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23
23 November 2008

Würzburg (Deutschland): Eucharistische Liturgie zum 40. Jahrestag der Gemeinschaft Sant'Egidio mit Kardinal Stanislaw Ryłko

 
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Am 23. November feierte die Gemeinschaft Sant'Egidio im Würzburger Dom eine feierliche Liturgie zu ihrem 40. Jahrestag. Kardinal Stanislaw Rylko, der Präsident des Päpstlichen Rates für die Laien, stand dem Gottesdienst vor.

Mehr als eintausend Menschen nahmen teil. Gemeinsam mit vielen befreundeten Priestern konzelebrierten Bischof em. Paul-Werner Scheele, Würzburg, Bischof Heinrich Mussinghoff, Aachen, Bischof Gerhard Feige, Magdeburg und Weihbischof em. Helmut Bauer, Würzburg.




An dem Gottesdienst nahmen auch ökumenische Vertreter teil, unter ihnen Oberkirchenrat Dr. Johan Schneider für die EKD sowie der stellvertretende Dekan der evangelisch-lutherischen Kirche in Würzburg, Kirchenrat Schlüter.

In der Liturgie dankte Klaus Reder von Sant'Egidio allen Freunden der Gemeinschaft für ihre Freundschaft und ihre Unterstützung.




Predigt Kardinal Stanislaw Rylko

Predigt »Dein Reich komme!« (Lk 11,2)

l. Das Christkönigsfest beschließt das Liturgische Jahr der Kirche, stellt aber auch gleichzeitig dessen Höhepunkt dar: Christus, der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist zu unserem Heil, ist der Herr der Geschichte und des ganzen Universums. »Denn Gott wollte - so sagt der heilige Paulus - mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, um durch ihn alles zu versöhnen« (Kol l, 19-20). Wie wir in der Apokalypse lesen, ist er »das Alpha und das Omega [...] der Herr, der ist und der war und der kommt, der Herrscher« (Offb l, 8). Das Hochfest, das wir heute begehen, spricht zu uns vom Geheimnis Christi, der mit 'seinem Tod und seiner Auferstehung in der Welt ein Reich begründet hat, »das ewige, alles umfassende Reich: das Reich der Wahrheit und des Lebens, das Reich der Heiligkeit und der Gnade, das Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens« (Präfation), ein Reich, in dem »Gott herrscht über alles und in allem« (1 Kor 15, 28). Das ist kein Triumphalismus! Das Reich Gottes hat nichts mit den Reichen dieser Welt gemein. Die Herrschaft Christi gründet in einer Logik, die sich grundlegend von der Logik der Könige der Erde unterscheidet. Christus sagt vor Pilatus: »Ich bin ein König [...] Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme. Mein Königtum ist nicht von dieser Welt [...], ist nicht von hier« (Joh 18, 36-37).
Wer ist nun dieser König Christus? Die erste Lesung, genommen aus dem Propheten Ezechiel, stellt ihn als den guten Hirten dar: »Ich will meine Schafe selber suchen und mich selber um sie kümmern [...] ich hole sie zurück von all den Orten, wohin sie sich zerstreut haben [...] Ich werde meine Schafe auf die Weide führen, ich werde sie ruhen lassen [...] Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden [...]. Ich will ihr Hirt sein und für sie sorgen, wie es recht ist« (Ez 34,11 -16). In Christus Jesus ist es Gott selbst, der mit unendlicher Liebe für uns sorgt, für jeden von uns! Das heutige Hochfest erfüllt uns darum mit großer, mit jubelnder Freude; mit dem Psalmisten sprechen wir: »Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern aufgrünen Auen [...], er leitet mich aufrechten Pfaden, treu seinem Namen« (^23, 1-3).
Christus der König ist auch der Richter der Lebenden und der Toten... In dem Passus des Evangeliums, den wir soeben gehört haben, lässt Matthäus uns gleichsam dem Letzten Gericht beiwohnen. Christus, der Menschensohn, sitzt auf dem Thron seiner Herrlichkeit, umringt von seinen Engelscharen. »Alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen« (Mt 25, 32-36). Im Letzten Gericht, dem keiner entfliehen kann, wird allein die Maßeinheit der Liebe gelten: »Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan [...] Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan« (Mt 25,40; 45). Von dem, was wir in unserem Leben getan haben werden, wird allein die Liebe zu den anderen bleiben, vor allem die Liebe zu den Geringsten und Ärmsten... Diesbezüglich lassen die Worte des Herrn keine Zweifel aufkommen. Der Eckstein des von Christus begründeten Reichs ist die Liebe zu Gott und zum Nächsten.

