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23 Februar 2016

Aleppo stirbt, doch im Krieg entdecken wir die Solidarität. Die Homilie des armenischen Bischofs Boutros Marayati

 
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In der Homilie appelliert der armenisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Boutros Marayati, Aleppo und die Christen in Syrien nicht zu vergessen. Liturgie in Santa Maria in Trastevere am 20. Februar 2016

Liebste Brüder und Schwestern, guten Abend!
Die armenische Kirche hat 2016 zum Jahr des Dienstes ausgerufen. Dienst, wie es Christus gesagt hat: Ich bin nicht gekommen, um mich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen. Er hat auch gesagt: Wer bei euch groß sein will, mache sich zum Diener aller. Dieses Thema hat die armenische Kirche in Abstimmung mit dem Thema von Papst Franziskus ausgewählt: "Das Jubiläum der Barmherzigkeit". Dienst und Barmherzigkeit gehören zusammen. Es gibt keinen wahren Dienst ohne Geist der Barmherzigkeit und keine abstrakte Barmherzigkeit ohne konkreten Dienst. 

Die Gemeinschaft Sant'Egidio kennt diese beiden Wirklichkeiten genau: Dienst und Barmherzigkeit. Daraus entstand und besteht die Gemeinschaft, vor allem zum Wohl der Armen. Ich möchte euch und der ganzen Gemeinschaft für eure Unterstützung unserer gepeinigten Stadt Aleppo danken. Ich danke vor allem Andrea Riccardi für seinen neuesten Appell, ich würde sagen für den Schrei: "Aleppo stirbt, retten wir Aleppo".

Wir sterben wirklich. Unsere Leute leben mittlerweile als kleiner Rest, und viele fliehen, sie gehen fort, und die Kinder sind die ersten Opfer. Wir sind alle in unseren Häusern zu Flüchtlingen geworden ohne Wasser, Licht, Medikamente, es gibt nichts. Das ist kein Leben, sondern Überleben.

Trotz dieses Bürgerkrieges - ich würde ihn als schmutzig bezeichnen, weil es viele internationale Interessen gibt - trotz dieses Sterbens und des Blutes gibt es auch etwas Gutes, das wir erleben. Drei Dinge haben uns betroffen gemacht und helfen uns, weiterzumachen und bei unseren Leuten zu bleiben.

Der erste Punkt ist, dass wir eine intensive Zeit des Glaubens, der Hoffnung und der Geduld erleben. Unsere Leute beten, beten. Die Kirchen sind voll. Christus hat gesagt: Es gibt eine Art des Bösen, das nur durch Gebet und Fasten ausgetrieben werden kann. Daher sind diese Dinge sehr positiv, und wir beten, wie wir heute mit dem Psalm gebetet haben: Der Herr ist unser Licht und unser Heil.
Wir haben nicht viel Vertrauen, aber zumindest Vertrauen auf Gott, dass er uns zu Hilfe komme.

Der zweite positive Punkt, der sich in diesem Bürgerkrieg zeigt, ist der ökumenische Geist. Die Zusammenarbeit von Katholiken, Orthodoxen und Protestanten. Aleppo war immer eine ökumenische Stadt; doch in diesem Krieg haben wir das Bedürfnis gespürt, zusammen zu sein und zusammenzuarbeiten. Der Heilige Vater spricht von einer Ökumene des Blutes. Denn die Märtyrer stehen für alle Christen, es gibt keinen Unterschied zwischen Katholiken, Orthodoxen, Protestanten. Auch in dieser Wirklichkeit gibt es die Ökumene des Dienstes, die Diakonie. Vor allem in dieser Zeit sind wir mit allen Kirchen in Aleppo im Dienst vereint. Als orthodoxe, katholische und evangelische Armenier versammeln wir uns jede Woche, um diesen Dienst zu organisieren, diese Diakonie für unsere Leute und für alle. 

Der dritte, sehr wichtige Punkt, den wir in diesem Krieg gelernt haben, ist die Bedeutung der Solidarität. Solidarität nicht nur unter Christen als Ökumene, sondern mit allen anderen, auch mit den Muslimen. Solidarität unter Nachbarn, Solidarität unter Verwandten, unter Kleinen und Großen, Reichen und Armen. Eine große Solidarität ist in Aleppo entstanden, ich würde sagen Dank dieses Bürgerkrieges. Am meisten macht uns betroffen, wenn wir sehen, dass viele Leute und Gläubige, die früher der Kirche halfen und in den Pfarreien wohltätige Dienste übernahmen, jetzt gezwungen sind, um Hilfe zu bitten. Wir sind ein Volk von Bettlern geworden, wir leben von den Almosen der anderen. Wir sind Flüchtlinge in unseren Häusern; es ist sehr, sehr schwer, eine Person zu sehen, der es gut ging und die jetzt nur noch ein Häufchen Elend ist, sich in der Schlange anstellen muss, um etwas Wasser zu bekommen, etwas Milch, etwas Geld und Essen. Das ist sehr schwer. Unser erzbischöfliches Haus ist jetzt zum Sozialzentrum geworden. Alle Kirchen haben ihre Türen geöffnet und helfen. 

Vor drei Wochen kam eine Frau zu mir und bat um Hilfe. Eine arme Frau; ihr wisst ja genau, dass es ein Problem, ein Problem für das Gewissen ist, wenn man einem Armen nichts gibt. Wenn du aber etwas gibst, wehe dir, denn er wird am Tag danach wiederkommen. Die Armen sind aufdringlich, sie wollen alles. Sie sind zwar arm, aber manchmal auch egoistisch. Nachdem die Frau die Hilfe bekommen hat, kommt sie nach zwei Tagen wieder und bittet um weitere Hilfe wegen Untersuchungen für eine Operation. Nach zwei Tagen kommt sie noch einmal und bittet um Geld für Medikamente. Zwei Tage später kommt sie wieder zum vierten Mal zu mir. Ich sagte mir: Es gibt doch viele andere, die in Not sind. Jetzt reicht's! Ich wollte sie wegschicken und den Platz anderen Notleidenden geben, denen es vielleicht schlechter geht als ihr. Doch ich sagte mir: Na gut, zum letzten Mal kann ich sie empfangen. Die Frau kam zu mir, hielt ein Paket in Händen und sagte zu mir: Vater, hier sind Schuhe, Schuhe aus Wolle für Familien, die ärmer sind als ich. Bitte geben Sie die den Kindern in diesem Winter.

Liebste Brüder und Schwestern, Gott sei Dank können wir viel von den Armen lernen, die vielleicht arm an Geld und Reichtümern sind, doch die eine reiche Seele haben. Ihr Geist ist von Gott gesegnet. Ich bitte euch um Hilfe, um euer Gebet, vor allem in diesen Tagen, denn wir wollen leben und mit unserem Land verbunden bleiben. Wir werden unser Volk nicht verlassen. Wir beten alle für das Ende des Krieges, für einen Waffenstillstand und für den Frieden. Herr, dir sei Dank, dass du bei uns bist und uns vom Himmel her segnest. Amen!


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