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9 April 2011

Padua (Italien): Tagung der Gemeinschaft Sant'Egidio "Für eine menschlichere Stadt: Almosen und Gerechtigkeit"

 
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Am 4. April fand in Padua im Theologiestudiensaal des Heiligen Antonius die von der Gemeinschaft Sant'Egidio organisierte Konferenz zum Thema "Für eine menschlichere Stadt: Almosen und Gerechtigkeit" statt. Es ist ein unattraktives, jedoch aktuelles Thema wie die 150 Teilnehmer und auch die Anwesenheit des Bürgermeisters von Padua bewiesen haben.

Einleitend zur Konferenz erklärte Prof. Adriano Roccucci, der Generalsekretär der Gemeinschaft Sant'Egidio, dass diese Initiative aus der Sorge um das Leben und das Klima in der Stadt Padua entstanden ist und das Almosen immer als eine Gelegenheit der Begegnung mit dem anderen ansieht.

Mirko Sossai von der Gemeinschaft Sant'Egidio aus Padua betonte, dass parallel zur wachsenden Zahl von hilfsbedürftigen Menschen in vielen Orten im Norden Vorschriften und Erlasse gegen Almosen verfasst wurden. In rechtlicher Hinsicht wurde in Italien der Strafbestand des Bettelns 1999 abgeschafft. Er beschäftigte sich mit der Bedeutung des Almosens in Hinblick auf die Armutsbekämpfung, statt des Kampfes gegen die Armen. Es wurde der Wert einer persönlichen, spontanen und unentgeltlichen Geste betont in einer Gesellschaft, in der man nichts mehr umsonst tut. Diese Geste steht nicht im Widerspruch zu umfassenderem solidarischem Handeln.

Msgr. Franco Costa, der Bischofsvikar für Katechese und Schule, stellte in seinem Beitrag die These auf, dass eine menschlichere Stadt nur das Ergebnis einer fruchtbaren Spannung zwischen persönlichem Gewissen und Bedarf an sozialer Gerechtigkeit sein kann.

Pater Innocenzo Gargano, der Prior des Klosters San Gregorio al Celio in Rom und Professor für Theologie der Spiritualität an der Päpstlichen Universität Urbaniana, gründete seine Gedanken auf die Bedeutung des griechischen Begriffs eleos, von dem das Wort Almosen stammt. Es geht um eine Verbindung von Sorgfalt, Aufmerksamkeit und gleichzeitig innerlicher Anteilnahme, um ein Verhalten des Menschen oder Gottes zu beschreiben, das sich auf eine gegenseitige Beziehung gründet.

Umberto Curi, Philosophieprofessor an der Universität Padua, bezog sich ebenfalls auf die Herkunft des Wortes Almosen als Anteilnahme an einem Gemütszustand oder einem Lebensumstand und wies dann auf zwei konkrete Handlungsweisen hin. Die eine wird im Buch Tobit erwähnt: "Wende deinen Blick niemals ab, wenn du einen Armen siehst, dann wird auch Gott seinen Blick nicht von dir abwenden", die andere ist eine Überlegung zur Erfahrung eines Austausch im Rahmen eines Geschenks, der vollkommen im Widerspruch zur Organisation des aktuellen Lebens steht.

Don Luca Facco von der Diözesancaritas Padua betonte, dass das Almosen eine Geste ist, die immer eine Begegnung mit dem anderen voraussetzt. Daher machte er den Vorschlag, das Almosen ausgehend von den beiden Extremen, Abscheu oder Gelegenheit, zum Studienthema für die Kirche Paduas und die gesamte Bürgerschaft zu machen.

 

 

 


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