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29 Januar 2014 | MÜNCHEN, DEUTSCHLAND

Sant'Egidio gedenkt der Opfer der Shoah

Am Holocaustgedenktag ruft die Gemeinschaft mit verschiedenen Vertretern auf, das Leid der Opfer nicht zu vergessen

 
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Zum zweiten Mal gedachte die Gemeinschaft Sant'Egidio zum Holocaustgedenktag in einem Schweigemarsch durch die Münchner Innenstadt aller Opfer der Shoah und von jeder Art von rassistischer Verfolgung.
Rabbiner Langnas mahnte, sofort im Alltag zu handeln, um Menschen zu verteidigen, die diskriminiert werden.
Oberkirchenrat Michael Martin von der evangelischen Kirchen in Bayern sagte: "Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ist zugleich Verpflichtung. Nur wer sich erinnert sieht deutlich, wo wir heute herausgefordert sind.Mitten in der Gesellschaft gibt es wieder Antisemitismus. Dagegen müssen wir miteinander aufstehen. Jeder Verharmlosung antisemitischer und rechtsextremer Gedanken muss klar und deutlich entgegen getreten werden.... Wenn Sinti und Roma in unsäglichen Situationen in Südosteuropa leben müssen, wenn mit ihrem Schicksal mitten in Europa – auch in Deutschland – als so genannte Armutsflüchtlinge Politik gemacht wird – dann müssen wir miteinander unsere Stimme erheben.
Bischofsvikar zu Stolberg erinnerte an Pater Rupert Mayer, der in München die Stimme erhoben hatte und noch heute täglich an seinem Grab Menschen kommen, um ihn zu ehren.
Stadträtin Zurek mahnte:"Wir sind uns dessen bewusst, dass München als Keimzelle und Brutkasten des Nationalsozialismus, als Wiege und Schaltzentrale der NSDAP, als Erscheinungsort des"völkischen Beobachters" besondere Verantwortung trägt... Der 27. Januar ist unverzichtbar. Die Stadtgesellschaft darf nicht aufhören, sich der Gräueltaten zu erinnern, zu mahnen und darauf, welche Gefahren auch gerade heute von  rechtsextremen und rechtspopulistischen Gruppierungen ausgehen, hinzuweisen."
Ursula Kalb von der Gemeinschaft Sant'Egidio erinnerte an den unendlichen Wert jedes Menschen: "Das Leben eines jeden von uns ist so wertvoll, wie es das Leben eines jeden einzelnen Kindes, jedes Mannes, jeder Frau und jedes alten Menschen war, der in den Lagern gestorben ist. Die Geschichte hat gezeigt, wohin es führen kann, wenn man beginnt das Leben auch nur eines Menschen zu verachten und als wertlos anzusehen."
Jugendliche der Gemeinschaft Sant'Egidio der Bewegung Jugend für den Frieden sagten in einem Appell: "Wir sind die Generation, die in der Zukunft leben und die Zukunft mit gestalten muss. Wir akzeptieren keine Wegwerfkultur, in der Menschen vergessen oder ignoriert werden. In unserer Gesellschaft darf niemand ignoriert werden. Wir wollen mit offenen Augen in unseren Städten leben und nicht an den Obdachlosen vorbei gehen, als seien sie unsichtbar... Wir träumen davon, dass alle Menschen geachtet werden und von jeder Art von Einsamkeit befreit werden. Für diesen Traum wollen wir uns einsetzen."

Redner:

Begrüßung Jörg Rohde

Grußwort Bischofsvikar Rupert Graf zu Stolberg

Rede Ursula Kalb

Rede Michael Martin

Rede Rabbiner Langnass

Rede Beatrix Zurek

Appell der Jugend


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