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18 Mai 2013

Pfingsten 2013 - Das Zeugnis von Paul Bhatti

 
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Heiliger Vater,

liebe Freunde, es ist eine große Ehre und Freude, hier bei euch zu sein. Ich bin Papst Franziskus sehr dankbar, dass er mir die Gelegenheit gibt, mit euch allen über das Leid und die Hoffnungen der Christen in Pakistan zu sprechen.

In meinem Land sind die Christen eine kleine, sehr arme Minderheit. Der Glaube an Jesus, die Liebe zum Evangelium und die Einheit mit unserer Mutter Kirche sind unser einziger Reichtum. Oft leiden wir unter Diskriminierung, auch unter Gewalt wie neulich in Lahore, wo über 100 Häuser in einem christlichen Stadtviertel in Brand gesteckt wurden, indem man sich auf das Blasphemiegesetz berief. Dieses Gesetz wird häufig für persönliche Zwecke missbraucht. Wie die Jünger Jesu wollen wir Menschen des Friedens sein im Dialog mit unseren Geschwistern aus dem Islam und der anderen Religionen. Wir wollen durch Liebe und Barmherzigkeit unseren Glauben an Jesus bezeugen.

Das war das Zeugnis meines jüngeren Bruders Shahbaz Bhatti, der sein ganzes Leben für das Evangelium hingegeben hat. Er wurde mit 43 Jahren von Extremisten ermordet.

Shahbaz begann seine Mission für die Armen und Ausgegrenzten, als er die Schule in unserem Geburtsort Khushpur besuchte. An einem Karfreitag spürte der vor dem Kreuz Jesu die Berufung - ich verwende seine Worte - "auf seine Liebe zu antworten, indem ich unsere Brüder und Schwestern liebe, indem ich den Christen und insbesondere den Armen, Bedürftigen und Verfolgten in diesem Land diene".

Trotz Widerstände und Bedrohungen war er sein ganzes Leben lang seiner Sendung treu, den Armen nahe zu sein, die Liebe Jesu zu bezeugen und dafür zu arbeiten, dass sich in der gespaltenen und gewalttätigen Gesellschaft Pakistans Liebe und die Fähigkeit zum Zusammenleben verbreiten. Die Bedürftigen, Armen und Weisen "sind der verfolgte und bedürftige Teil des Leibes Christi", sagte er.

Er träumte von einem Pakistan ohne Diskriminierung und in Frieden, in dem die Gläubigen aller Religionen gleiche Rechte, Religionsfreiheit und gleiche Möglichkeiten für den Aufbau des Landes besitzen.

Als er Bundesminister für die Minderheiten wurde, arbeitete er für Harmonie, Toleranz und Gleichheit in einer freien Gesellschaft. Er hörte nie auf, an der Seite der Armen zu stehen. Als Pakistan von schweren Überschwemmungen und Erdbeben heimgesucht wurde, war Shahbaz dort bei den Leidenden.

Wir baten ihn, vorsichtig zu sein, weil sein Leben in großer Gefahr war. Doch er lächelte und sagte: "Ich begebe mich in die Hände Jesu, und er wird mich geschützten".

Sein Glaube nährte sich durch Gebet und ständige Schriftlesung. Jeden Morgen zog sich Shahbaz mindestens eine halbe Stunde mit seiner Bibel zum Gebet zurück, bevor er das Haus verließ.

Heute wird diese Bibel als wahre Reliquie hier in Rom in der St. Bartholomäusbasilika aufbewahrt, der Gedenkstätte an die neuen Märtyrer unserer Zeit, die meinen Freunden von der Gemeinschaft Sant'Egidio anvertraut ist, denen ich dankbar bin. Die Christen in Pakistan freuen sich, dass seine Bibel hier in Rom ist am Gedenkort an die neuen Märtyrer und in der Nähe des Gedenkens an die Apostel Petrus und Paulus.

Shahbaz Bhatti hat durch sein Blut Zeugnis für Jesus Christus abgelegt. Sein Leben und sein Glaube haben Frucht gebracht. Ich habe nach seinem Tod gesehen, wie viele Menschen ihn lieben: Christen, die in ihm Schutz und eine starke Stimme gefunden haben. Aber auch sehr viele Muslime, Menschen aus dem Volk, Gelehrte, Imam der Moscheen, Hindus und Sikhs, sie weinten und sprachen über ihn als einen Mann des Friedens und einen Mann Gottes. Sein tiefer Glaube hat sehr hohe Berge von Spaltungen in meinem Land überbrückt. Er hat eine Liebe gesät, die höher ist als diese Berge.

Seine Worte und Gesten haben den pakistanischen Christen Mut gemacht. Ich lebte im Ausland und bin jetzt in mein Land zurückgekehrt, um seine Mission zum Aufbau von interreligiöser Harmonie, Erziehung und Entwicklung der armen und ausgegrenzten Gruppen fortzusetzen.

Wie ich haben viele Männer und Frauen guten Willens sein Zeugnis aufgegriffen. Heute sind wir Christen in Pakistan weniger allein. Nach der Gewalt vor einigen Monaten haben wir die Solidarität anderer Religionsgemeinschaften erfahren, die mit Shahbaz einen Dialog begonnen hatten.

Ich möchte Sie, Heiliger Vater, um Ihr Gebet und Ihre Unterstützung bitten, damit wir die Mission von Shahbaz fortsetzen können und ein machtvolles Zeugnis für Christus ablegen, indem wir Hoffnung und Frieden bringen, damit alle geachtet und geliebt werden. Das Christsein verändert wirklich das Leben eines Volkes!

Heiliger Vater, ich habe immer Ihre Worte im Herzen, die sie am Gründonnerstag gesagt haben: "Lasst euch die Hoffnung nicht rauben". Ich möchte Ihnen sagen, dass wir Christen Pakistans nicht zulassen, dass Prüfungen und Schwierigkeiten unsere Hoffnung rauben, die auf die Liebe Jesu und auf den Glauben der Märtyrer gegründet ist. Wir werden das Evangelium der Güte, des Dialogs, der Feindesliebe und der Milde weiter bezeugen. Das ist unser Glaube und für diesen Glauben wollen wir leben. und wenn es nötig ist, auch sterben. Wie Shahbaz.

Liebe Freunde, ich bitte euch alle aus tiefsten Herzen um eure Nähe in der Kommunion und im Gebet mit uns Christen und dem ganzen Volk von Pakistan. das gibt uns Kraft und befreit uns von der Angst. Möge Gott unserem Land Frieden schenken und alle Menschen beschützen, die aufgrund ihres Glaubens unter Gewalt und Diskriminierung leiden.

Vergesst uns nicht!

Vielen Dank


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