Riccardi Andrea: auf dem web

Riccardi Andrea: auf sozialen netzwerken

Riccardi Andrea: pressespiegel

change language
sie sind in: home - news kontaktnewsletterlink

Unterstützung der Gemeinschaft

  
12 März 2013 | WÜRZBURG, DEUTSCHLAND

Seit 15 Jahren auch hier ein Gedenken an Verstorbene, die in Einsamkeit oder durch ein hartes Leben gestorben sind

Dem Vergessen entrissen, ein Licht für mehr Wärme und Menschlichkeit

 
druckversion

Vor dem Altar der Würzburger Marienkapelle sind rechts und links zwei Kerzenständer aufgebaut. Während Namen verlesen werden, gehen Einzelne aus ihren Bänken nach vorne, entzünden eine Kerze und stellen sie zu den anderen. Mehrere Hundert Freunde der Gemeinschaft haben sich versammelt: Junge und Alte, Menschen, denen man ansieht, dass es das Schicksal mit ihnen nicht gut gemeint hat, und viele ihrer Freunde. Sie alle sind der Einladung der Gemeinschaft Sant'Egidio gefolgt, in einem ökumenischen Gebet der einsam Verstorbenen zu gedenken.

In der reichen deutschen Gesellschaft spielt sich ein verborgenes Drama ab, wenn es um den Tod vor allem von einsamen und ärmeren Menschen geht: Wer denkt an mich, wenn es mir schlecht geht? Wer wird einmal an meinem Grab stehen? Diese Frage treibt nicht wenige Menschen heute um. Eine Antwort darauf ist häufig die Entscheidung zu einer anonymen Bestattung. Derzeit sind 5%,  in Großstädten wie Berlin, München und Hamburg sogar fast 50% aller Bestattungen anonym.

Dagegen möchte die Gemeinschaft Sant'Egidio eine Kultur des Lebens und der Freundschaft setzen, um diese Menschen dem Vergessen zu entreißen. Jeder Mensch ist ein Name, eine Geschichte, voller Träume und Hoffnungen und oft auch voll Leid und Sorgen. Seit nunmehr 15 Jahren lädt sie deshalb zum Gedenken an sie ein. Am 6. Januar 1998 starb der stadtbekannte obdachlose Straßenmusikant Fritz Werner Marschner - allein, am Würzburger Busbahnhof. Als "Wurzelsepp" bekannt, spielte er gern auf dem Würzburger Marktplatz mit seiner Ziehharmonika auf. Der Verstorbene hätte, wie immer in solchen Fällen, auf Kosten der Kommune kostengünstig in einem auswärtigen Massengrab ohne Aussegnung und Grabstein bestattet werden sollen. Als dies bekannt wurde, starteten einige Organisationen eine Spendenaktion. Mit deren Erlös konnte der "Wurzelsepp" auf dem Würzburger Hauptfriedhof bestattet werden, in einem Grab, in dem seitdem auch einige andere mittellose Menschen beerdigt werden konnten. Die Gemeinschaft Sant'Egidio kümmert sich in Zusammenarbeit mit den Kirchen vor Ort um solche Bestattungen.

Dieses Gedenken hat mittlerweile eine lange Geschichte und begann vor 30 Jahren in Rom: Damals starb die obdachlose Modesta Valenti am 31. Januar 1983 vor dem Bahnhof Termini im Alter von 71 Jahren, ohne Hilfe zu erfahren. Die Sanitäter hatten sich geweigert, sie mitzunehmen, weil sie schmutzig war.

 

Mehr als 300 Namen wurden in der Marienkapelle mitten auf dem Marktplatz verlesen - meist die von Bekannten, Freunden und Angehörigen der Anwesenden. Für Gott zählt jeder Mensch, sei er arm oder reich, berühmt oder vergessen - diese Botschaft kommt bei dem Gedenken zum Ausdruck. Nicht zuletzt erwächst hieraus Trost für alle, die hier beten. Auch ihr Name wird einmal zu hören sein, wenn sie nicht mehr sind. In dieser Begegnung wird eine neue Familie sichtbar, die vor allem auch in Leid und Einsamkeit Halt und Geborgenheit schenkt, damit niemand mehr allein sterben muss. Nach dem ökumenischen Gottesdienst versammeln sich alle Freunde zu einem gemeinsamen Essen im Haus der Gemeinschaft, um diese Freundschaft weiter fortzusetzen, die auch während des Jahres jede Woche beim Treffen der Freunde in der Mensa gepflegt wird.


 


 LESEN SIE AUCH
• NACHRICHTEN
16 Februar 2017
INDONESIEN

Sie werden nur als "Karrenmenschen" bezeichnet, für uns sind es jedoch Freunde

IT | ES | DE | PT | ID | HU
9 Februar 2017

Sant'Egidio feiert den 49. Jahrestag mit dem Volk der Gemeinschaft

IT | ES | DE | FR | PT | CA
8 Februar 2017

Sant'Egidio, 49 Jahre: Appell für eine Kultur des Friedens und der Solidarität mit den Armen #periferiealcentro (Peripherien im Mittelpunkt)

IT | ES | DE | FR | CA | RU
7 Februar 2017

Die Gemeinschaft Sant’Egidio wird 49 Jahre alt. Vielen Dank allen, die täglich diesen Traum durch #periferiealcentro (Peripherien in den Mittelpunkt) verwirklichen

IT | ES | DE | FR | PT | RU
1 Februar 2017
ROM, ITALIEN

Das Gedenken an Modesta war eine Hilfe, die Herzen zu berühren und das Leben vieler Menschen zu verändern

IT | DE | PT
18 Januar 2017
KIEV, UKRAINE

Sant'Egidio verteilt Essen auf der Straße bei -11 °C - warme Mahlzeiten und Decken retten das Leben der Obdachlosen

IT | DE | FR
all news
• DRUCKEN
23 Februar 2017
Main-Post

Abschiebung in die Ungewissheit

11 Februar 2017
Internazionale

Chi ha voglia di ascoltare le storie di chi vive per strada?

10 Februar 2017
Avvenire

Roma. Becciu: Sant'Egidio porta Cristo nelle periferie

10 Februar 2017
FarodiRoma

Sant’Egidio ricorda Modesta Valenti, “caduta per l’inaccoglienza”

10 Februar 2017
RomaSette.it

Becciu a Sant’Egidio: «I poveri siano sempre il vostro tesoro»

10 Februar 2017
L'Osservatore Romano

Una presenza vivace

alle pressemitteilungen
• GESCHEHEN
26 Februar 2017 | BARCELONA, SPANIEN

Liturgia en recuerdo de Rafael y Antonio y de todos los que han muerto en la calle

Alle sitzungen des gebets für den frieden
• DOKUMENTE

La GUÍA "DÓNDE comer, dormir, lavarse" 2016

alle dokumente
• BÜCHER

Milano, 30 gennaio 1944





Guerini e Associati

Elogio dei poveri





Francesco Mondadori
alle bücher