2. »Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen [...] Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben« (Mt 6,31-33). Christus sagt, wer in das Reich Gottes eingehen will, muss zuerst seine Logik ändern; er muss sich von der Logik des Evangeliums formen lassen, von der Logik der Seligpreisungen... »Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen« (Joh 3,3). Diese an Nikodemus gerichteten Worte beziehen sich auf jeden von uns. Von oben wieder geboren werden, heißt Bekehrung des Herzens, heißt Mut, auf den Glauben zu setzen, heißt das eigene Leben ganz auf Gott stützen... Nicht umsonst vergleicht Jesus das Reich Gottes mit einem "verborgenen Schatz" und einer "kostbaren Perle" (Vgl. Mt 13,44-46). Wer sie gefunden hat, verkauft seinen ganzen Besitz, um den Acker zu kaufen in dem der Schatz verborgen ist, oder um die Perle zu kaufen. Das Reich Gottes als Ziel' das das Christkönigsfest uns vor Augen führt, ist für die Gläubigen eine ständige Herausforderung. Denn um am Wachstum des Gottesreiches zu arbeiten und sich in die Logik des Gottesreiches hineinzubegeben, muss man sich bemühen, durch die enge Tür zu gelangen; das sind die täglichen Entscheidungen gegen den Strom, die von der Welt her gesehen Verlust und Benachteiligung einbringen. So ist es heute, so wird es immer sein. Wagen wir es, diese Herausforderung auf uns zu nehmen?
Der postmoderne Mensch scheint die Herrschaft Gottes über die Welt zu fürchten, und nicht selten weist er ihn mit Vehemenz zurück. Die irrsinnige Anmaßung einer Welt ohne Gott oder sogar gegen Gott macht sich immer mehr breit... Man bedenkt nicht, dass so eine Welt sich unvermeidlich in eine Welt gegen den Menschen verwandelt. Das Zweite Vatikanum warnt davor: »Denn das Geschöpf sinkt ohne den Schöpfer ins Nichts [...] Das Geschöpf wird selbst durch das Vergessen Gottes unverständlich« (Gaudium et spes, 36). Papst Benedikt XVI. erinnert uns: »Die Sache mit dem Menschen geht nicht auf ohne Gott, und die Sache mit der Welt, dem ganzen Universum, geht nicht auf ohne ihn« (Regensburg, 12. September 2006). Weiter sagt er: »Wer Gott aus seinem Blickfeld ausschließt, verfälscht den Begriff "Wirklichkeit" und kann infolgedessen nur auf Irrwegen enden und zerstörerischen Rezepten unterliegen [...] Nur wer Gott kennt, kennt die Wirklichkeit und kann auf angemessene und wirklich menschliche Weise auf sie antworten« (Aparecida, 13. Mai 2007).
Heute ermutigt uns die Kirche, vor der Herrschaft Gottes keine Angst zu haben, die Tore unseres persönlichen Lebens, unserer Familien, der ganzen Gesellschaft weit für Christus und sein Evangelium zu öffnen. Der Herr selbst ist "der verborgene Schatz", die "kostbare Perle", wofür es sich lohnt, alles herzugeben... Wenn wir heute zu Gott flehen: »Dein Reich komme!«, dann nehmen wir die Einladung der Kirche an, in der Welt, in der wir leben, Mitarbeiter und Zeugen des Reiches Gottes zu sein.

