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29 Oktober 2010

Kultur und Frieden: Eine Konferenz in Paris über "Die Roma und Europa: Antiziganismus und Zukunft"

 
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Auf Einladung der Gemeinschaft Sant'Egidio fand am Donnerstag, 21. Oktober 2010, in Paris in den Salle des Actes de l'Institut Catholique eine Konferenz zum Thema "Die Roma in Europa: Antiziganismus und Zukunft" statt.
Nachdem sich im Sommer die Lebensbedingungen der Roma in Frankreich durch zunehmend gegen Roma gerichtete politische Reden, verstärkte Kontrollen, Schließung von Lagern und Ausweisungen verschlechtert haben, brachten die Redner ihre Ablehnung gegen die Verallgemeinerungen der vergangenen Monate, gegen die Überzeichnung von Ungerechtigkeiten und die tiefen Wurzeln von Antiziganismus in Frankreich und Europa zum Ausdruck. Sie zeigten zudem mögliche Lösungen für eine gemeinsame Zukunft auf.
Vor einem aufmerksamen und interessierten Publikum, das überwiegend aus Studenten bestand, erinnerte Paolo Ciao, der Verantwortliche für die Aktivitäten für Roma und Sinti von der Gemeinschaft Sant'Egidio aus Rom, an den Einsatz der Gemeinschaft für Romafamilien seit Beginn der 80er Jahre zunächst in Italien und dann in vielen Großstädten Europas, auch in Paris.
Die Erfahrung von Sant'Egidio zeigt, dass ein fruchtbarer Weg der Integration dieses verachteten europäischen Volkes möglich ist, das vor allem aus Kindern besteht, denn ca. 50% der europäischen Roma sind unter fünfzehn Jahre alt.
 Frederic Sarter, Dozent für Literatur und ehemaliger Schüler der École normale supérieure, und Lanna Hollo, eine Juristin und Expertin für Menschenrechte, wiesen auf die komplexe geographische und kulturelle Geschichte des "Mosaiks" der Romabevölkerungen hin, deren einzige Konstante leider die erlittenen Diskriminierungen im Verlauf der Jahrhunderte in verschiedenen Ländern darstellt.
Sie erinnerten an den schrecklichen Verlauf dieser Diskriminierung während des Zweiten Weltkriegs mit der Zwangsinternierung in Frankreich und vor allem der Deportation und Vernichtung durch die Nationalsozialisten von 200.000 bis 500.000 Roma und Sinti.
Schließlich berichtete Camille Orsoni, Studentin am Institut Catholique von Paris, über den Dienst der Gemeinschaft Sant'Egidio und der Studenten von "la Catho" für die Obdachlosen im Stadtzentrum von Paris, unter denen auch viele aus Rumänien immigrierte Romafamilien sind. Die konkrete Freundschaft und Treue eines regelmäßigen Dienstes haben die Härte des Lebens in den Bidonvilles der Peripherie des "grand Paris" gezeigt, aber auch den Wunsch der Eltern der Romafamilien zu leben, zu arbeiten, sich zu intergrieren und ihre Kinder zur Schule zu schicken, damit eine bessere Zukunft für sie möglich wird.

 


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