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8 August 2011 | BUDAPEST, UNGARN

In Budapest (Ungarn) erinnert die Gemeinschaft am Gedenktag des Pharrajimos, des Holocausts der Roma, an die Opfer des Antiziganismus

 
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Am 2. August versammelten sich die ungarischen Gemeinschaften von Sant'Egidio in der Herz-Jesu Kirche in Budapest zu einem ökumenischen Gebet am Gedenktag des Pharrajimos, des Holocausts der Roma. Es war auch der zweite Jahrestag der Ermordung einer Romafrau in Kisléta. In der Nacht vom 2. auf den 3. August 2009 wurde nämlich Mária Balogh getötet und ihre dreizehnjährige Tochter schwer verwundet. Es war das letzte einer Reihe von Tötungsdelikten, bei denen innerhalb von zwei Jahren sechs Roma und darunter ein Kind von 4 Jahren ums Leben kamen.

 

Das Gebet wurde vom Weihbischof von Esztergom-Budapest eröffnet, dem Verantwortlichen für die Pastoral der Roma, Msgr. Szélely János. Er brachte aufrichtige Anteilnahme und Mitgefühl am durch die Gewalttaten gegen die Roma verursachten Leid zum Ausdruck. Dabei hob er die unantastbare Würde des Menschen hervor, der nach dem Abbild Gottes erschaffen ist. Er rief auf, die Armen und Ausgegrenzten aufzunehmen und als Geschwister zusammen zu leben. Seinen Worten folgten die Ansprachen des reformierten Pastors, Dr. Balog Zoltán, dem Unterstaatssekretär für soziale Integration, und des evangelischen Bischofs Fabinyi Tamás.

 
Danach wurde an die Opfer der Übergriffe erinnerte, für die Kerzen entzündet wurden.
 
Auch einige Angehörige der Opfer von Tatársezntgyörgy und Nagycsécs und ein in Alsozsolca schwer verwundeter junger Roma nahmen an der Feier teil. Ihre Teilnahme machten das Gedenken besonders eindrucksvoll, das in einer allgemeinen Atmosphäre von zunehmender Gleichgültigkeit und Antipathie gegenüber den Roma in Ungarn ein Zeichen der christlichen Geschwisterlichkeit darstellte.
 
 
 
__________________________________________________ 
Dokument: Übergriffe auf Roma in Ungarn in den vergangenen Jahren
 
- Kurz nach Mitternacht am 21. Juli 2008 wurde in Galgagyörk, in der Nähe von Pest, auf drei Häuser geschossen, in denen Roma leben. Mehrere Kugel drangen durch Fenster und Wände der Zimmer
- Am 8. August 2008 wurden in Piricse im der Region von Szablocs-Szatmár-Bereg mit Benzin gefüllte Flaschen in ein Haus von Roma geworfen, die es in Brand steckten; es wurde auf eine Frau geschossen, die aus dem Haus floh, sie wurde am Bein getroffen
- In der Nacht des 5. September 2008 wurden in Nyiradony-Tamáspusztán sieben Erwachsene und vier Kinder angegriffen, während sie in einer Baracke schliefen
- In der Nacht des 29. September 2008 wurden in Tarnabod mehrere Häuser in Brand gesteckt, in denen alte Frauen, ein krankes Ehepaar und eine alte Frau mit ihrem Sohn in großer Armut lebten.
- Am 3. November 2008 wurde auf zwei Häuser in Nagycsécs in der Nähe von Miskolc geschossen. Es starben J őzsef Nagy im Alter von 42 Jahren und seine Schwägerin Éva im Alter von 40 Jahren.
- Am 15. Dezember 2008 wurde im Romaviertel von Alsozsolca ein Jugendlicher von 19 Jahren verwundet, während er im Hof seines Hauses Holz machte
- Am 22. Februar 2009 wurde in Tatárszentgyörgy in der Region von Pest ein Romahaus angezündet; Róbert Csorba und sein vierjähriger Sohn wurden erschossen und ein Kind von sechs Jahren schwer verwundet, während es versuchte, den Flammen zu entkommen
- Am 22. April 2009 wurde in Tiszalök Kóka Jen ő vor seinem Haus erschossen, während er zur Arbeit ging.
- In der Nacht vom 2. auf den 3. August 2009 wurde Mária Balogh, eine Romafrau von 45 Jahren, in Kisléta im Schlaf getötet und ihre 13jährige Tochter schwer verwundet
 

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