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Der Patriarch der äthiopischen Kirche Abuna Mathias in Sant'Egidio: wir haben gesehen, wie ihr das Evangelium lebt

Die Homilie des Patriarchen in der Basilika Santa Maria in Trastevere

Sant'Egidio feiert den 49. Jahrestag mit dem Volk der Gemeinschaft

In der ganz vollen Lateranbasilika sind junge und alte Menschen, Obdachlose und Flüchtlinge der humanitären Korridore versammelt. Marco Impagliazzo: "Wir glauben an eine Stadt, in der es nicht das Wir und das Sie gibt, sondern in der gemeinsam eine große Kraft des Friedens aufgebaut werden kann"
19/02/2017
Liturgie des Sonntags

Das tägliche Gebet


 
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13 September 2011 19:30 | Marienplatz

FRIEDENSAPPELL


    Wir sind Männer und Frauen aus unterschiedlichen Religionen und haben uns in München versammelt. Das geschieht auf Einladung des Erzbistums München und Freising und der Gemeinschaft Sant’Egidio, die seit 25 Jahren den „Geist von Assisi“ zielstrebig verbreitet. Wir danken allen, die in schwierigen Zeiten diese Hoffnung am Leben erhalten haben, während Brücken einstürzten. Nach zehn Jahren, die gezeichnet waren von der Kultur der Gewalt und dem Wahnsinn des Terrorismus und in einer Welt, in der ein entfesselter Kapitalismus scheinbar das Geschehen beherrscht und sich eine neue Armut zeigt, haben wir innegehalten, um in Einfachheit zu beten, aufeinander zu hören und über die Zukunft nachzudenken. Diese Zusammenkunft zum Gebet und zum Dialog hat uns verändert! In den Zeugnissen vieler haben wir die Sehnsucht nach einer neuen Zeit wahrgenommen.

    Die Versuchung ist groß, verschlossen zu leben und auch die Religionen zur Abgrenzung zu benutzen. Diese Versuchung hat sich durch die Weltwirtschaftskrise noch zugespitzt. Die Welt scheint teilweise das Bewusstsein der eigenen Begrenztheit verloren zu haben. Sie neigt häufig dazu, mehr das Trennende zu suchen, als die Sympathie gegenüber dem anderen. Sie achtet mehr auf die Bedürfnisse des Ich als auf das Gemeinwohl. In vielen Regionen der Welt sind zunehmende Gewalt und eine Sinnkrise spürbar. Eine Wende ist notwendig!

    Die Globalisierung bietet nämlich zahlreiche Chancen, doch sie benötigt eine Seele. Der Egoismus führt zu einer Zivilisation des Todes und bringt auch real vielen Menschen den Tod. Daher müssen wir den Blick erheben, uns für die Zukunft öffnen und fähig werden, eine Globalisierung der Gerechtigkeit zu verwirklichen. Mit Entschiedenheit müssen wir uns mit der Frage des Friedens in all seinen Facetten beschäftigen. Denn wir sind zum Zusammenleben bestimmt und tragen alle die Verantwortung für die Kunst des Zusammenlebens. In der heutigen Zeit hat sich der Dialog als intelligente und friedliche Waffe erwiesen. Er ist die Antwort auf die Prediger des Terrors, die sogar die Worte der Religionen verwenden, um Hass zu verbreiten und die Welt zu spalten. Nichts ist verloren mit dem Dialog. Hier in München haben wir die Sprache des Dialogs und der Freundschaft gesprochen. Denn kein Mann, keine Frau und kein Volk ist eine Insel, es gibt nur ein Schicksal, ein gemeinsames Schicksal.

    Betrachten wir uns mit größerer Sympathie, dann wird vieles, ja alles möglich sein. Es ist an der Zeit, sich zu ändern. Die Welt benötigt mehr Hoffnung und mehr Frieden. Wir können wieder neu lernen, nicht gegeneinander, sondern miteinander zu leben. Wir sind uns der Verantwortung der Religionen für die Gefährdung des Friedens bewusst, immer dann, wenn sie nicht den Blick nach oben gerichtet haben. Wer den Namen Gottes gebraucht, um den anderen zu hassen und zu töten, lästert den heiligen Namen Gottes. Daher können wir sagen: Es gibt keine Zukunft im Krieg! Es gibt keine Alternative zum Dialog. Der Dialog ist ein einfaches Werkzeug, das alle nutzen können. Durch den Dialog können wir ein neues Jahrzehnt und Jahrhundert in Frieden gestalten. Seien wir alle Handwerker des Friedens. Möge Gott unserer Welt wirklich das wunderbare Geschenk des Friedens machen.

                                                                                                                            München, 13. September 2011

 


München  2011

Botschaft
von Papst
Benedikt XVI


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