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16 Januar 2010

Pressemitteilung: 17. Januar - Welttag der Migranten

 
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Initiativen in ganz Italien, um neu mit dem Zusammenleben zu beginnen
(Mailand, Rom, Florenz, Livorno, Genua, Novara, Turin, Savona, Neapel, Parma, Padua, Triest, Reggio Calabria, Bari, Catania, Messina, Palermo)
 
Anlässlich des Welttages der Migranten am 17. Januar organisiert die Gemeinschaft Sant'Egidio in Rom, in Italien und vielen europäischen Ländern Gebetstreffen und Feste, um das friedliche Zusammenleben und Kennenlernen von einheimischen und ausländischen Bürgern zu fördern.
Papst Benedikt XVI. sagte vor wenigen Tagen: "Ausgangspunkt ist die Bedeutung der Person! Ein Immigrant ist ein menschliches Wesen, er hat eine andere Herkunft, Kultur und Tradition, doch er ist eine Person, die geachtet werden muss und Rechte und Pflichten hat (...) Ich rufe auf, in das Gesicht des anderen zu schauen und zu entdecken, dass er eine Seele, eine Geschichte und ein Leben hat - er ist eine Person - und dass Gott ihn liebt, wie er mich liebt" (Angelus vom 10. Januar 2010).
Nach den Gewaltepisoden der vergangenen Tage in Rosarno müssen alle (Verantwortliche der Institutionen, Politik und Kultur und jeder Mensch) noch mehr dafür arbeiten, Menschlichkeit und Respekt für die Bürger in der Stadt, am Stadtrand und im ganzen Land aufzubauen.
Um eine Kultur der Gastfreundschaft und des Dialogs aufzubauen, muss bekräftigt werden, dass die Migranten für die Gastländer eine Ressource darstellen. Das gilt für viele italienische Familien, denn viele alte Menschen können durch die Hilfe ausländischer Frauen in Ruhe in ihrer Wohnung leben und bleiben. Die ausländischen Arbeiter tragen beträchtlich zur wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes bei.
 
Welttag der Migranten und Flüchtlinge (2010)
"Die minderjährigen Migranten und Flüchtlinge"
Die Botschaft zum Welttag der Migranten 2010 beschäftigt sich mit den Minderjährigen, den ausländischen Kindern, den Kleinen. Man muss beim Thema der Immigration und einer offeneren Sichtweise, die auf die Zukunft ausgerichtet ist, von den Kindern ausgehen.
Heute leben in Italien fast 900.000 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, von denen 520.000 in Italien geboren sind, Italienisch sprechen, die Schule besuchen (7% aller Schüler), zu den Pfarreien gehören und mit ihnen beten (die Mehrzahl kommt aus christlichen Familien). Mit den Kindern und Jugendlichen ihres Alters - die von Italienern abstammen - teilen sie Wünsche, Probleme, Träume, Lebensweisen und Ängste um eine Staatsbürgerschaft und die sich bildende Identität, deren vollständige Entwicklung den Erwachsenen von heute anvertraut ist.
Häufig sprechen die Kinder und Jugendlichen die Sprache ihres Herkunftslandes nicht: sie haben verschiedene italienische Akzente. Italien ist ihr Land, wo sie geboren und aufgewachsen sind, das einzige Land, mit dem sie sich wirklich identifizieren können, wenn sie nicht ausgegrenzt werden.
 
Die Gemeinschaft Sant'Egidio macht folgende Vorschläge:
- Verleihung der Staatsbürgerschaft bei der Geburt, wenn das Kind in Italien geboren wird von ausländischen Eltern, die schon eine Aufenthaltsgenehmigung besitzen und konkret darlegen, dass sie sich in die italienische Gesellschaft integrieren wollen.
- Für Minderjährige, die im Ausland geboren sind, sollen zur positiven Integration angemessene Modalitäten zum Erwerb der Staatsbürgerschaft schon vor dem Erwachsenwerden geschaffen werden; auch für junge Erwachsene, die als Minderjährige zugewandert sind, sollten angemessene Verfahren zur Einbürgerung geschaffen werden.
- Mit der Staatsbürgerschaft soll nicht in anachronistischer Weise der Verzicht mit der Herkunftsstaatsbürgerschaft verbunden sein, außer wenn dringende, spezifische und außergewöhnliche Erfordernisse der Außenpolitik und des nationalen Interesses dem entgegen stehen.
- Auf die, die schon im Kindesalter in Italien gelebt haben und unter dem Gesetz Nr. 91/1992 erwachsen wurden, sollen übergangsweise die neuen Vorschriften zur Staatsbürgerschaft für Minderjährige angewandt werden.

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