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Unterstützung der Gemeinschaft

  
13 März 2015 | WÜRZBURG, DEUTSCHLAND

Ökumenischer Gottesdienst zum Gedenken an die ärmeren Verstorbenen gegen das Vergessen, ein Zeichen für eine menschlichere Stadt

Die Familie von Sant’Egidio vereint in der Erinnerung an die Freunde, die nach einem harten Leben verstorben sind

 
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Mehrere Hundert Personen, ärmere Menschen, Freunde der Mensa und ehrenamtlich Engagierte der Gemeinschaft Sant'Egidio versammelten sich am 2. März in der Marienkapelle auf dem Marktplatz zu einem Ökumenischen Gottesdienst, um ihrer Freunde zu gedenken, die häufig nach einem schweren Leben auf der Straße verlassen und in Armut verstorben sind. 340 Namen wurden im Gottesdienst verlesen und für alle Kerzen entzündet. In vielen Städten Europas fanden in diesen Wochen ähnliche Gottesdienste statt.

Dieses Gedenken ist durch die Freundschaft in der Mensa im Würzburger Stadtviertel Zellerau entstanden. Dort ist Sant'Egidio seit über 30 Jahren anwesend ist und steht bedürftigen Menschen zur Seite. Die Mensa ist ein wöchentlicher Treffpunkt, wo kostenlos eine warme Mahlzeit angeboten wird, vor allem aber die Freundschaft gepflegt wird, um der Einsamkeit und Ausgrenzung vorzubeugen. Begonnen wurde dieser jährliche Gottesdienst in Würzburg nach dem Tod von Wurzelsepp vor 17 Jahren, einem bekannten Würzburger Obdachlosen, dem durch die Initiative von Sant'Egidio mit anderen Einrichtungen ein würdiges Begräbnis auf dem Hauptfriedhof ermöglicht wurde, nachdem er eigentlich in einem anonymen Grab in Meiningen kostengünstig verschwinden sollte. Ausgangspunkt des Engagements von Sant'Egidio für die Obdachlosen und Menschen auf der Straße war die Erfahrung mit Modesta Valenti in Rom.


Warum dieses Gedenken - wer war Modesta Valenti?

Seit über dreißig Jahren begeht die Gemeinschaft Sant'Egidio das Gedenken an die Menschen, die durch ein hartes Leben auf der Straße ihr Leben verloren haben. Der Beginn war der Tod von Modesta Valenti, eine obdachlose Frau in Rom, die im Alter von 71 am Hauptbahnhof starb. Sie lebte dort in der Nähe und suchte nachts zum Schlafen Zuflucht im Bahnhof. Am 31. Januar 1983 ging es Modesta schlecht, als sie gerade am Bahnhof Termini war. Der Krankwagen, der zu Hilfe gerufen worden war, wollte sie nicht mitnehmen, weil sie so heruntergekommen und schmutzig war und Läuse hatte. Modesta starb nach mehrstündigem Todeskampf in der Erwartung, dass jemand ihr helfen würde.
Ihr Tod hat die Freundschaft der Gemeinschaft Sant'Egidio zu den Obdachlosen in besonderer Weise geprägt. An ihrem Todestag wird daher ein Gottesdienst für alle "Freunde auf der Straße" gefeiert, die die Gemeinschaft begleitet hat und die gestorben sind. Dabei werden die einzelnen Namen verlesen. Mit den Obdachlosen hat die Gemeinschaft durch Dienste in Mensen, Essenausgaben auf der Straße und Aufnahmeeinrichtungen enge Freundschaft und vertraute Beziehungen aufgebaut, um ihre schwierigen Lebensbedingungen auf der Straße zu verbessern.
Das Gedenken an Modesta und die Freunde auf der Straße hat sich ausgehend von Rom an viele Orte verbreitet, wo die Gemeinschaft Menschen begleitet, die obdachlos leben und sterben.


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