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28 August 2013

M.L.KING - Der lange Weg eines Traums

Artikel aus dem Avvenire von Marco Impagliazzo

 
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28. August 2013

VOR 50 JAHREN DIE REDE VON M.L.KING

Der lange Weg eines Traums

Am 28. August vor fünfzig Jahren hielt Martin Luther King eine denkwürdige Rede auf den Stufen des Lincoln Memorial in Washington vor über 250.000 Menschen.
Dieser Rede ging durch den einfachen Titel "I have a dream" in die Geschichte ein. Was war das für ein Traum? Die Erlangung der vollen Bürgerrechte für die schwarzen Amerikaner und das Ende aller Diskriminierung. Die Verabschiedung der Emancipation Proclamation hundert Jahre vorher am 11. Januar 1863 und die Ratifizierung einiger Novellierungen der Verfassung kennzeichneten die Abschaffung der Sklaverei und den Schutz der Rechte ehemaliger Sklaven, sowie das Wahlrecht durch die Bundesregierung.
Doch diese Rechte wurden den Schwarzamerikanern nicht in gleicher Weise zugestanden wie den Weißen. Besonders in vielen Südstaaten wurden die Schwarzamerikaner noch stark ausgegrenzt und litten unter Diskriminierungen. Die Bewegung für Bürgerrechte (Civil Rights) war sehr langsam. Ihr ideeller Beginn war die Verkündigung der Gleichberechtigung der Schwarzen, doch eine wirkliche Entwicklung wurde erst Mitte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts in den rassistischen Südstaaten erreicht. Als eigentlicher Beginn wird die symbolische Geste von Rosa Parks angesehen, als eine Bürgerrechtsaktivistin das Verbot verletzte, nach dem sie im Bus in Alabama auf den für "Schwarze" vorgesehenen Plätzen sitzen musste (daraufhin wurde sie verhaftet). Seitdem kam es zu verstärkten Aktionen von Seiten der Schwarzen in den USA, die von vielen Weißen unterstützt wurden. Eine intensive Zeit der gewaltlosen Bürgerproteste begann seit 1961 mit den Freedom Rides (Freiheitsmärschen) unter der Führung von Martin Luther King jr., der 1957 die Southern Christian Leadership Conference gegründet hatte. Die Freedom Rides und die damit verbundenen Massenproteste erreichten ihren Höhepunkt im Marsch auf Washington am 28. August 1963. Am Lincolndenkmal - dem Präsidenten, der für die Abschaffung der Sklaverei der Schwarzamerikaner und für ihr Wahlrecht gekämpft hatte - hielt Martin Luther King seine historische Rede. Im ersten Teil spricht er über die Geschichte des Kampfes für die Rechte der Schwarzen Amerikas. Im zweiten Teil sprach er frei. Es waren inspirierte Worte (mit dem Echo biblischer Weisheit), die das Herz Tausender Zuhörer entflammten und Millionen von Amerikanern ins Gewissen redeten. "Ich habe einen Traum", wiederholte King immer wieder, wahrscheinlich auf Einladung der schwarzen Sängerin Mahalia Jackson, die neben ihm stand. Es war eine Neufassung des "amerikanischen Traums". Der Traum von einer Nation, deren historische Aufgabe darin besteht, eine einfache und grundlegende Wahrheit zu verkünden: alle Menschen sind gleich geschaffen. King sagte weiter: "Aus den Bergen der Verzweiflung können Steine der Hoffnung herausgerissen werden, um das unausgesprochene Seufzen der Völker in eine Symphonie der Geschwisterlichkeit zu verwandeln".
Diese Worte stammen von einem Mann mit der festen Überzeugung, dass die Gesellschaft der größten Demokratie der Welt verändert werden kann. Sie blieben nicht ungehört. Nur drei Wochen später erließ der amerikanische Kongress ein neues Gesetz über die Bürgerrechte. Viele Dinge änderten sich für die Afroamerikaner seit jenem 28. August. Es lohnt sich, an diese Worte zu erinnern, denn ausgehend von Visionen wie bei Martin Luther King wird die Zukunft einer Gesellschaft aufgebaut. Es ist die Vorstellung, dass gerade durch eine große Krise (despair, sagte King) bessere Energien freigesetzt werden können, um Konflikte, Ungerechtigkeit und Ungleichheit zu bekämpfen. Alles entsteht durch einen Traum, der Gewissen und Herzen in Bewegung setzt und eine Hilfe ist, um hoffnungsvoll nach vorn zu schauen. Diese Erfahrung stimmt nachdenklich in einer Zeit, in der wir versucht sind, uns in uns zu verschließen.
Neulich wurde über die Rede von King bei der Freisprechung von George Zimmerman gesprochen, der vor einem Jahr Treyvon Martin getötet hat, einen 16jährigen schwarzen Jugendlichen, nur weil er durch sein Verhalten den Eindruck erweckte, ein Verbrecher zu sein. An diesen Freispruch und viele andere Episoden hat vor kurzem Elena Molinari auf diesen Seiten erinnert, sie beweisen, dass das Thema der Integration in den USA mit Ausdauer weiter vorangetrieben werden muss. Doch seit diesem 28. August vor fünfzig Jahren wurde schon ein gutes Stück Weg zurückgelegt.

Marco Impagliazzo


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