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7 April 2012

München: Gedenken an die Märtyrer und Glaubenszeugen unserer Zeit

Bilder und Predigt von Bischof Sofian

 
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Am 2. April 2012 fand in München auf Einladung der Gemeinschaft Sant'Egidio ein Gedenken an die Märtyrer und Glaubenszeugen unserer Zeit statt. Den Vorsitz übernahm Prälat Lorenz Kastenhofer, zuständig für Orden und geistliche Gemeinschaften im Erzbistum München und Freising, die Predigt hielt Bischof Sofian von der orthodoxen Kirche Rumäniens. Auch viele Vertreter anderer christlicher Kirchen und Konfessionen nahmen an der ökumenischen Feier teil, unter anderem eine Gruppe der koptisch-orthodoxen Kirche mit ihrem Pfarrer.

Bürgersaalkirche, 2. April 2012

Bilder vom denken an die Märtyrer und Glaubenszeugen unserer Zeit in MünchenPredigt von Bischof Sofian

"Sehr geehrte Brüder und Schwestern in Christus,

es ist für mich eine Freude und eine Ehre die Einladung, heute Abend Ihnen ein Paar Gedanken bezüglich des Zeugnisses der alten und neuen Märtyrer durch Leben und Tod für Christus vorzutragen.

Die ganze Karwoche, die am heutigen Montag von der westlichen Christenheit begangen wird, richtet unsere Aufmerksamkeit im Hinblick auf das irdische, von äußerst viel Leiden geprägte Ende unseres Herrn Jesus Christus aus und erinnert uns gleichzeitig an die eschatologische Bedeutung des Osterfestes, die Feier der Auferstehung.

Besonders am Karfreitag, in der Frühen Kirche auch "Pascha des Kreuzes" genannt, lernen wir den Tag der Finsternis, den Tag des Bösen und der Sünde kennen. An diesem Tag haben "ganz normale" Leute geschrien: "Kreuzige Ihn!" , sie haben Christus bespuckt, gegeißelt, gequält, ans Kreuz genagelt und getötet, weil er ihr normales, bequemes, oft heuchlerisches Leben gestört hatte. Indem die Welt Christus - "die Wahrheit und das Leben"  - zum Tode verurteilt hat, verurteilte sie sich selber zum Tod. So stellen die Sünde, das Böse und der Tod auf weiterhin das Grundgesetz der Welt und unseres Lebens dar. Indem wir uns ihre Sünde und ihren Geist des Verrats Gottes in und durch unser Leben zu eigen machen, sind wir selbst auch verurteilt. Wir sind deshalb in dieser Woche und besonders am Karfreitag eingeladen, die Wirklichkeit des Bösen, der Sünde und des Todes in dieser Welt zu begreifen.

Bilder vom denken an die Märtyrer und Glaubenszeugen unserer Zeit in MünchenWeil Christus selber das Leben ist, hat der Tod keine Macht über Ihn gehabt. Indem der Tod Christus in seinem Reich empfing, wurde er von Ihm zerstört, sagt der Hl. Johannes Chrisostomos. Es ist uns allzu bekannt der Jubel der Freude der orthodoxen Christen zu Ostern, wenn sie wiederholt singen: "Christus ist von den Toten auferstanden. Er hat den Tod durch den Tod zertreten und denen in den Gräbern das Leben geschenkt!" . So wuchs aus dem Inneren der Niederlage ein wunderbarer Sieg, und der Tod Christi offenbarte sich als der endgültige Beweis der Liebe Christi zum Willen Gottes und für die Menschen, sowie seines Vertrauens und Gehorsams zu Seinem Vater. Dieser "Gehorsam bis zum Tod" , ein paulinischer Begriff so beliebt bei dem Hl. Basilius dem Großen, diese vollkommene Demut Christi stellt einen Grundstein seines Sieges über den Tod dar. Das bedeutet für uns, dass insofern wir in Gehorsam zum Willen unseres himmlischen Vaters, in Liebe zu Ihm und zu unseren Mitmenschen, Schwestern und Brüdern, wandeln, insofern wir nahe und teilhaftig am Quell des Lebens und der Liebe leben, besiegen wir auch durch diese Teilhaftigkeit die Macht des Bösen und des Todes und haben teil an der Auferstehung und dem ewigen Leben.

