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Spielzeugmarkt


 
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DER SPIELZEUGMARKT
SPIELEN - REPARIEREN - WIEDER SPIELEN

"Es war einmal eine Kerze..." steht auf einem Plakatkarton, der außerdem vollgeklebt ist mit Fotos von Romakindern, die zusammen Wachsreste zu neuen Kerzen einschmelzen und dabei sichtlich ihren Spaß haben. "Es war einmal ein Spielzeug... dann wurde es verlassen und jetzt ist es wieder ein neues Spielzeug..."

"Der Spielzeugmarkt" so heißt eine Initiative der Bewegung "Das Land des Regenbogens", bei der gebrauchte Spielsachen gesammelt, wiederhergerichtet und wieder verkauft werden. Dieser Spielzeugmarkt findet im Dezember in mehreren europäischen Städten statt: Rom, Mailand, Neapel, Barcelona, Antwerpen, Würzburg.

In den beiden vorhergehenden Monaten führen die Kinder und Jugendlichen in Schulen und in ihrer Nachbarschaft eine Sammlung von gebrauchten Spielsachen durch. Die Kinder bringen ihre eigenen Spielzeuge mit, die sie nicht mehr brauchen, und beziehen bei der Sammlung auch ihre Freunde und Klassenkameraden ein. 

Das Spielsachen werden wiederverwendet, weil das Plastikmaterial, aus dem sie oft bestehen, in der Regel (zumindest in der Herstellung) die Umwelt belastet. Deshalb ist es sinnvoll, das Spielzeug länger "leben" zu lassen, indem man es wieder verkauft. Sonst landet es bald auf der Müllkippe oder in der Müllverbrennungsanlage, wo es die Umwelt wiederum belastet.

In Rom fand dieser Spielzeugmarkt der Kinder und Jugendlichen vom "Land des Regenbogens" schon zum zweiten Mal statt. In den anderen europäischen Städten (s.o.) ein Mal. Die Kinder selbst haben sich zu Organisatoren dieser Initiative gemacht und unter ihren Altersgenossen mit Begeisterung Tausende von Personen einbezogen und mehrere tausend Spielsachen gesammelt.

"Wir haben unseren Klassenkameraden vom Spielzeugmarkt erzählt, den Lehrern, unseren Freunden, und wir haben überall Flugblätter verteilt. Dann haben wir die Spielsachen wieder hergerichtet, repariert und gesäubert. So haben wir mehr als 6.000 Spielsachen wieder gebrauchsfertig gemacht, die sonst in die Mülltonne gewandert wären", erklären die Kinder den Leuten, die an den Verkaufstischen stehen bleiben und, während sie einkaufen, sich gerne den Sinn der Initiative erklären lassen. 

Das Prinzip ist einfach. Nicht alles, was man nicht mehr benutzt, muss deswegen gleich weggeworfen werden. Oft genügen nur ein paar Handgriffe, und ein altes Spielzeug wird wieder gebrauchsfertig und "wie neu" oder aus einem alten Kerzenstumpf wird wieder eine neue, schöne Kerze. Alle können für den Spielzeugmarkt etwas tun. Auch die Romakinder, die keine Spielsachen besitzen, die sie mitbringen könnten, verkaufen ihre aus alten Wachsresten frisch gegossenen Kerzen und andere selbstgebastelte Weihnachtsartikel.

Aus den Bildern der ganz Kleinen wird jedes Jahr ein kleiner Kalender hergestellt.

Zudem gibt es eine "Testecke", in der die Kleinen die gesammelten Spiele ausprobieren können.

Die Plätze werden zu einem Dorf des Landes des Regenbogens. Die Kinder der Bewegung verteilen in den Straßen Einladungen und bitten die Leute, beim Spielzeugmarkt etwas einzukaufen, während sie den Sinn der Initiative erklären. Der Platz ist voller Verkaufstische, die Kinder und Jugendlichen verkaufen, beraten und erklären. Dann wird jeder Kunde zur Kasse begleitet und zum Verpackungstisch (mit Recyclingpapier, versteht sich) wird das neuerworbene Spielzeug eingepackt. Die Weihnachtsgeschenke finden reißenden Absatz und die Lieder und Tänze der Band vom Land des Regenbogens (die aus Kindern und Jugendlichen besteht) ziehen viele Leute an.

Im letzen Jahr wurden mehr als 6.000 Spielsachen verkauft. Etwa 1.000 Spielsachen wurden nach Albanien in das Kinderkrankenhaus von Tirana geschickt und an die Flüchtlingskinder aus dem Kosovo verteilt.

Diese Initiative wird jedes Jahr nicht nur in Rom wiederholt, sondern auch in anderen italienischen und europäischen Städten. Es ist eine Möglichkeit für alle, preiswerte Spielsachen zu bekommen. Nicht reparable Plastikspielsachen werden entsprechend der Mülltrennung entsorgt.

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