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8 Juli 2013

Gedenken an Floribert

der Gemeinschaft Sant'Egidio von Goma im Kongo, der getötet wurde, weil er einem Korruptionsversuch widerstand, sechs Jahr nach seinem Tod

 
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In diesen Tagen begehen die Gemeinschaften Sant'Egidio auf der ganzen Welt den sechsten Todestag von Floribert Bwana Chui, einen Bruder der Gemeinschaft von Goma in Nordkivu, Demokratische Republik Kongo, der in der Nacht vom 8. auf den 9. Juli 2007 getötet wurde, weil er "Nein" zu einem Korruptionsversucht gesagt hat.

Seit einigen Monaten arbeitete Floribert als Kommissar für Transporte bei der OCC (Office Congolais de Contrôle), einer staatlichen Behörde, die Qualitätskontrollen an den in den Kongo eingeführten Waren durchführt. Der 26jährige junge Mann sollte verunreinigte Lebensmittel vernichten, die über die Grenze gebracht werden sollten. Es war eine heikle Aufgabe, auf ihn wurde Druck ausgeübt.
 

Als Ende Juni, Anfang Juli 2007 durch sein Büro verunreinigte Lebensmittel gefunden werden und die Vernichtung angeordnet wird, empfängt der Kommissar Korruptionsangebote und anschließend Drohungen, damit die für die Bevölkerung gesundheitsschädliche Ware durch die Grenze gelassen wird. Doch Floribert war mit der Kirche von Goma und der Gemeinschaft Sant'Egidio in der Schule des Evangeliums aufgewachsen. Er war davon überzeugt, dass das Gesetz Gottes geachtet werden muss auch auf Kosten der eigenen Existenz, daher beugte er sich nicht, leistete Widerstand und führt seine Arbeit durch.

Ein wichtiges Zeugnis stammt vom 2. Juli vor genau zwei Jahren. Floribert hat Sr. Jeanne, Cécile angerufen, mit der er seit langer Zeit befreutet war, eine Ärztin im Krankenhaus von Goma: "Floribert hat mich auf dem Handy angerufen. Es sei dringend, sagte er, er wollte mich unbedingt sprechen, er hatte gerade eine Drohung empfangen. Er fragte mich: ‚Ist es gefährlich, schon verfallene Lebensmittel in den Handel zu bringen?' Ich antwortete mit Ja, die Verdorbenheit führt zu chemischen Prozessen, die schädlich sind für den menschlichen Organismus. Dann bat ich ihn, mir die Sache besser zu erklären. Worüber sprach er denn? Da sagte er, dass man ihn bestechen wollte, damit er verunreinigte Lebensmittel nicht vernichtet, man hatte ihm zunächst 1.000 und dann sogar bis zu 3.000 Dollar angeboten. Doch er hatte abgelehnt: als Christ konnte er es nicht akzeptieren, das Leben so vieler Leute zu gefährden. Er sagte noch: ‚Das Geld wird schnell verschwinden. Doch wenn Menschen diese Lebensmittel zu sich nehmen, was wird aus ihnen?' Dann sagte er weiter: ‚Lebe ich in Christus oder nicht? Lebe ich für Christus oder nicht? Deshalb kann ich nicht akzeptieren. Besser sterben, als dieses Geld anzunehmen'. Das waren seine letzten Worte".

Floribert wurde getötet, weil er "Nein" zu einer wahrscheinlich verbreiteten Praxis sagt, weil er das gut geölte Getriebe gefährdete, das zahlreichen Tätern leichten und schnellen Gewinn verschafft, Händlern und anderen. Da er gegen die Korruptionsversuche und Drohungen derart Widerstand leistete, sodass es sogar zu einer regelrechten Herausforderung der Macht des Geldes und der Gewalt gekommen war, kommt der Gedanke auf, dass er besser zu beseitigen ist, um die profitablen Geschäfte von früher weiter ohne Probleme treiben zu können.

Der junge Mann hat seine Freiheit in einer extrem schwierigen Lage bewahrt. Er zeigte die Stärke des christlichen Lebens. Der Glaube, das Hören auf das Evangeliums und die Liebe zur Gerechtigkeit haben sich in seinem Fall in eine Stärke verwandelt. Diese Stärke strahlt aus, ermutigt zum Widerstand, schenkt Vertrauen auf eine bessere Welt, die weniger unter der Knechtschaft des Geldes steht und freier, gerechter und menschlicher ist.

In dieser Perspektive hat die Gemeinschaft Sant'Egidio die in Mugunga in der Nähe von Goma eröffneten Schule für Kinder aus dem Flüchtlingslager nach Floribert benannt, ebenso auch das DREAM-Zentrum in Kinshasa im Stadtviertel Bibwa. An diesen Orten wird den Schwachen und Bedürftigen Aufmerksamkeit und Fürsorge geschenkt. Es sind Orte der Unentgeltlichkeit in einer Region mit wenigen Einrichtungen im Bereich Erziehung und Gesundheit, die noch dazu alle kostenpflichtig sind. Sowohl die Schule in Mugunga als auch das Gesundheitszentrum in Bibwa stehen sehr gut für den Einsatz und das Opfer von Floribert und sind Bilder für einen anderen und besseren Kongo, für einen Kongo, von dem der Kommissar für Transporte geträumt hatte.


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