Bilder vom denken an die Märtyrer und Glaubenszeugen unserer Zeit in MünchenIn der frühen christlichen Kirche erfreuten sich die heiligen Märtyrer, die ihr Zeugnis für Christus mit ihrem Blut besiegelt haben, besonderer Ehre und Verehrung. Die ganze Heiligenverehrung hat ihren Ursprung in der Verehrung der Märtyrer. Die Kirche charakterisierte das Martyrium, den martyrischen Tod, als "Bluts-Taufe" und setzte es in Verbindung mit den Worten des Herrn, Der Seinen Tod am Kreuz als "Taufe" bezeichnete , und auch mit der Lehre des Hl. Apostel Paulus, der das Untertauchen der Gläubigen während des Taufgottesdienstes als Symbol der Teilnahme am Tod und der Auferstehung Christi betrachtete.

In den Zeiten der Verfolgungen spiegelten die Märtyrer den Gipfel des Glaubens an Gott, der Liebe und der Hingabe zu Ihm wider und waren so das Ideal der christlichen Vollkommenheit, denn die Märtyrer wurden als die echten Christen betrachtet, die in der Hoffnung auf ewige Gemeinschaft der Liebe mit Gott schlechthin leben. Aber ein Märtyrer bekennt sich zu Gott nicht nur während des blutigen Martyriums, sondern legt das Zeugnis (die Martyria) des Gewissens ab, er bringt sich selbst als Opfer dar von dem Moment, in dem er unerschütterlich an Gott glaubt und die ewige, volle Gemeinschaft mit ihm wünscht, was ihn zu einer gewissen Lebensweise und -Ausdruck führt. Es ist folglich die natürliche Konsequenz, wenn der Glaube verfolgt wird, dass ein solcher Mensch infolge des Zeugnisses seines Lebens verhaftet wird und bereit ist, für sein Credo auch zu sterben, nicht um des Todes, sondern des ewigen Lebens willen. Der Märtyrer lässt sich einfach nicht, wie der Hl. Ap. Paulus sagt , von der Liebe Christi und Gottes scheiden; nicht einmal die unbeschreibliche Folter oder sogar der biologische Tod vermögen dies. Er lebt einfach für die Liebe Gottes und für die ewige Gemeinschaft mit Ihm.

Bilder vom denken an die Märtyrer und Glaubenszeugen unserer Zeit in MünchenDie Früchte des martyrischen Zeugnisses der ersten christlichen Jahrhunderte führten dazu, dass die heidnische Welt im Kampf gegen die Kirche eine Niederlage erlitt. Aber Zeiten, in denen das Böse und die Sünde auch weiterhin das Grundgesetz der Welt mit mehr oder weniger Intensität darstellten, in denen die Menschen im Geist des Gottesverrates leben, wiederholten sich hin und wieder. Eine solche Zeit des offensichtlichen und brutalen Kampfes gegen Gott und gegen die an Ihn Glaubenden war im Osten Europas fast das ganze 20. Jahrhudert der kommunistischen Totalitarismen. Während dieser neuen Verfolgungen starb eine viel größere Zahl von Märtyrern und die Foltermethoden wurden zu einer diabolischen, grausamen, unmenschlichen "Finesse" entwickelt. Ioan Ianolide, einer der Überlebenden dieser blutigsten Christenverfolgungen aller Zeiten, welche in Rumänien unvorstellbare Ausmaße annahm, beschreibt wie folgt seine Erfahrungen in der Hölle der  kommunistischen Umerziehung: "Ich habe die schreckliche Erfahrung des Lebens jenseits der Grenzen des Erträglichen gemacht. Jahrelang wurde ich mit dem Tode bedroht. Ohne Unterlass wurde meine Seele von mir gefordert… Nur Gott allein bewahrte mich vor dem Fall, denn es gab keinen Menschen, der all den Quallen widerstanden hätte. Ich kämpfte mit meinen Gedanken, mit meinem Körper, mit der Welt. Am Ende dieser bitteren Erfahrung bleibt nur Christus lebendig, vollständig und ewig in mir. Meine Freude ist vollkommen: Christus. Ich habe mich Ihm zum Geschenk gemacht und Er machte mich zum Menschen. Ich kann Ihn nicht definieren, aber Er ist in allem. Ehre sei Christus, Gott und Mensch".

