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19 April 2015

PRESSEMITTEILUNG

Schiffbruch von Immigranten. Sant'Egidio: Es darf nicht abgewartet werden! Wenn Europa nicht in der Lage dazu ist, soll die UNO eingreifen

Triton funktioniert nicht: das Massensterben auf dem Meer muss sofort beendet, ein Netzwerk für legale Asylanträge geschaffen und diplomatische Anstrenungen verstärkt werden, um die Kriege zu beenden

 
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ROM - Die Gemeinschaft Sant'Egidio bringt allen von der entsetzlichen Tragödie im Kanal von Sizilien betroffenen Familien ihre Anteilnahme zum Ausdruck. Nach ersten Zeugnissen ist es die schlimmste Katastrophe bisher. Sie erfordert unbedingt ein sofortiges Eingreifen: Wenn Europa nicht dazu in der Lage ist, das unerträgliche Massensterben auf dem Meer zu beenden, muss die UNO eingreifen und alle möglichen Mittel einsetzen, einschließlich einer sofortigen Einberufung einer Versammlung des Sicherheitsrates. Denn wir erleben Opferzahlen, die denen eines Krieges gleichen.

Sant'Egidio schließt sich den bewegenden Worten von Papst Franziskus im heutigen Angelusgebet an für die Menschen, die "das Glück suchten", doch den Tod gefunden haben. Dabei wird die Mobilisierung der internatinalen Gemeinschaft gefordert. Die Operation Triton erweist sich als gescheitert. Trotz vieler Schwierigkeiten hat Italien in den vergangenen Jahren durch Mare Nostrum tausenden Menschen das Leben gerettet. Allein schafft es das Land nicht mehr.
Wenn die Europäische Union das Phänomen an ihren Grenzen im Süden nicht bewältigen kann, müssen sich die Vereinten Nationen darum kümmern. Sonst wird auf dem Gewissen der ganzen Menschheit die schwere Schuld lasten, dass Menschen nicht gerettet wurden, denen Hilfe geleistet werden konnte und musste: Familien auf der Flucht vor dem Krieg, wie die Menschen, die zuletzt in den italienischen Häfen ankamen. Es waren überwiegend Eritreer und Syrer.

Alle müssen mithelfen, damit in drei Bereichen gehandelt wird:

1)    Das Massensterben auf dem Meer muss durch Militärschiffe beendet werden, die die Flüchtlingsboote aufgreifen und den Migranten auch auf hoher See zu Hilfe kommen.

2)    Ein europäisches System muss geschaffen werden, damit eine legale und kontrollierte Zuwanderung aus humanitären Gründen und mit viel geringeren Kosten für die Flüchtlinge möglich wird (sie geben mehrere Tausend Euro aus). Vor allem darf bei den Reisen nicht mehr ihr Leben aufs Spiel gesetzt werden.

3)    Die diplomatischen Anstrengungen und Vermittlungstätigkeit müssen verstärkt werden, um die Kriege zu beenden, die zu den Hauptursachen für das Migrationsphänomen gehören.

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