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3 Februar 2016 | ROM, ITALIEN

Konferenz USA-Italien über Migration - Integration stärkt die Demokratie und baut eine gemeinsame Kultur auf

 
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Im Friedenssaal von Sant'Egidio fand die Konferenz "Migration und Integration - Vereinigte Staaten und Italien: Zwei Modelle im Vergleich" statt. Der Präsident der Gemeinschaft Sant'Egidio, Marco Impagliazzo, begann die Tagung mit dem Hinweis, dass Sant'Egidio "ein bevorzugtes Labor mit Jahrzehnte langer Erfahrung im Bereich der Aufnahme und Integration von Immigranten" ist. Der Ansatz von Sant'Egidio basiert auf Sprachvermittlung in unentgeltlichen Kursen seit 1983. Der Präsident sagte, dass dadurch "eine gemeinsame Kultur verbreitet und der Austausch von Menschen aus allen Kontinenten gefördert wird". Impagliazzo wies darauf hin, dass "die Integration ein gemeinsam aufzubauendes Haus ist und kein Hotel, in dem die Menschen zusammen sind, ohne sich zu kennen. Integration will kein Land aufbauen, in dem die verschiedenen Gruppen getrennt voneinander leben und nicht offen sind. In Europa fehlt eine europäische Agentur für Immigration nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten, um die Frage der Immigration einheitlich und ohne regionale Zersplitterung zu lösen". Die Tatsache, dass in "unserer Gesellschaft schon vieler Männer und Frauen integriert wurden", führt zum Vorschlag, nicht mehr länger die Worte "Immigranten" und "Ausländer" zu verwenden: "Es ist besser, sie als neue Italiener oder Neueuropäer zu bezeichnen." Abschließend wies Impagliazzo auf die Einrichtung von humanitären Kanälen hin, durch die 1000 Flüchtlinge aus Lagern im Libanon, in Marokko und zukünftig in Äthiopien ohne die gefährlichen Todesreisen nach Italien kommen können.

"Die Vereinigten Staaten von Amerika haben die höchste Prozentzahl von Immigranten weltweit. Ich betone, dass diese Tatsache das Land stärkt und ihm eine pluralistische Vision verleiht", hob der amerikanische Staatssekretär für öffentliche Angelegenheiten, Richard Stengel, in seinem Beitrag bei der von der amerikanischen Botschaft in Italien und Sant'Egidio organisierten Konferenz hervor. Weiter sagte er: "Alle meine Vorfahren stammen aus nicht amerikanischen Ländern. Ich halte es für eine moralische Pflicht einer jeden Demokratie, Migranten aufzunehmen", auch weil "wir uns in der schlimmsten Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg befinden". Er überbrachte auch die Grüße von Präsident Obama und dankte Italien und Sant'Egidio für den Einsatz für die Aufnahme und Integration. Abschließend fügte Stengel hinzu: "Ich komme hierher, sowohl um zu lernen, aber auch um meine Unterstützung zu bekunden. Mein Büro in Washington hat 1,3 Millionen Dollar für Flüchtlingsprogramme hier in Italien zur Verfügung gestellt; doch ich möchte noch mehr tun". 

Als Vertreter der italienischen Regierung sprach der Vizeinnenminister Filippo Bubbico und wies auf wichtige Entscheidungen Italiens in den vergangenen Jahren hin, wie die im Jahr 2013, "als wir Mare Nostrum einrichteten und das Leben vieler Menschen gerettet haben". Für Bubbico "muss ein europäisches Aufnahmesystem geschaffen und umgesetzt werden. Die Notstände dürfen nicht mit gegenseitiger List der Länder bewältigt werden". Vielmehr werden Lösungen wie die "humanitären Kanäle" benötigt, um Gastfreundschaft und Sicherheit zu garantieren. Der italienische Vizeminister fügte hinzu: "Wir befinden uns in einem heiklen Moment für Europa und laufen Gefahr, die Bedeutung unseres Miteinanders zu verlieren. Nationale Egoismen können sogar die Grundlagen des vereinten Europas gefährden. Dieser realen Gefahr müssen wir mit Intelligenz und klarem Bewusstsein entgegentreten und alle repressiven Versuchungen überwinden. Wir müssen eine neue und andere Sensibilisierung der öffentlichen Meinung in den Staaten schaffen."

Die Journalistin Viviana Mazza merkte an, dass die Medien eine angemessene Sprache bei der Behandlung von heiklen Fragen wie der Immigration verwenden müssen. Das geschieht nicht immer, ist jedoch die Pflicht der Informationsmedien, sagte die Mitarbeiterin des "Corriere della Sera". Die Information muss korrekt sein und grundsätzlich Ängste und ungerechtfertigte Drohungen von sich weisen. Nach Meinung von Elzir Izzedin, Imam von Florenz und Präsident von UCOII, haben auch die Religionsoberhäupter eine wichtige Aufgabe. Der Islamvertreter verglich die Rolle der Religionsführer mit dem der "Feuerwehrleute, die Brände der Angst, des Hasses und der Intoleranz löschen müssen".


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