Riccardi Andrea: auf dem web

Riccardi Andrea: auf sozialen netzwerken

Riccardi Andrea: pressespiegel

change language
sie sind in: home - news kontaktnewsletterlink

Unterstützung der Gemeinschaft

  
26 Juli 2012 | ROM, ITALIEN

Rom: Appell für Syrien - die in Sant'Egidio versammelte Opposition fordert eine politische Lösung

Syrische Vertreter am Ende der Friedensgespräche: "Unser Wille entscheidet über unser Schicksal. Mit eigenen Händen bauen wir unsere Zukunft auf"

 
druckversion

Appell

1.    Syrien erlebt die dramatischste Krise seiner Geschichte. Die Entscheidung für eine militärische Lösung lässt die Forderungen des Aufstands nach Freiheit und Würde für das syrische Volk unberücksichtigt. Das hat zu einer Ausweitung der Gewalt geführt, zu viele Menschenleben gefordert und umfassende Zerstörungen verursacht.

2.    Als Vertreter unterschiedlicher demokratischer Gruppen der syrischen Opposition, die im Inland und im Ausland tätig sind, haben wir uns bei der Gemeinschaft Sant'Egidio versammelt und richten diesen Appell an das syrische Volk, an alle betroffenen Parteien und an die internationale Gemeinschaft.

3.    Wir haben unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen. Wir haben für Freiheit, Würde, Demokratie und Menschenrechte gekämpft und kämpfen weiter dafür. Wir setzen uns für ein demokratisches und zivilisiertes Syrien ein, in dem alle in Sicherheit, ohne Angst und Unterdrückung leben können. Wir lieben Syrien. Wir sind uns bewusst, dass Syrien als Ort des Zusammenlebens verschiedener Religionen und Völker heute von einer tödlichen Gefahr bedroht ist, die der Einheit des Volkes, seinen Rechten und der Souveränität des Staates Schaden zufügt.

4.    Wir sind nicht neutral. Wir stehen auf der Seite des syrischen Volkes, das unter der Unterdrückung der Diktatur und ihrer Korruption leidet. Wir stellen uns unbedingt jeglicher Diskriminierung auf konfessioneller oder ethnischer Grundlage entgegen, egal von wem sie ausgeübt wird. Wir möchten ein Syrien, in dem jeder dasselbe Bürgerrecht besitzt. Wir möchten, dass Syrien eine Heimat für alle ist und auf der Grundlage der Gerechtigkeit das Leben und die Menschenwürde garantiert.

5.    Die militärische Lösung macht das syrische Volk zur Geißel und führt nicht zu einer politischen Lösung, die seine tiefen Sehnsüchte erfüllen kann. Gewalt führt zur Überzeugung, dass es keine Alternative zu den Waffen gibt. Doch die Opfer, die Märtyrer, die Verwundeten, die Gefangenen, die Verschollenen, die Entführten, die Masse der Flüchtlinge im Inneren und im Ausland fordern uns auf, die Verantwortung zu ergreifen und dieser Spirale der Gewalt Einhalt zu gebieten. Wir verpflichten uns zur Unterstützung aller Formen von friedlicher politischer Auseinandersetzung und zivilem Widerstand und zum Einsatz für eine neue Phase von Treffen und Konferenzen im Land selbst.

6.    Es ist nicht zu spät für eine Rettung unseres Landes! Obwohl wir das Recht der Bürger auf legitime Verteidigung anerkennen, bekräftigen wir, dass die Waffen keine Lösung sind. Die Gewalt und das Abgleiten in den Bürgerkrieg müssen vermieden werden, denn sie gefährden den Staat sowie die nationale Identität und Souveränität.

7.    Mehr denn je ist heute ein politischer Ausweg aus der dramatischen Lage von Nöten, in der wir uns befinden. Auf diese Weise können diejenigen die Ideale am besten verteidigen und ihre Ziele erreichen, die ihr Leben für Freiheit und Würde aufs Spiel setzen. Wir wenden uns an unsere Mitbürger von der Syrischen Befreiungsarmee und an alle anderen, die zu den Waffen greifen, und rufen dazu auf, sich am politischen Prozess zu beteiligen, um ein friedliches, sicheres und demokratisches Syrien aufzubauen.

8.    Wir dürfen nicht hinnehmen, dass Syrien zu einem Schauplatz von regionalen und internationalen Auseinandersetzungen verkommt. Wir glauben, dass die internationale Gemeinschaft die Macht und die notwendigen Fähigkeiten besitzt, um einen Konsens als Grundlage für einen politischen Ausweg aus der aktuellen dramatischen Krise herzustellen, der auf einem Waffenstillstand, dem Rückzug der militärischen Kräfte, die Befreiung der Gefangenen und Entführten, die Rückkehr der Flüchtlinge, Hilfen für die Opfer und umfassende Verhandlungen gegründet ist, von denen niemand ausgeschlossen wird und die zu einer wahren nationalen Versöhnung auf der Grundlage der Gerechtigkeit führen sollen.

