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23 Januar 2016 | ROM, ITALIEN

Hier habe ich verstanden, dass wir im Syrienkrieg nicht allein sind. Der armenische Bischof von Aleppo Shahan Sarkissian

Grußwort an die Gemeinschaft Sant'Egidio beim Ökumenischen Gottesdienst in Santa Maria in Trastevere

 
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In der Gebetswoche für die Einheit der Christen hat der armenische Erzbischof von Aleppo, Shahan Sarkissian, am Abendgebet der Gemeinschaft Sant'Egidio in Santa Maria in Trastevere teilgenommen. Am Ende des Gebetes richtete er ein Grußwort an die im Gebet versammelte Gemeinschaft: 

Liebe Schwestern und Brüder,

wir danken dem Allmächtigen, der uns geschaffen hat. Das gemeinsame Gebet hier mit euch macht mir Mut als Vertreter des syrischen Volkes.

Ich kenne die Gemeinschaft Sant'Egidio seit langer Zeit. Wie mein Bruder in der Homilie sagte, als er über die geschwisterliche Beziehung im Dienst am Guten sprach, glaube ich, dass das Christentum und der christliche Glaube eine Angelegenheit im Herzen eines jeden ist. Als der Krieg in Syrien begann, begegnete ich eines Tages meinem Volk, meiner Gemeinde; nach der Eucharistiefeier sagte ich zu ihnen: "Heute fangen wir an, wirklich zu beten."

Ich habe die Gemeinschaft Sant'Egidio kennengelernt, als ich mit dem früheren Katholikos der Armenier von Zilizien hier gewesen bin. Ich komme aus einem Land, in dem der Krieg weitergeht. Manchmal meinen die Leute, dass dieser Krieg nie aufhört und dass es keine Lösung gibt.

Die Gemeinschaft Sant'Egidio hat mich hierher eingeladen, um dieses Land zu besuchen und über unsere Lage zu sprechen. Ich weiß, dass viele Leute die Lage im Nahen Osten besser kennen als ich, doch ich habe zum ersten Mal in Neapel und heute Abend hier bei euch erlebt, dass ihr mit uns verbunden seid und dass wir nicht allein sind. Wir sind nicht verlassen.

Wir beten immer für den Frieden auf der ganzen Welt, aber vor allem für Syrien und für Aleppo.

Heute Morgen begann ich meine Treffen mit katholischen Missionaren. Ich erzähle nicht, was ich den ganzen Tag gemacht habe, nur zwei für mich wichtige Dinge möchte ich berichten. Ein Bruder der Gemeinschaft brachte mich zu den Katakomben und ich war beeindruckt vom Zeugnis der Märtyrer in den Katakomben. Das Martyrium ist nichts, was mit dem Tod zu tun hat, sondern vielmehr mit dem Leben. Die Märtyrer sprechen heute.

Die zweite Sache ist der Besuch bei bedürftigen Menschen in einem Haus der Gemeinschaft Sant'Egidio für die Armen.

In beiden Fällen habe ich gespürt, dass wir nicht verlassen sind und in der Verzweiflung unsere Hoffnung nicht verlieren. Heute Abend bin ich deshalb bei euch, weil ihr mich gelehrt haben, wie man beten soll. Ich danke für euer Zeugnis vor dem Herrn und vor meinem Volk in Syrien.

Als ich überlegte, was ich zu euch sagen soll, dachte ich, dass ich euch um das Gebet bitte. Ich sage nur: Betet weiter für uns.

Ich danke der Gemeinschaft Sant'Egidio und all ihren Mitgliedern und überbringe die Grüße und den Segen seiner Seligkeit Aram I. Katholikos der Armenier von Zilizien im Libanon, einem Freund der Gemeinschaft Sant'Egidio.

Danke, dass ihr mir zugehört habt, vielen Dank für diese Gelegenheit.


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