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12 September 2011 16:00 | Neues Rathaus, Kleiner Sitzungssaal

„Chancen und Gefährdungen der Familie heute – Religionen im Vergleich“ von Pfarrer Thomas Römer


Thomas Römer


Pastor, CVJM München

 Zunächst möchte ich mich herzlich bedanken für die Einladung zu diesem Treffen. Es ist gut, dass bei dem Nachdenken über den Frieden und über das Zusammenleben auch das Leben der Familien, ihre Chancen und ihre Gefährdungen in den Blick genommen werden. Ich möchte heute in meinem Beitrag von meinen Erfahrungen ausgehen in der eigenen Familie, dann von Erfahrungen in den ökumenischen Beziehungen berichten und dann einige Gedanken zur Familie sagen. Das ist ein Beitrag aus christlicher  Sicht in evangelischer Prägung.

1. Erfahrungen
Ich bin in einer großen Familie mit sechs Geschwistern aufgewachsen. Seit 28 Jahren bin ich nun verheiratet und habe selber fünf Kinder im Alter zwischen 27 und 17 Jahren. Wenn ich meine Familienerfahrungen reflektiere, dann möchte ich zwei Dinge herausheben:
1. Eltern geben ihren Kindern das weiter, was ihnen wichtig ist. In der Familie wird auch der Glauben weitergeben. Familie ist Tradierungsgemeinschaft . In ihr wird das weitergeben, was dem Leben dient..
2. In der Familie werden auch Werte vermittelt, die wesentlich sind für das Zusammenleben der Menschen. Wie kann ich mit dem anderen in Frieden leben? Wie kann ich für meine Interessen kämpfen, ohne den anderen zu verletzen? Wie kann ich mich mit meinem Bruder und meiner Schwester versöhnen? In der Familie bin ich Teil einer Gemeinschaft und doch als einzelner immer im Blick. Starke Familien stärken die Fähigkeit zum Frieden, vermitteln grundlegende kulturelle und soziale Werte. 
2. Ökumenische Erfahrungen
Ich habe mich als Jugendlicher  dem CVJM, dem Christlichen Verein Junger Menschen hier in München angeschlossen.  
Der CVJM verbindet sich  in München vor allem mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Viele kommen aus zerbrochenen Familien. Die Familien sind in unserer Gesellschaft gefährdet. Oft werden Ehen geschieden. Darum haben viele Kinder und Jugendliche nur einen Elternteil, der sie erzieht. Wir spüren welche emotionale Not das für viele bedeutet. Wir erleben auch:  Christliche Gemeinschaften in der Stadt sind eine wichtige Antwort auf diese  Not. Sie leben  familienartig  und werden für manche  jungen Menschen zur Heimat und  ermöglichen neue Erfahrungen von Familie. Sie erleben Mütter und Väter, Menschen, die ihnen den Glauben weitergeben und ihnen zu einem Leben helfen, das sich an Werten orientiert, damit das Zusammenleben gelingt. 
Als christliche Gemeinschaft haben schon wir über viele Jahre Kontakte zu anderen christlichen Gemeinschaften und Bewegungen. In den letzten 12 Jahren hat sich das Miteinander dieser Gemeinschaften in der Initiative „Miteinander für Europa“ intensiviert.  Wir suchen das Miteinander, versuchen einander zu helfen und uns gegenseitig zu unterstützen.    Miteinander sagen wir „Ja zu Ehe und Familie“. 
Es fällt auf, dass in sehr vielen dieser Gemeinschaften Initiativen entstanden sind, um Ehen und Familien zu stärken und sie zu ermutigen. Es gibt dabei viele Kooperationen.
 
