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Unterstützung der Gemeinschaft

  
25 August 2013 | MACHAVA, MOZAMBIQUE

Die Solidarität unter Gefangenen kann Gefängnismauern überwinden

 
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Jede Woche gehen einige Mitglieder der Gemeinschaft DREAM ins Hochsicherheitsgefängnis von Machava, am Rande von Maputo, um die Gefangenen zu besuchen, mit ihnen zu sprechen, eine Brücke nach außen, vor allem zu den Angehörigen zu bilden und dafür zu sorgen, dass kein Gefangener von der Justiz vergessen und so vom Gefängnis verschluckt wird.

Die Freundschaft zu den Gefangenen wird jede Woche im gemeinsamen Gebet deutlich, an dem immer viele teilnehmen.

Im August war die Freude jedoch doppelt groß. Mit den "üblichen" Besuchern waren auch Mitglieder der Gemeinschaft aus Italien und Deutschland gekommen. Sie hatten Sachen mitgebracht, die im Gefängnis von Machava dringend gebraucht werden: Seife, Zahnbürste und Zahnpasta für jeden Gefangenen. Die Erwartung war groß. Jeder Gefangene erhielt ein eigens für ihn vorbereitetes Geschenk. Außerdem wurden große Mengen Reis, Zucker und Bohnen übergeben - eine willkommene Hilfe für die Küche, wenn man bedenkt, dass es nur einmal am Tag eine Mahlzeit gibt.

Das Besondere an dieser Spende war jedoch, dass sie von anderen Gefangenen kam, den Gefangenen des Würzburger Gefängnis (Deutschland).

Als diese davon hörten, dass jemand von der Gemeinschaft Sant'Egidio im Sommer nach Mosambik fliegen wollte, beschlossen sie, den afrikanischen Gefangenen ein Zeichen ihrer Solidarität mitzuschicken. Viele verzichteten deshalb im Juli auf einen Teil des ohnehin geringen Betrages, der ihnen monatlich zur Verfügung steht, um einige für sie notwendigen Dinge zu kaufen. Diesen Betrag spendeten sie, um in Mosambik einige Dinge für die Gefangenen kaufen zu können, die dort mehr als nötig sind. Um die persönliche Note ihrer Gabe zu unterstreichen, schrieben sie an ihre mosambikanischen "Kollegen" einen Brief.

In diesem Brief, der am Ende des Gebetes vorgelesen wurde, geben die Würzburger Gefangenen ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass das bestehende Unrecht und die ungleichen Lebensbedingungen alle etwas angeht. "Jeder einzelne kann etwas dazu beitragen, die Zustände zu verändern und zu verbessern. Denn wer Unrecht einfach hinnimmt, der fügt ein weiteres hinzu!" "Ihr seid nicht vergessen", endet der Brief. Aus Machava ist ein Antwortbrief unterwegs, eine Freundschaft ist entstanden, die viele Grenzen überwindet.

 

Der Brief der Gefangenen aus Würzburg:

Liebe Leidensgenossen aus Maputo,

"andere Länder, andere Sitten!" Was man oft so salopp daher sagt, stimmt leider auch bei den unschönen Dinge - so auch, was die Situation von Gefangenen angeht. Und wie es scheint, ist eure Situation nicht nur anders, sondern auch wesentlich schlechter als der vergleichsweise Durchschnitt von Gefangenen in anderen Ländern.

Auch wir sind Gefangene wie ihr, auch wir haben gegen Gesetze verstoßen wie ihr - und auch wir haben keine allzu große Lobby, die sich für unsere Rechte einsetzt - wie ihr. Aber wir alle gemeinsam haben SIE: die Menschen, die selbst uns nicht abgeschrieben haben und die nicht vergessen haben, dass auch wir trotz allem Kreaturen Gottes sind, die Bedürfnisse und Sorgen haben. Es sind Menschen wie z.B. unsere liebe Pastoralreferentin Doris Schäfer von der katholischen Seelsorge, die sich mit viel Herz und Engagement für uns Gefangene einsetzt und uns mit Rat und Tat zur Seite steht, und die sich jetzt aufmacht, euch zu besuchen und euch unsere Grüße und unser Mitgefühl zu übermitteln.

Als sie uns einen ersten Einblick in euren Haftalltag gegeben hat, waren wir sehr betroffen und traurig, dass es in manchen Regionen auf der Welt leider immer noch an vielem fehlt - insbesondere in Gefängnissen. Vielen von uns hat das vor Augen geführt, wie gut es uns trotz allem im Vergleich zu vielen anderen Gefangenen auf der Welt eigentlich geht und das hat uns dazu veranlasst, euch im Rahmen unserer bescheidenen Möglichkeiten eine kleine Spende zukommen zu lassen.

Auch wenn wir in einem reichen Land leben, sind unsere finanziellen Möglichkeiten im Gefängnis sehr begrenzt, denn auch hier spielt sich der Reichtum auf der anderen Seite der Mauer ab. Aber im Gegensatz zu euch bekommen wir monatlich einen kleinen Betrag, um uns einige zusätzliche Dinge kaufen zu können. Viele von uns haben jetzt auf einen Teil diese Betrags verzichtet, um ihn euch zukommen zu lassen.

Die unterschiedlichen Lebenssituationen sind ein großes Unrecht und ein globales Problem. Es scheint oft schwierig, etwas daran zu ändern, vor allem da die Mehrheit vermutlich der Meinung ist, dies sei Aufgabe der Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft. Wir aber meinen, das geht uns alle etwas an und jeder einzelne kann etwas dazu beitragen, die Zustände zu verändern und zu verbessern. Denn "wer Unrecht einfach hinnimmt, der fügt ein weiteres hinzu"!

Natürlich werdet ihr durch unseren kleinen Beitrag nicht reicher und auch nicht freier, aber wir wollen zumindest versuchen, durch dieses Zeichen der Solidarität euer Leid ein bisschen erträglicher zu machen, da wir aus eigener Erfahrung wissen, wie hart und wie mühsam es mancmal ist, an die einfachsten Dinge zu gelangen. Ihr seht also, auch bei uns könnte man vieles besser machen.

Ihr seid nicht vergessen und wir wünschen euch von ganzem Herzen die Kraft, all das durchzustehen. Auch für euch wird eines Tages die Sonne wieder scheinen.

Das Team der GMA (Gefangenenmitverantwortung) wünscht euch im Namen aller, die sich an der Spende beteiligt haben, alles Gute und wir hoffen, euch eine kleine Freude gemacht zu haben.

Die Gefangenensprecher der Justizvollzugsanstalt Würzburg


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