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Unterstützung der Gemeinschaft

  
20 Mai 2013 | KIGALI, RWANDA

Die Schule des Friedens als eine Brücke in einer gespaltenen Gesellschaft

Heute gibt es tiefere Spaltungen in der Gesellschaft durch wirtschaftliche Unterschiede als unter den Ethnien

 
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Die Gemeinschaft Sant'Egidio ist seit längerer Zeit in Ruanda anwesend. Die ersten Gruppen entstanden kurz nach dem schrecklichen Genozid von 1994, die ersten Dienste wurde für Waisenkinder und Straßenkinder organisiert, die Opfer dieser Gewalt des Völkermordes und der dadurch verursachten Flüchtlingsbewegungen geworden waren.

Heute hat sich Ruanda verändert, es ist ein relativ stabiles und strukturiertes Land, dessen Wirtschaft mit "chinesischen" Maßstäben wächst. Es gibt weniger Armut, die Wunden des Krieges scheinen verheilt zu sein. Auch die Gemeinschaft Sant'Egidio ist stabiler. In Kigali wurde ein schönes Haus der Gemeinschaft gebaut, während das Leben auf der Straße in Butare für die Kinder nur noch eine ferne Erinnerung ist, die durch das Patenschaftsprogramm unterstützt werden und in der Wohngruppe von Sant'Egidio leben, die ein Zufluchtsort mit menschlicher Wärme und Zukunftsperspektiven für sie geworden ist.

Doch auch in diesem sich wandelnden Land, das den toten Winkel der Unterentwicklung verlässt, gibt es noch Arme. Es gibt neue sozioökonomische Spaltungen anstelle der alten ethnischen Trennungen nach Identitäten, die nunmehr per Gesetz abgeschafft wurden. Reiche und Arme leben nebeneinander auf benachbarten Hügeln, doch es trennt sie das Schicksal. Die Gemeinschaft hat anfänglich für die Überwindung ethnischer Auseinandersetzungen und verhärteten Hasses gearbeitet, heute setzt sie sich ein, um den sozialen Zusammenhalt zu stärken und Brücken in einem Land zu errichten, das zu viele Gräben besitzt.

Dieser Einsatz geschieht mitten im Zentrum von Kigali im Haus der Gemeinschaft. In den Räumen sind seit fünf Jahren zwei Schulen des Friedens untergebracht - am Donnerstag für Straßenkinder und am Samstag für Kinder der öffentlichen Schule. Ihnen soll ein gemeinsames Schicksal durch Bildung, Zusammenleben und Zukunftsperspektiven ermöglicht werden.

Die Schule des Friedens, Ishuri rv'Amahoro auf Kinyarwanda, kümmert sich am Samstag vor allem um Kinder von Frauen, die in Kooperativen für die Kommune Reinigungsarbeiten mit sehr geringem Einkommen verrichten. Auf den Hügel des Hauses der Gemeinschaft, dem Kiovu cy'Abakire oder dem Kiovu der Reichen, kommen die Kinder aus dem benachbarten Kiovu cy'Abakene, dem Hügel der Armen. Durch dieses Zusammenkommen und Überbrücken der neuen Spaltungen im Land erkennt man schon eine andere und bessere Zukunft mit Garantien für alle.

Die Schule des Friedens wird damit zu einer hilfreichen Brücke zwischen zwei Stadtvierteln, die nur durch wenige hundert Meter voneinander getrennt sind. Es gibt jedoch die Gefahr, dass zwei unterschiedliche, wenn nicht gegensätzliche Welten entstehen. Hier soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass es nur einen Kiovu gibt, nämlichen den der Ruander.


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