationale Gemeinschaft und die Institutionen, dass sie humanitäre Wege auftun und die Umsiedlung der Menschen an sichere Orte garantieren. Nur eine gemeinsame Anstrengung in dieser Hinsicht kann den Flüchtlingen garantieren, dass sie ihr Leben nicht mehr auf dem Meer aufs Spiel setzen.

 

Einwanderung, Zigeuner, Integration, Roma und Sinti

La Communauté de Sant’Egidio et les tsiganes


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