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19 Februar 2009

Genua: Andrea Riccardi wurde das "Silberne Siegel" und der Preis für internationale Solidarität und Frieden verliehen

 
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Am Mittwoch, den 18. Februar, hat die Regionalversammlung von Ligurien in Genua Andrea Riccardi das "Silberne Siegel" und den Regionalpreis für Solidarität und Frieden verliehen.

Der Preis ist die höchste Auszeichnung der Region und wurde eingerichtet, um "Personen oder Subjekte auszuzeichnen, die besondere Initiativen im Bereich Entwicklungshilfe und Sensibilisierung für internationale Solidarität und Frieden organisiert und durchgeführt haben". Zuvor wurde er nur einmal im Jahr 2001 an Chiara Lubich verliehen, der Gründerin der Fokolarbewegung.

In diesem Jahr wurde entschieden, ihn an Andrea Riccardi, dem Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio, zu verleihen. Es wurde gesagt, dass "er ein angesehener Gesprächspartner für den Dialog und den Respekt unter den verschiedenen Religionen und laizistischen Kulturen geworden ist: Dialog und Respekt zum Aufbau einer gemeinsamen Kultur des Zusammenlebens".


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Presseerklärung der Region Ligurien:

Die Friedensarbeiter ausgezeichnet
«Der Krieg ist der Vater aller Armut»

Andrea Riccardi, der Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio, wurde mit dem "Silbernen Siegel" und dem Regionalpreis für internationale Solidarität und Frieden ausgezeichnet. Giacomo Ronzitti: "Sie machen Frieden und Gerechtigkeit möglich"; Claudio Burlando: "Eine Gemeinschaft, die viel gibt und wenig fordert". Riccardi: "Die Krise läuft Gefahr, Gewalt auszulösen, eine große Verantwortung für alle, die eine falsche Sprache gebrauchen, wir werden die Anfragen der Krise nur gemeinsam beantworten, sonst verlieren wir gemeinsam". Zum Einsatzfeld der Gemeinschaft gehört die Behandlung von 60.000 AIDS-Kranken in Afrika.

Heute Nachmittag ist im Beisein zahlreicher Vertreter aus Gesellschaft, Kirche und Militär die sechste außergewöhnliche gesetzgebende Versammlung von Ligurien zusammengetreten um Andrea Riccardi, dem Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio, den Regionalpreis für internationale Solidarität und Frieden und das "Silberne Siegel" zu verleihen. Nach dem Grußwort des Präsidenten des Regionalrates, Giacomo Ronzitti, hielten der Vorsitzende des Stadtrats, Claudio Burlando, und Professor Andrea Riccardi Reden. Zum Abschluss überreichte Präsident Burlando Professor Andrea Riccardi den Regionalpreis, der denen gewidmet ist, die sich in besonderer Weise auf dem Gebiet der internationalen Solidarität und des Friedens eingesetzt haben. Präsident Ronzitti hat dem Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio auch das "Silberne Siegel" überreicht, die höchste Auszeichnung des Regionalen Rates von Ligurien.

Die Rede des Ratspräsidenten Giacomo Ronzitti
Der Präsident der gesetzgebenden Versammlung, Giacomo Ronzitti, hat auch im Namen des Regionalrates seine Dankbarkeit und Hochachtung für die Mitarbeiter der Gemeinschaft Sant'Egidio und ihren Gründer Andrea Riccardi zum Ausdruck gebracht:
"Zur Grundlage des unermüdlichen sozialen und gesellschaftlichen Einsatzes der Gemeinschaft Sant'Egidio gehört die Überzeugung, dass jede Religion in sich eine Botschaft der Liebe und des Friedens enthält. Die Integralismen dagegen verherrlichen Gewalt und leugnen den anderen. Auch auf diesem heiklen und schwierigen Feld ist die Gemeinschaft Sant'Egidio ein angesehener Gesprächspartner geworden und fördert den Dialog und die Achtung unter den verschiedenen Religionen und laizistischen Kulturen: Dialog und Respekt zum Aufbau einer gemeinsamen Kultur des Zusammenlebens".
Danach betonte der Präsident der gesetzgebenden Versammlung, Ronzitti, dass "die Verbreitung alter und neuer Fundamentalismen jeden Tag in dramatischer Weise bezeugen, wie groß das Bedürfnis nach dem seltenen und wertvollen Werk dieser Gemeinschaft von bewussten Friedensarbeitern ist, wie sie uns gelehrt haben, dass "der Krieg der Vater aller Armut ist".