Bilder vom denken an die Märtyrer und Glaubenszeugen unserer Zeit in MünchenIm diesem Kampf gegen die Mächte des Bösen und in der gemeinsamen Hingabe an Gott schafften die Christen es oft, die konfessionellen Grenzen durch dieselbe christliche Martyria zu überschreiten. Eloquent ist das Beispiel des Valeriu Gafencu - als Heiliger der Gefängnisse bekannt -, ein Mensch, der im Gefängnis zu einer besonderen Nähe zu Gott angekommen ist. Diagnostiziert mit Tuberkulose und vor den Pforten des Todes bekommt er als Geschenk von einem Freund Streptomyzin, die Arznei, welche sein Leben hätte retten können. Statt die Arznei einzunehmen und sein Leben zu retten, schenkt er diese weiter an einen evangelischen Christen jüdischer Abstammung, Richard Wurmbrand. Er selber stirbt und Richard Wurmbrand wird genesen und überlebt auch die grausame Gefängniszeit. Die Heiligkeit von Valeriu Gafencu anerkennend und schätzend, sagte dieser einmal zu ihm: "Ich möchte in das Reich des Himmels durch das gleiche Tor eingehen wie Sie".

Alcune immagini della veglia di preghiera In ricordo di quanti in questi ultimi anni hanno offerto la loro vita per il VangeloDie Entdeckung dieser Märtyrer nach dem Fall des Kommunismus, sowie die christliche Martyria der Märtyrer aller Zeiten, können wir als einen Segen Gottes und als eine Pflicht für uns betrachten . Heutzutage gibt es an verschiedenen Orten Christenverfolgungen, und der Geist des Gottesverrats, die Macht des Bösen und der Sünde, der Tod sind leider so oft auch im Leben der Christen präsent. Versuchen wir diese Kräfte mit unserer Teilnahme an der lebenspendenden Vollmacht des von den Toten auferstandenen Christus zu besiegen! Mit Seiner Hilfe und Gnade können wir es schaffen! Schämen wir uns vor Ihm nicht, sondern versuchen wir wahrhaftig in Seinem Namen zu leben und zu lieben! Haben wir den Mut, durch das Beispiel unseres Lebens Zeugen für ein erfülltes Leben zu sein, für ein Leben in Gemeinschaft mit Gott und unseren Mitmenschen, für ein Leben im Dienst des Evangeliums, der Verbreitung dieser Guten Nachricht der Liebe, für ein Leben ohne Angst, sondern im Licht des Kreuzes und der Auferstehung zur ewigen Gemeinschaft mit diesem Gott, Der uns liebt, uns umarmt, uns zu Sich ruft, uns durch die Schönheit der Schöpfung, durch so viele Begebenheiten, durch so viele gute Menschen lächelt und alles für uns macht, damit wir ewig glücklich sind!

Ich werde mit einem Wort von Goethe schließen, das sehr oft von einem Vater im Kloster Sambata de Sus, wo ich in Rumänien gelebt habe, zitiert wurde: "Wo Glaube da Liebe, wo Liebe da Friede, wo Friede da Gott, wo Gott keine Not".

Ich wünsche Ihnen allen, liebe Mitchristen und Mitchristinnen, dass Sie teilhaftig sind an einem Leben in und zur Auferstehung!

Christus ist auferstanden! Ja, er ist wahrhaftig auferstanden!

Weihbischof Sofian von Kronstadt


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