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22 Dezember 2015

WORTE VON PAPST FRANZISKUS

Um Weihnachten angemessen zu feiern, müssen wir bei den "Orten" des Staunens verharren. Zunächst beim Anderen, um in ihm einen Bruder zu erkennen, vor allem wenn er das Antlitz des Armen trägt

 
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Um Weihnachten angemessen zu feiern, müssen wir bei den "Orten" des Staunens verharren. Welche Orte des Staunens gibt es im Alltag? Drei Orte. Zunächst der Andere, um in ihm einen Bruder zu erkennen, denn seit dem Weihnachten Jesu ist in jedes Antlitz die Ähnlichkeit des Sohnes Gottes eingeprägt. Vor allem wenn es das Antlitz des Armen ist, denn als Armer kam Gott auf die Welt und vor allem ließ er die Armen in seine Nähe kommen.

Ein weiterer, zweiter Ort des Staunens, an dem wir mit dem Blick des Glaubens wirklich Staunen empfinden, ist die Geschichte. Häufig meinen wir, sie in richtiger Weise zu betrachten; stattdessen laufen wir Gefahr, sie vollkommen falsch zu deuten. Beispielsweise geschieht das, wenn sie vom Wirtschaftsmarkt gelenkt zu sein scheint, von den Finanzen und Geschäften gelenkt, beherrscht von den sich abwechselnden Machthabern. Doch der Gott von Weihnachten ist ein Gott, der "die Karten mischt": Das gefällt ihm sehr! Wir Maria im Magnifikat singt, stürzt der Herr die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen, die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen (vgl. Lk 1,52-53). Das ist das zweite Staunen, das Staunen über die Geschichte.

Ein dritter Ort des Staunens ist die Kirche: Sie mit dem Staunen des Glaubens zu betrachtet, hat die Bedeutung, sie nicht nur allein als religiöse Institution anzusehen, die sie zwar auch ist, sie jedoch als Mutter ansehen, die trotz der Flecken und Falten - wie viele haben wir davon! - die Leitlinien des geliebten Bräutigams durchscheinen lässt und durch den Christus, den Herrn, gereinigt ist. Eine Kirche, die viele Zeichen der treuen Liebe erkennen kann, die Gott ihr ständig sendet. Eine Kirche, für die der Herr Jesus niemals einen eifersüchtig zu verteidigenden Besitz darstellt - wer das tut, begeht einen Irrtum - sondern immer Ihn, der ihr entgegenkommt und den sie vertrauensvoll und froh erwartet, während sie der Hoffnung der Welt eine Stimme verleiht. Die Kirche, die zum Herrn ruft: "Komm, Herr Jesus!" Die Kirche als Mutter, die immer weit geöffnete Türen hat und offene Arme, um alle aufzunehmen. Besser noch die Kirche als Mutter, die aus ihren Türen hinauskommt, um mit dem Lachen der Mutter alle Fernen zu suchen und sie zur Barmherzigkeit Gottes zu führen. Das ist das Staunen von Weihnachten!

Angelus, 20. Dezember 2015