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21 März 2011

Malawi: Die Gemeinschaft Sant'Egidio beklagt länger andauernde und schwerwiegende Gewaltausbrüche gegen Kinder und alte Menschen, denen Hexerei vorgeworfen wird

 
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In den vergangenen Monaten ereigneten sich in Malawi schlimme Gewaltausbrüche, bei denen einige Personen ums Leben kamen, denen der Vorwurf gemacht wurde, sie seien von bösen Geistern besessen und müssten daher umgebracht werden. Ende Januar prügelten drei Männer Chrispin Kaetano, einen 12-jährigen Jungen aus Blantyre, zu Tode. Der Waisenjunge lebte bei seinen Onkeln, die ihn anklagten, er habe durch Hexerei einen Malariaanfall bei einem Familienangehörigen ausgelöst. Chrispin starb nach schweren Schlägen mit Holz- und Metallstöcken.

Am 21. Februar starb in Karonga im Norden des Landes Maureen Mbyale, eine junge Frau, der von der eigenen Familie ebenfalls vorgeworfen wurde, sie sei eine Hexe. Maureen lebte mit ihren Neffen, den Kindern eines Bruders, der im vergangenen Jahr verstarb. Als einer der von ihr betreuten Neffen stirbt und ein weiterer erkrankt, wird plötzlich ein Hexer zu Rate gezogen, der Maureen vorwirft, sie sei die Ursache des Unglücks. So reift die Entscheidung in der Familie, sie umzubringen. Sie wurde mit zertrümmerten Schädel aufgefunden.


PRESSEMITTEILUNG

Die Gemeinschaft Sant'Egidio ist seit über zehn Jahren in Malawi tätig und beklagt die schweren Gewaltausbrüche, die sich schon seit zu langer Zeit gegen Personen richten, denen Hexerei vorgeworfen wird. Als Katholiken sind wir besonders angesichts von unzulässiger Privatjustiz oder sogar von Lynchjustiz empört, die in einer Zivilgesellschaft keinen Platz haben dürfen und der vor allem alte Menschen und Kinder und damit die schwächsten Glieder der Bevölkerung zum Opfer fallen.

Wir sind fest davon überzeugt, dass angesichts der geschehenen Vergehen unbedingt eine Kultur verbreitet werden muss, die sich ausschließlich auf die zivile Justiz stützt, die sich bemüht, Vorurteile abzubauen, und alle Arten von Gewalt als Lösung für alle Arten von Streit und Problemen ablehnt. In den Schulen des Friedens, die unsere Gemeinschaft in verschiedenen Städten des Landes eröffnet hat, begleiten wir die Kinder beim Heranwachsen und vermitteln die Werte des Zusammenlebens und des Friedens. Wir erziehen sie dazu, dass kein Mensch Objekt von Gewalt werden darf, auch wenn er Irrtümer begangen hat und vor der Justiz schuldig geworden ist.

 
Ein Bild der Freundschaft
von alten Menschen und Jugendlichen
der Gemeinschaft in Malawi
 

Ein Kind darf niemals als Hexer angesehen werden und von provisorischen Stadtviertelgerichten mit gewöhnlichen Bürgern oder sogar innerhalb der Familie verurteilt werden.
Ein alter Mensch
darf niemals geschlagen und aufgrund desselben schlimmen Vorurteils umgebracht werden. Das hohe Alter ist ein Segen Gottes, kein Fluch. Wir kennen und besuchen wöchentlich Hunderte alter Menschen dieses Landes, sie sind für uns eine große Gnade. Viele von ihnen sind verlassen und brauchen Hilfe und Freundschaft. Wir müssen unsere alten Menschen achten, beschützen und lieben, denn sie bilden das Gedächtnis unseres Landes.

Die Gemeinschaft Sant'Egidio ist eine Vereinigung der katholischen Kirche und wirkt seit Jahren auch in Malawi. Sie bringt ihre Sorge über diese ungerechtfertigten Gewaltausbrüche zum Ausdruck und richtet an alle malawischen Bürgern einen eindringlichen Appell:
Arbeiten wir alle zusammen, um eine Kultur der Hilfsbereitschaft, der Achtung und des friedlichen Zusammenlebens zu schaffen und zu fördern.
Bauen wir gemeinsam ein Malawi ohne Angst und Gewalt auf!
Wer meint, das Böse durch Gewalt zu beseitigen, fügt dem Bösen nur weiteres Böses hinzu.
Wer von Gewalt versucht wird, um Probleme zu lösen, verletzt sich selbst und fügt dem eigenen Leben und dem Leben des ganzen Landes Böses zu.


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