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Der Patriarch der äthiopischen Kirche Abuna Mathias in Sant'Egidio: wir haben gesehen, wie ihr das Evangelium lebt

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In der ganz vollen Lateranbasilika sind junge und alte Menschen, Obdachlose und Flüchtlinge der humanitären Korridore versammelt. Marco Impagliazzo: "Wir glauben an eine Stadt, in der es nicht das Wir und das Sie gibt, sondern in der gemeinsam eine große Kraft des Friedens aufgebaut werden kann"
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9 September 2014 17:00 | City Center

Meditation


Ignatius Aphrem II


Syrisch-Orthodoxer Patriarch von Antiochien und dem ganzen Osten

Eminenzen,
sehr geehrte Geschwister,
verehrte Gäste,
meine Damen und Herren,

in den Tagen, als unser Herr Jesus Christus predigte, war es schwer für die Menschen, die ein festes Arbeitsleben in ihren Dörfern und Städten lebten, ihre Häuser zu verlassen und in eine unbekannte Zukunft aufzubrechen. Doch einer von ihnen war von der Lehre des Herrn Jesus begeistert und sagte, dass er bereit sei, ihm zu folgen, wohin er auch geht (Mt 8,19).

Auf Seine freundliche Weise antwortet der Herr allen Anwesenden und sagt: "der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann" (8,20). Dann fährt Er fort und sagt, dass die Nachfolge im weltlichen Sinn keinen Gewinn einbringt. Die Apostel und Jünger, die Ihm nachfolgen wollten, mussten bedenken, dass es Nächte ohne Ruhepausen und Schlaf geben würde. Sie mussten auf alles gefasst sein und auch viele Schwierigkeiten und Verfolgungen aus Liebe zum Namen des Herrn auf sich nehmen.
 
Trotz dieser "entmutigenden" Verheißung waren viele von Seiner Berufung fasziniert und folgten Ihm. Sie gaben sogar ihr Leben hin für den Glauben an Ihn. Sie verzichteten auf ihre Wünsche und weltliche Ehre im alleinigen Bestreben, Gott durch ihren Glauben, ihre Liebe, ihr gutes Handeln und ihre Nächstenliebe zu gefallen.

In den vergangenen Monaten haben wir gesehen, dass viele Christen aus ihren Häusern in Mossul und der Niniveebene vertrieben wurden. Sie wurden gezwungen, im Freien oder in Kirchen zu schlafen. Ihre einzige "Schuld" bestand darin, an Jesus Christus zu glauben. Das ist eine Erfüllung der Verheißung des Herrn. Sie bleiben ohne Zuflucht und Wohnung. Kurz gesagt, wurden sie bis zum Tod verlassen. Für diese Menschen sind die Worte des Herrn konkret und bedeutungsvoll geworden.

Angesichtes dieser Ereignisse danken wir dem Herrn für die vielen Gaben, die er uns geschenkt hat, und bitten ihn, dass alle Schmerzen und alles Leid ein Ende finden, damit wir uns alle an der Gegenwart Gottes in unserer Mitte und an seiner bedingungslosen Liebe zu allen erfreuen können.

Beten wir:
Herr Jesus Christus, unser Retter, als Menschensohn bist Du in die Welt gekommen, um bei uns und mit dem Menschen solidarisch zu sein. Du hast der Menschheit das Heil angeboten und unsere Leiden und unser Elend gelindert. Du bist auf den Straßen unterwegs gewesen, hast Kranke geheilt und Bedürftigen geholfen.

Herr, in diesen Stunden durchleben unsere Brüder und Schwestern im Irak und in Syrien tragische Stunden: Sie haben alles verloren, Häuser, Arbeit, Beschäftigung, Besitz. Hilf uns, auf deine Gnade zu vertrauen, die du uns erwiesen hattest. Führe die Gewalttätigen zur Umkehr und Erkenntnis ihrer schlimmen Taten. Mach ihnen die Liebe und das Mitleid Gottes bewusst, damit diese Zeiten von Krieg, Gewalt und Verfolgung ein Ende nehmen. Schenke den Leidenden und Obdachlosen Geduld, damit sie ihr Elend ertragen können und Zuflucht bei Deinem Mitleid finden. Den Urhebern solchen Elends schenke ein offenes Herz, damit sie Dein Abbild im Antlitz ihrer Nächsten erkennen können. Lass Dein Licht in ihren Herzen leuchten, damit sie Dein Evangelium an ihre Nächsten weitergeben. Mögen sie Deine guten Jünger sein.

Amen

PROGRAMMA
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