So hat sich vor wenigen Jahren in Deutschland das „Bündnis für Ehe und Familie“  gegründet zu dem weit über 30 Bewegungen gehören. Ich nenne die Ziele, die da formuliert wurden, weil sie zeigen, was uns für Ehe und Familie wichtig ist:
„für die Stärkung von Ehe und Familie als Basis für die Zukunft unserer Gesellschaft eintreten.
uns für die Ehe als Gemeinschaft zwischen Mann und Frau einsetzen.
die Familie als Einheit von Mutter, Vater und Kindern stärken und den Friedensschluss zwischen Mann und Frau und den Generationen fördern.
am grundrechtlich garantierten besonderen Schutz von Ehe und Familie (Art. 6 GG) festhalten.
die Ehe zwischen Mann und Frau und der dazugehörigen Familie als Leitbild für die nachfolgenden Generationen erhalten.
für das Recht des Kindes auf Mutter und Vater eintreten
uns für familienfreundliche Arbeitsplätze, Teilzeitarbeitsplätze, Betriebskindergärten, familienfreundliche Universitäten usw. einsetzen
individuelles Elterntraining/ Training in Beziehungs- und Erziehungskompetenzen unterstützen.“ 
3. Einige Gedanken zur Familie
3.1.Die Familie als elementaren Lebensraum verstehen
Kein Mensch schafft sich selber. Er findet sich vor in der Familie. In evangelischer Tradition wird darum von Ehe und Familie als einer Schöpfungsordnung oder als einem Stand oder einem Mandat (so Dietrich Bonhoeffer)  gesprochen. Damit wird ausgesagt, dass diese Lebensform dem Willen Gottes des Schöpfers selbst entstammt und nicht einfach als menschliche Erfindung gelten kann, die dem gesellschaftlichen Wandel unterliegt. Sie ist eine Institution neben anderen, nicht unter anderen.
(Die Bedeutung der Familie für das Reifen des Menschen wird im Evangelium nochmals dadurch unterstrichen, dass auch Jesus, der menschgewordene Gottessohn in einer Familie lebt, die Gott ihm schafft. Josef ist der gehorsame Mann, der die Vaterstelle wahrnimmt.
Die Familie ist als elementare Lebensform zu betrachten, die zugleich mit dem Menschen geschaffen wurde. Sie ist darum immer wieder neu am Willen dessen zu prüfen, der sie geschaffen hat.) 
3.2. Die Familie ist Lerngemeinschaft
In der Familie werden die elementaren Vollzüge des Lebens und des Glaubens gelernt. So steht das vierte Gebot: „Du sollst Vater und Mutter ehren“ am Anfang der zweiten Tafel.der Gebote „Es steht wohl darum den anderen voran, weil in der Lebensform, die es schützt, der Familie, eben das gelernt wird, was den Menschen ermöglicht auch die anderen Gebote zu halten: wie das Lebensrecht des Nächsten geachtet wird, wie es zugehen kann, einen Menschen des anderen Geschlechts zu lieben, wie als Bürger zu leben (das Recht des anderen auf guten Leumund und faire Gerichtsverfahren zu achten), das Eigentum des anderen zu achten, etc.“  
In der Familie werden elementare Lernerfahrungen gemacht.
Hier wird gelernt, dass es keine Gemeinschaft gibt ohne Freiheit und keine Freiheit ohne Verbindlichkeit. In der Familie wird zu aller erst klar, dass Freiheit bedeutet die notwendigen Bindungen einzugehen.
Für einen evangelischen Christen verbindet sich diese Lernerfahrung mit der Erfahrung der Freiheit eines Christenmenschen, die nur in zwei Sätzen zu formulieren ist:
„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ 
In der Familie ist der erste Ort, wo diese Freiheit eines Christenmenschen gefunden und gelebt wird. 
Die Familie ist ein Ort, an dem gelernt wird, mit Erfolgen ebenso umzugehen wie mit Niederlagen. Hier lernt der Mensch, wichtige Strategien im Umgang mit anderen Menschen. Er lernt, zu vergeben und, dass ihm vergeben wird. Er lernt, dass Einheit nicht Uniformität bedeutet und Menschen mit unterschiedlichen Gaben in Einheit leben können. „Einheit in Vielfalt“ – das ist eine Wirklichkeit, die zuerst in der Familie als Realität erlebt werden kann.
3.3. Vater und Mutter ist ein Beruf
Das ist eine wichtige Anmerkung. Denn Beruf setzt immer auch eine Berufung voraus. Natürlich wird ein Mann oder eine Frau durch die Zeugung und Geburt des Kindes zum Vater und Mutter. Es braucht aber auch die Gewissheit und Vergewisserung auch durch die Verkündigung der Kirche: „Es ist gut und recht, dass ihr als Eheleute und Eltern lebt. Bei aller Mühe und Last die ihr erlebt, es gefällt doch Gott, dem Herrn“.
Und eine Gesellschaft muss diesen Beruf anerkennen und soll Sorge tragen, dass dieser Beruf auch an den eigenen Kindern ausgeübt werden kann.
3.4. Familien brauchen Unterstützung
Familien sind dort, wo sie zur Entfaltung kommen eine Stütze für die Gesellschaft. Sie brauchen aber ihrerseits auch wieder Unterstützung. Sie brauchen auch die Unterstützung durch die Verantwortlichen und Leitungen der Kirche, ihrer Gemeinden und Gemeinschaften. Sie brauchen konkrete Hilfe wo nötig auch durch Nachbarschaft, durch die Städte und den Staat. 
4. Ein Schlusswort
Der Einsatz für die Familie lohnt sich. Denn sie ist die elementare Zelle, aus der sich die Gesellschaft aufbaut Ich bin dankbar für alle ökumenische Erfahrung, dass wir uns in der Liebe zu Gott und den Menschen einsetzen können für die Familien. Sie sind Orte des Lebens und des Friedens. Oder sie können dazu werden. Es lohnt der pastorale Einsatz, die Hilfe für jede Ehe und Familie, dass sie dem Willen Gottes gemäß leben lernt. Es lohnt auch der politische Einsatz - bis hin zur Gesetzgebung, damit Staat und Gesellschaft mit ihren eigenen Möglichkeiten die Familien fördern. Dieser Einsatz ist nötig, damit unsere Gesellschaft nicht nur die Früchte der Familien genießt, sondern auch die Wurzeln pflegt, von denen sich die Familien nähren.

Ich danke ihnen für ihre Aufmerksamkeit.
 


München  2011

Botschaft
von Papst
Benedikt XVI


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