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10 Mai 2014 | NEAPEL, ITALIEN

Eine ausgegrenzte Minderheit wird zu "neuen Europäern" - eine Tagung über Jerry Masslo und die Vorschläge von Sant'Egidio zur Immigration

Gedanken und Ideen am Vorabend der EU-Ratspräsidentschaft Italiens

 
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Ein bewegendes Gedenken wurde am Grab von Jerry Essan Masslo gehalten. Er war ein südafrikanischer Flüchtling, der von der Gemeinschaft Sant'Egidio in Italien aufgenommen und am 24. August 1989 in Villa Literno getötet wurde. Es bildete den Anfang der vom 8. bis 9. Mai von der Gemeinschaft Sant'Egidio organisierten Tagung zum Thema "Neue Europäer" in Italien und Kampanien.
Viele Schüler aus der Umgebung und zahlreiche Vertreter der Bewegung Menschen des Friedens der Gemeinschaft Sant'Egidio aus Neapel, Rom und anderen italienischen Städten nahmen daran teil. 

Europäer und neue Europäer können zusammenleben
Daniela Pompei, die Verantwortliche von Sant'Egidio im Dienst für Immigranten, erinnerte daran, dass der Tod von Jerry Masslo eine Wende in der Geschichte der Immigration in Italien darstellte, das Zusammenleben unterschiedlicher Menschen wird zum Anlass für Entwicklung: "In den 25 Jahren hat sich viel verändert, in Villa Literno und darüber hinaus, es entstand eine neue Gesellschaft, die weiter entwickelt werden muss. Europäer und neue Europäer können zusammenleben".

"Neue Europäer in Italien und Kampanien" - eine Tagung in Neapel zum Thema Migration
Marco Impagliazzo, der Präsident der Gemeinschaft Sant'Egidio, betonte, dass "Immigration nicht als Bedrohung verstanden werden darf. Es ist an der Zeit, ein neues gemeinsames europäisches Haus aufzubauen. Es ist an der Zeit, ein Dankeschön zu sagen für Jerry Masslo und viele, die in unserem Land arbeiten und Hilfe leisten, für viele neue Italiener und neue Europäer. Ihre Anwesenheit ist ein Hinweis für eine gemeinsame Zukunft in Frieden und im Zusammenleben".

Die humanitäre Notlage überwinden und ein neues europäisches Haus errichten
Daniela Pompei erinnerte an die Geschichte von Jerry Masslo und las sie als Interpretationsschlüssel für die Geschichte der Immigration in Italien. Sein Tod war ein Wendepunkt in unserem Land. Italien hat sich in diesen 25 Jahren verändert, die geographische Einschränkung für Flüchtlinge wurde im Einheitstext zur Immigration gestrichen bis hin zur Operation "Mare Nostrum", durch die die Militärmarine Tausende Menschen im Mittelmeer rettet. "Heute braucht Europa wie 1989 einen Mentalitätswandel, eine neue Kultur, intelligente Vorschriften und eine Vision für Europa und die Welt, die weniger von Angst geprägt und offener für die Zukunft und somit offener für die Männer und Frauen sind, die Zuflucht und Frieden suchen". 

Der Demograph, Prof. Salvatore Strozza, sprach über die Migrationsbewegungen in Italien und betonte, dass wir heute in einer multiethnischen und multikulturellen Gesellschaft leben und diese Tatsache als Grundlage für die Gestaltung der Zukunft wahrgenommen werden muss. Die Immigration hat sich teilweise verändert, heute müssen Fragen der schulischen Eingliederung und der Staatsbürgerschaft erörtert werden.

Gino Battaglia berichtete über Tragödien bei den langen Reisen durch die Wüste und über das Meer auf dem Weg nach Europa und erinnerte auch daran, dass ohne einen humanitären Korridor die Zahl der Toten auf dem Meer nicht abnehmen wird.

Alessandro Triulzi, ein Afrikaexperte und Wissenschaftler, forderte angesichts der Geschichten und Tragödien der Immigration eine Empörung, wie es Papst Franziskus zum Ausdruck gebracht hat. Die Immigration ist eine Herausforderung, die wir in Angriff nehmen müssen, um wirklich eine gemeinsame Zukunft zu gestalten.

Kardinal Sepe ergriff das Wort und dankte der Gemeinschaft Sant'Egidio für die Organisation der Tagung, um über eine so wichtige Frage nachzudenken. Er hob hervor, dass diese "pluralistische Gesellschaft" schon eine Wirklichkeit ist, deren Teil wir sind und deren Leben wir noch erlernen müssen. Jerry Masslo ist wie alle, die bei der Verwirklichung des Traumes von einer besseren Zukunft ihr Leben verloren haben, ein Zeuge geworden und appelliert an das Gewissen aller, auch an die Gewissenlosen. Sein Tod hat dazu geführt, dass unsere Gesellschaft einen wichtigen Schritt getan hat. "Ich wünsche, dass wir von Jerry und allen Anderen lernen können, menschlicher zu sein und uns als Brüder und Schwestern einer einzigen Menschheitsfamilie ansehen". 

Einige Vorschläge für Italien und Europa
Am Ende hat Marco Impagliazzo einige Vorschläge der Gemeinschaft Sant'Egidio gemacht, um auf die veränderte Lage der Immigration in Italien und Europa auch anlässlich der EU-Ratspräsidentschaft Italiens im kommenden Halbjahr hinzuweisen:

•    Beibehalten der Operation "Mare Nostrum" und Bitte an die Europäische Union, diese zu unterstützen und auszubauen

•    Einrichtung einer Regiekabine im Rahmen eines Systems wirkungsvoller Aufnahme für Asylbewerber und Flüchtlinge durch eine zentrale Stelle, die im ganzen Bereich des Landes und Europas die Aufnahme koordiniert

•   Einrichtung von europäischen Büros für Asyl und Immigration in den Transitländern, Eröffnung von europäischen Büros für Immigration in einigen Ländern am Südufer des Mittelmeeres zur Einrichtung eines humanitären Korridors für Flüchtlinge

•    Europäische Solidarität im Rahmen der neuen Asylgeographie, wie sie in den Artikeln 67 und 80 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union vorgesehen ist, wo zur Frage von Immigration und Asyl vom "Grundsatz der Solidarität und der gerechten Aufteilung der Verantwortlichkeiten unter den Mitgliedstaaten" die Rede ist. Veränderung des sogenannten "Dublin-Verfahrens". Eine solche Solidarität ist umso notwendiger, da die in Italien angekommenen Flüchtlinge 2013 und im ersten Quartal 2014 zu 45% ihre Reise in andere europäische Länder fortsetzen wollte.

•    Wirksame Zusammenarbeit, um eine euro-afrikanische Integration zu verwirklichen. Die Zusammenarbeit mit Afrika und insbesondere mit den Herkunftsländern ist eine weitsichtige Antwort auf die aktuelle humanitäre Notlage und die Flüchtlingsströme.


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