Die Rede des Stadtratvorsitzenden, Claudio Burlando
Der Vorsitzende des Stadtrats, Claudio Burlando, hat an die über zwanzigjährige Beziehung zur Gemeinschaft Sant'Egidio erinnert: "Bei sehr vielen Gelegenheiten sind wir uns begegnet, die alte Menschen, Nomaden, Asylbewerber betreffen. Sie standen immer auf der Seite der Schwächeren. Daneben gibt es einen besonderen Punkt: Sant'Egidio hat eine ganz andere Sprache in Umlauf gebracht, als man heute hört und erlebt. Die Verantwortung der Politik ist nicht gering. Durch ihre Schwäche meint die Politik, Zustimmung durch Leitworte zu erreichen, die sich gegen jemanden wenden und nicht für jemanden sprechen. Es ist, als ob die Politik nur an die kurzfristige Zustimmung denkt. Wenn man die Homepage der Gemeinschaft Sant'Egidio öffnet, beeindruckt dagegen der umfassende Gebrauch des Wortes Freundschaft in all seinen Facetten".
Dann verkündete der Vorsitzende des Stadtrats: "Als Stadtrat werden wir im Bereich des regionalen Gesetzes über die Entwicklungshilfe, die internationale Solidarität und den Frieden eine Initiative der Gemeinschaft Sant'Egidio zur Prävention und Behandlung von HIV-AIDS in Guinea Conakry finanzieren. Es handelt sich um das DREAM-Programm (Drug Resources Enhancement against AIDS and Malnutrition), das Therapie und Prävention mit ausgezeichneter Qualität in Diagnostik und Behandlung vereint und Zugang dazu vermittelt. In diesem Projekt werden 650 Patienten aufgenommen und erhalten 3.250 Personen Gesundheitserziehung. Vor acht Jahren wurde dieser Preis an Chiara Lubich von der Fokolarbewegung verliehen und diente dazu, die Aufbau einer Poliambulanz in Afghanistan zu finanzieren".

Die Rede von Professor Andrea Riccardi
Professor Andrea Riccardi begann damit, dass er sich geehrt fühle und gerührt sei. "Seit langer Zeit kenne ich die Sensibilität der Institutionen und Kultur Genuas. Hier reifte der Tag des Gedenkens heran als ein Einsatz für den Frieden. Die Kultur des Friedens ist kein Ritual. Man muss sie mit Leben erfüllen und den Wert des Friedens an die jungen Generationen weitergeben. Wie Präsident Ronzitti sagte, ist der Krieg der Vater aller Armut. Der Frieden ist eine innerliche Angelegenheit. Er ist eine kosmische Tatsache".
Dann sprach Riccardi weiter und betonte, dass diese Anerkennung eine persönliche Ehre sei, dass er jedoch überzeugt sei, sie müsse der Gemeinschaft Sant'Egidio zugeschrieben werden. "Wenn wir nicht eine Gemeinschaft wären, hätte ich nur wenige Ideen, ich würde nur wenige Erfahrungen machen und könnte nur wenig geben. Der Preis ist der Gemeinschaft Sant'Egidio von Genua zuzuschreiben und deshalb möchte ich Andrea Chiappori grüßen. Die Gemeinschaft von Genua hat die Türen für die Schwachen immer offen gehalten. In diesem Sinn steht die Gemeinschaft von Genua mit einer langen kulturellen Tradition Liguriens in Verbindung. Hier hat Sant'Egidio eine besondere Atmosphäre verspürt und sich daher entwickelt. Deshalb möchte ich unbedingt der Region für den Einsatz für die Behandlung von AIDS danken. Es ist ein Skandal, dass Tausende von Menschen in Afrika sterben. Wir betreuen heute 60.000 Menschen auf Kosten von Sant'Egidio. Wir erleben einen langen Winter durch die Wirtschaftskrise in unserem Land. Ich habe große Angst, dass der Friede in unseren Peripherien und Städten in Frage gestellt wird. Wir alle sind zu einem großen Gespür für Verantwortlichkeit berufen. Ich bin sehr froh, das unsere Auszeichnung mit der großen Chiara Lubich in Verbindung steht. Wir bemühen uns, Menschen zu sein, und Ihre Unterstützung bestärkt uns, dass wir auf den richtigen Weg sind".


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