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Unterstützung der Gemeinschaft

  
4 Mai 2010

Die Kinder der Schulen des Friedens von Genua überreichen dem Präsidenten der italienischen Republik, Giorgio Napolitano, einen Brief über die Staatsbürgerschaft für von ausländischen Eltern in Italien geborenen Kindern

 
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Präsident Napolitano hat zum 150. Jahrestag des "Zuges der Tausend" Genua besucht und dabei eine Delegation der Kinder und Jugendlichen der Schulen des Friedens der Gemeinschaft Sant'Egidio von Genua empfangen, die ihm einen Brief überreichten, in dem sie um Überstützung für die Kampagne "Made in Italy" bitten. Darin wird die Staatsbürgerschaft für von regulär in Italien lebenden Ausländern geborene Minderjährige gefordert, sowie für die Kinder, die sehr jung nach Italien kamen und dort die Schule besucht haben.
 
Die Geste Napolitanos zum Beginn der Feiern zum 150. Jahrestag der Einheit Italiens ist von Bedeutung gegenüber den Italienern der heutigen Zeit und der Zukunft. Denn viele Jugendliche haben Wurzeln in der Ferne und möchten sich gern für den Aufbau der Zukunft Italiens einbringen.
 

DER BRIEF; DER DEM PRÄSIDENTEN ÜBERREICHT WURDE

Sehr geehrter Herr Präsident,
wir sind Kinder und Jugendliche, die in Italien leben. Unsere Gesichter und Geschichten sind sehr unterschiedlich, wie auch die Kulturen unserer Familien unterschiedlich sind. Wir besuchen gemeinsam die Schule des Friedens der Gemeinschaft Sant'Egidio, in der wir gelernt haben, dass wir uns nicht damit zufrieden geben können, Jugendliche, die anders sind als wir, nur zu ertragen und zu respektieren, sondern dass wir Freunde werden können.
Wir haben die Entdeckung gemacht, dass das Gesetz einige von uns nicht als italienische Bürger ansieht, weil ihre Eltern in einem anderen Land geboren wurden. Es ist richtig, dass unsere Mütter und unsere Väter vor einigen Jahren eine lange Reise gemacht haben, um nach Italien zu kommen. Unsere Großeltern leben noch in fernen Ländern, wir telefonieren mit ihnen, auch wenn wir teilweise ihre Sprache kaum noch verstehen. Lag unsere Vergangenheit auch in Lateinamerika, Afrika oder Asien, so leben wir unsere Gegenwart hier in Europa und stellen uns unsere Zukunft auch hier vor.
Wir sind in Italien geboren, hier in diesem Land sind unsere Freunde, wir fühlen uns hier zuhause. Wir essen gern Pizza und Spaghetti, mindestens so gern wie Kebab und Kouskous, vor vier Jahren bei der Weltmeisterschaft haben wir mitgejubelt über den Sieg unserer Fußballnationalmannschaft! Wir fühlen uns wirklich nicht anders als die anderen.
Sehr geehrter Herr Präsident,
vor einhundertfünfzig Jahren fuhr genau von dieser Stadt der "Zug" ab, der unterschiedlichen Menschen denselben Namen als Italiener gab: ein Traum wurde Wirklichkeit.
Noch achtzig Jahre später kämpften andere Italiener, um nicht auf diese Einheit zu verzichten und einen anderen gemeinsamen Traum zu verwirklichen: Freiheit und Demokratie.
Wir sind klein, aber vor Ihnen als Vertreter dieses Landes möchten wir sagen, dass auch wir heute einen Traum haben. Für uns ist das Leben als Italiener nicht nur eine Frage von Dokumenten, sondern eine Liebe zu diesem Land und ein Wunsch nach Engagement, um es besser zu machen. Es ist ein neuer Kampf für die Einheit und die Freiheit, ein neuer Kampf, den wir gewaltlos führen möchten, nur mit den Waffen von Dialog und Freundschaft. Wir träumen von einem Italien, das nicht mehr durch Individualismus verwundet wird, nicht mehr in Fraktionen gespalten ist, nicht mehr vor dem erschrickt, der anders ist. Ein Italien, das fähig ist, den aufzunehmen, der es gern hat - unabhängig von der Hautfarbe - der für das Wohl aller arbeiten möchte.
In diesem Wir fühlen wir uns wirklich schon als Italiener, Herr Präsident, doch wir möchten, dass wir und viele Kinder und Jugendliche wie wir von allen als Staatsbürger anerkannt werden. Dann wären wir glücklich und stolz. Deshalb setzten wir uns als Jugendliche und Erwachsene der Schule des Friedens der Gemeinschaft Sant'Egidio in diesen Monaten dafür ein, die öffentliche Meinung zu sensibilisieren, damit bei einer Neufassung des Gesetzes zur Staatsbürgerschaft unser Lebensschicksal berücksichtigt wird. Wir besitzen keine bedeutenden Mittel, unsere Kräfte sind begrenzt: wir benötigen Ihre Hilfe! Deshalb bitten wir um Ihre Freundschaft, und schon die Tatsache, Ihnen zu begegnen, ist für uns eine sehr große Ehre: Auch wenn wir noch keine italienischen Staatsbürger sind, sind Sie - wenn Sie erlauben - für uns schon unser Präsident!


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