3. Selbst in dieser so gottvergessenen Zeit fehlt es nicht an Menschen - Männern und Frauen, Jugendlichen und Erwachsenen -, die sich ganz ergreifen lassen von der Schönheit des Reiches, das Christus gegründet hat. Ich denke an die vielen vom Heiligen Geist hervorgerufenen Charismen in der Kirche von heute, aus denen eine wahre Blüte kirchlicher Bewegungen und neuer Gemeinschaften aufgebrochen ist. Johannes Paul II sah in ihnen ein großes Hoffnungszeichen für die Kirche und für die ganze Menschheit, und der Heilige Vater Benedikt XVI. identifiziert sie mit dem ständigen Einbruch des Geistes, der das Leben der Kirche erneuert. Es sind wahre "Werkstätten" eines frohen Glaubens voller Begeisterung, - Stätten, wo viele die Schönheit des Christseins entdecken. Zu diesen neuen Vereinigungen zählt auch die Gemeinschaft Sant'Egidio, die heute des 40. Jahrestags ihrer Entstehung in Rom 1968 gedenkt. In jenen stürmischen Jahren ließen sich viele Jugendliche von falschen Ideologien und tragischen Trugbildern verführen. Eine kleine Gruppe von Achtzehnjährigen tat sich in Trastevere unter Führung des gleichaltrigen Andrea Riccardi zusammen und entschloss sich, einen anderen Weg einzuschlagen, nämlich auf die Person Jesu Christi zu setzen und auf die Kraft seines Wortes im Evangelium. Auf diesem Weg begegneten sie schon bald den Armen, jenen geringsten Brüdern, die der Herr selbst uns ans Herz legt. Gerade in jenen, die uns zu lieben nicht so leicht fällt, will der Herr von uns geliebt werden! Wie weit ist der Weg, den sie seither zurückgelegt haben! Aus dem kleinen Senfkorn ist eine Gemeinschaft entstanden, die in mehr als achtzig Ländern in allen Kontinenten vertreten ist. Wie unergründlich sind Gottes Wege! Wie sehr müssen wir den Herrn danken für die Früchte, die die Gemeinschaft Sant'Egidio in diesen vierzig Jahren im Leben der Kirche, im Leben unzähliger Personen und in der Welt gebracht hat. Schauen wir nur auf die Initiativen, die all jenen Armen gelten, die das Antlitz der Ausgestoßenen tragen, der alleingelassenen alten Leute, der Obdachlosen, der Stadtstreicher, der Einwanderer. Denken wir an den großzügigen Einsatz zur Förderung des ökumenischen Dialogs - im Geiste von Assisi -und des interreligiösen Dialogs in der globalisierten Welt und in Gesellschaften, in denen immer mehr verschiedenste Völkergruppen und Kulturen aufeinander treffen. Denken wir an die Bemühungen zur Förderung des Friedens und der Wiederversöhnung in Ländern, die von Bruderkriegen zerrissenen wurden und werden.
Eine weitere und sehr bedeutungsvolle Dimension des Lebens der Gemeinschaft Sant'Egidio kam zutage durch den Besuch Benedikts XVI. in der Kirche des Heiligen Bartholomäus auf der Tiberinsel, der zugleich der Höhepunkt der römischen Feiern zum vierzigsten Jahrestag war. In jener Kirche hat sich die Gemeinschaft Sant'Egidio das Ziel gesetzt, das Gedächtnis der vielen Märtyrer unserer Zeit zu hüten. Und mit den Märtyrern aller Zeiten erinnern sie uns daran, dass die Jüngerschaft Christi radikale Entscheidungen einschließt und dass sie - so wie es beim Meister war - häufig bedeutet, "Zeichen des Widerspruchs" zu sein. Dies ist eine wichtige Lektion für uns alle. Bei dieser Gelegenheit gab der Heilige Vater beim Abschied der Gemeinschaft Sant'Egidio den Auftrag: »Das Beispiel der Märtyrer, derer wir gedacht haben, möge weiterhin eure Schritte lenken, damit ihr wirkliche Freunde Gottes und echte Freunde der Menschheit seid. Fürchtet nicht die Schwierigkeiten und Leiden, die diese missionarische Aktion mit sich bringt, denn sie gehören zur Logik des mutigen Zeugnisses der christlichen Liebe« (Ansprache am 9. April 2008).
Danke für das, was Ihr seid und für das, was Ihr tut für die Sendung der Kirche in Deutschland!


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