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22 August 2011 | BEIRA, MOZAMBIQUE

Europäische Jugendliche und afrikanische Kinder in Beira (Mosambik) bei einem Urlaub im DREAM-Zentrum von Manga Chingussura, der die Kontinente verbindet

 
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In Mosambik ist es Winter, manche sagen, es sei der kälteste Winter der vergangenen Jahre. In Beira, der zweitgrößten Stadt Mosambiks am Ozean, weht ein kalter Wind.

Trotzdem kommt eine Gruppe Jugendlicher der Gemeinschaft Sant'Egidio, wie es schon Tradition ist, nach Beira in den Urlaub, um besondere Ferientage mit Kindern zu verbringen, die im DREAM-Zentrum von Manga Chingussura behandelt werden. Dieser Ort liegt am Rand von Beira und besteht aus armen Schilfbaracken (canisso) ohne Strom, Wasser und andere Anlagen.

Beira und die umliegenden Orte sind sehr arm, es gibt kaum asphaltierte Straßen, wenige gemauerte Häuser. Im Bürgerkrieg lag die Stadt im Zentrum der Kämpfe, sie besitzt in Mosambik zu dem die höchste Infektionsrate von HIV/AIDS.

Im DREAM-Zentrum gärt es, es geht das Gerücht um, dass die Freunde aus Italien ankommen. Als wir dann in Manga ankommen, sind schon ca. fünfzig Kinder versammelt und begrüßen uns herzlich. Schon am frühen Morgen waren sie gekommen und warteten ungeduldig darauf, ihre Freunde aus der Ferne wiederzusehen.

"Wir treffen wieder Joanina, der es vor einem Jahr sehr schlecht ging, sie konnte wegen einer Infektion im Mund kaum essen, hatte eine schwere Lungenentzündung und war so schwach, dass sie nicht aus dem Bett aufstehen konnte. Sie hatte mit der dreifachen Therapie gegen HIV in unserer Ferienzeit begonnen.

Viele sagten damals, dass man kaum mehr etwas für sie tun könne, die Krankheit sei zu fortgeschritten. Doch die Aktivistinnen vom DREAM-Zentrum haben nach unserer Abreise nicht aufgehört, sie zu besuchen. Jeden Morgen brachte jemand die Medikamente vorbei, jetzt geht es Joanina ausgezeichnet. Sobald sie uns sieht, kommt sie gelaufen und umarmt uns fest. Sie möchte wissen, wann der Urlaub beginnt. Jetzt ist sie gesund und kann es nicht erwarten, dass die Spiele und Aktivitäten beginnen. Sie hat zugenommen und geht regelmäßig in die Schule. Sie sagt: "Ich war traurig, als ihr weggegangen seid, und dachte, dass ich euch niemals wiedersehen werde. Doch jetzt seid ihr hier, und ich weiß, dass ihr mich niemals verlassen werdet"

Wie viele Geschichten wie ihre gibt es! In diesem Jahr nehmen noch mehr Kinder am Urlaub teil. Wir lernen Vania kennen, sie ist gerade sieben geworden und auch krank. Sie geht nicht in die Schule und spricht nur den Dialekt ihres Dorfes. Sie lächelt nicht und schaut uns etwas ängstlich an. Am Ende des Urlaubs lacht sie nur noch, sie scherzt, spielt und grüßt alle auf Italienisch.

Wir treffen auch Samito wieder. Wir lernten ihn vor vier Jahren kennen. Er hatte beide Eltern durch AIDS verloren, kurz bevor er uns kennen lernte und an unserem Urlaub teilnahm. Dann trafen wir ihn nicht mehr, weil er in einem Heim weit weg von Beira lebte.

Nach vier Jahren treffen wir ihn nun wieder. Er trägt immer noch das Sweatshirt, das wir ihm damals schenkten, und erinnert sich an alle Namen und Lieder, die wir ihm beigebracht haben. Er sagt: "Das waren die schönsten Tage meines Lebens! Wie konnte ich sie vergessen?”

Für Samito und auch für viele andere Kinder sind diese gemeinsamen Tage wirklich die schönsten ihres Lebens, aber auch für die vielen Jugendlichen, die jährlich aus Europa kommen, weil sie ihre Ferien in Afrika verbringen möchten, und die dann von der Liebe und Zuneigung vieler Kinder umgeben sind.

 

 

 

 


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