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Unterstützung der Gemeinschaft

  
4 Oktober 2008

Tiflis (Georgien): Die erste Hilfen für die Kriegsflüchtlinge

 
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Durch den Konflikt im Kaukasus vor wenigen Wochen sind in Tiflis und einigen Städten Georgiens viele Flüchtlinge angekommen. Ganze Familien und viele Kinder haben von einem Tag auf den anderen durch den Krieg alles verloren. Der Großteil der Flüchtlinge fand Zuflucht in Schulen, die schon seit Jahren verlassen waren. Sie besitzen nichts. Es fehlt nicht nur an Betten, sodass sie auf dem Boden schlafen müssen, durch die überstürzte Flucht haben sie weder Kleidung noch Schuhe, um für den Winter gerüstet zu sein, der in dieser Gegend kalt und regnerisch ist. 

Die Gemeinschaft Sant’Egidio wollte sich prompt einsetzen, um ihr Leid zu erleichtern. Seit Anfang September wurde in Tiflis mit der Verteilung der Hilfsgüter begonnen, um der Not Abhilfe zu schaffen: dringend benötigte Medikamente für alte Menschen und chronisch Kranke.

Dann wurden Betten angeschafft und für drei Sammelpunkte verteilt: für die Schule von Temke, wo Flüchtlingsfamilien aus Eredvi, Niqosi und Gori untergebracht sind, für das ehemalige Schiffskolleg Kandelaki und für eine andere Schule, in der Flüchtlinge aus Akhalgori untergebracht sind. 

Die Übergabe geschah im Verlauf kurzer Begegnungen mit den Familien, durch die man von ihrer Lage mehr erfahren hat. Dabei wurde deutlich, dass die Kinder mehr als alle unter dem Krieg leiden. Die Kleinen verstanden nicht, was geschieht, als sie mit den Eltern gezwungen wurden, ihre Häuser und ihre Dörfer, in denen sie bisher lebten, zu verlassen. 

Neben der Verteilung von Hilfsgütern hat die Gemeinschaft angefangen, mit den Kindern Feste zu feiern, damit sie den Schmerz verkraften und die Isolierung überwinden. Das erste große Fest fand in der Schule Temke statt, die zum Zuhause für viele Flüchtlinge geworden ist.

Als man den Erfolg dieses Festes feststellte, wurde sofort ein anderes im Schiffskolleg Kandelaki mit den Flüchtlingen aus dem Dorf Eredvi organisiert. Es herrschte ein tiefes Schweigen, das nur durch das Lachen der Kinder unterbrochen wurde, als die Clowns mit den Kleinen spielten und am Ende nach Liedern und Tänzen eine Mahlzeit mit Obst und einer großen Torte verteilten. Am Ende des Festes hat eine junge Witwen gesagt: „Ich danke euch, denn seitdem der Krieg begonnen hat, haben die Kinder heute zum ersten Mal ein paar heitere Stunden verbracht“. Diese Kinder haben ihre ganze Welt verloren. Einige von ihnen haben zu uns gesagt: „Ich möchte hier nicht zur Schule gehen. Ich möchte in meine Schule mit meiner Klasse und meinen Lehrern“. Sie haben weder Bücher noch Hefte, aber auch keine Kleidung, um einigermaßen gut angezogen in die Schule zu gehen. Einige Flüchtlinge kamen mit Sandalen und haben keine Schuhe, die man beim Schlamm auf den Straßen braucht. 

Deshalb will die Gemeinschaft demnächst Kleidung und Schulmaterial verteilen. 

Auch in der Stadt Kutaisi, der zweitgrößten Stadt Georgiens, leben sehr viele Flüchtlinge. Während die Flüchtlinge in Tiflis jedoch in Schulen im Zentrum der Stadt Zuflucht gefunden haben, wurden sie in Kutaisi in alten Schulen ganz am Stadtrand untergebracht, die schon lange Zeit verlassen sind. Dort ist die allgemeine Lage viel schlechter. 

Auch dort fehlen Betten, und die sanitären Anlagen sind unzureichend. Es ist kalt, da viele Fenster kaputt sind. Es gibt kein Trinkwasser, das wie auf den Bilder zu sehen ist in großen Behältern angeliefert werden muss. 

Viele Flüchtlingen in Kutaisi kommen aus dem Tal von Khodori, wo die Kriegsvertriebenen von 1992-94 untergebracht waren. Diese Familien leben seit ca. 15 Jahren als Flüchtlinge. Als ihr Leben langsam besser zu werden schien, begann ein neuer Krieg und zwang sie erneut zur Flucht.

In Kutaisi hat die Gemeinschaft dringende Soforthilfen (Medikamente und Nahrungsmittel für Kleinkinder), Schuhe und Bücher für den Schulbesuch der Kinder verteilt.


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