9.    Wir glauben, dass die UNO die einzige internationale Organisation ist, die humanitäre Hilfen koordinieren und somit den leidenden Syrern sowohl in der Heimat als auch im Ausland Hilfen garantieren kann.

10.    Diesen Appell richten wir an alle Syrer, vor allem an die Jugendlichen: Unsere Zukunft bauen wir mit eigenen Händen auf. Gemeinsam können wir ein demokratisches, zivilisiertes, friedliches und pluralistisches Syrien schaffen. Wir wenden uns an alle Frauen und Männer, die für einen demokratischen Wandel in Syrien kämpfen, egal auf welcher Seite sie stehen: Er soll durch einen Dialog und eine Koordination unter uns stattfinden und in Syrien bald eine Übergangsphase zur Demokratie auf der Grundlage eines nationalen Bündnisses einleiten.

11.    Wir danken der Gemeinschaft Sant'Egidio für die Arbeit und die Unterstützung bei der Suche nach einer Lösung der nationalen Krise in Syrien und bitten sie, die Anstrengungen und Bemühungen, die vor uns liegen, weiter zu begleiten.

Rom, Sant'Egidio, 26. Juli 2012

 Appell auf Arabisch >

Video der Pressekonferenz:

italiano >

arabo >

 

LISTE DER UNTERSCHRIFTEN APPELL:

 

NCB ( National Coordination Body)
HAYTHAM  MANNA
ABDULAZIZ ALKHAYER
RAJAA ALNASER

DEMOCRATIC FORUM
FAIEZ SARA
MICHEL KILO
SAMIR AITA

WATAN Coalition
FAEK HWAJEH

DEMOCRATIC ISLAMIC GROUP
RIAD DRAR

Syrian Trade Union/ Women Syrian Activist
AMAL NASER

MAA Movement  (Together)
ALI RAHMOUN

BUILDING SYRIAN STATE
ANAS JOUDEH
RIM TURKMANI

WEST KURDISTAN  Assembly
ABDUSALAM AHMAD

NATIONAL BLOC
AYHAM HADDAD

HORAN RENCONTRES (FOR CITYZENSHIP)
UGAB ABOU SUEDE
SADA HAMZEH


 LESEN SIE AUCH
• NACHRICHTEN
13 Februar 2016

Syrien, das Abkommen von München ist ein Anfang, doch die Bombardierungen müssen aufhören

IT | ES | DE | FR | PT | CA
20 Juli 2016

Die Weltreligionen kehren nach Assisi zurück, um auf den Durst der Völker nach Frieden hinzuweisen

IT | ES | DE | FR | PT | CA | NL
15 April 2016
ROM, ITALIEN

Irak - nationale Versöhnungskommission in Sant'Egidio: Abkommen über eine gemeinsame Agenda zum nationalen Friedensprozess

IT | ES | DE | PT | CA | RU
15 Juli 2015
BRÜSSEL, BELGIEN

Sant'Egidio organisiert einen runden Tisch im Europäischen Parlament, um den Demokratisierungsprozess in der Zentralafrikanischen Republik zu unterstützen

IT | DE | PT
8 Oktober 2014

Besorgnis der Gemeinschaft Sant'Egidio wegen der Entführung des Priester Hanna Jallouf und der jungen Christen in Knayeh

IT | ES | DE | FR | PT
18 Oktober 2017

Einen Monat nach dem Religionstreffen von Münster wurden „Wege des Friedens“ auf vier Kontinenten eingeschlagen

IT | ES | DE | FR
all news
• DRUCKEN
13 Februar 2016
Avvenire

Sant'Egidio sulla Siria: un inizio, ma si fermino i raid. Intervista a Mauro Garofalo

17 November 2015
Radio Vaticana

Mons. Zuppi: argine al fanatismo e la cultura dell'incontro

16 September 2017
Famiglia Cristiana

La preghiera può spostare montagne di odio

21 Mai 2017
Deutsche Welle

Bundesregierung will Religionen stärker in die Pflicht nehmen

14 Dezember 2016
Vatican Insider

S.Egidio firma un protocollo con i Carabinieri su pace e diritti umani

22 September 2016
Agencia Latinoamericana y Caribeña de Comunicación

Sed de paz en La Habana

alle pressemitteilungen
• DOKUMENTE

''Entente de Sant'Egidio'': Political Agreement for Peace in the Central African Republic

Libya: The humanitarian agreement for the region of Fezzan, signed at Sant'Egidio on June 16th 2016 (Arabic text)

alle dokumente