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Brief von Maria


 
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Brief von Maria

DAMIT MAN ALS ALTER MENSCH NICHT INS ALTENHEIM GEHEN MUSS,
SONDERN IN DER EIGENEN WOHNUNG BLEIBEN KANN

500.000 Unterschriften wurden in allen Teilen der Welt gesammelt, um sich gegen eine Unterbringung in einem Heim auszusprechen und demjenigen, der alt und in Schwierigkeiten ist, die Möglichkeit zu geben, in der eigenen Wohnung zu bleiben.

Lesen Sie den Brief und schicken Sie uns Ihre Zustimmung



Ich bin fast 75 Jahre alt. Ich lebe alleine in meiner Wohnung, in der ich auch mit meinem Mann gelebt habe und aus der meine zwei Kinder ausgezogen sind, als sie geheiratet haben.

Ich bin immer stolz auf meine Selbständigkeit gewesen, aber seit einiger Zeit ist es nicht mehr so wie früher, vor allem wenn ich an meine Zukunft denke. Noch bin ich selbständig, aber wie lange noch? Insgeheim merke ich, dass die Bewegungen Tag für Tag schwerfälliger werden, auch wenn mir alle noch sagen: "Wenn es mir wie Ihnen ginge in Ihrem Alter..." Einkaufen zu gehen und meine Wohnung in Ordnung zu halten macht mir immer mehr Mühe.

Und deshalb denke ich: „Wie wird meine Zukunft sein?" Als ich jung war, war die Antwort einfach: mit deiner Tochter, mit dem Schwiegersohn, mit den Enkeln. Aber wie soll das heute bei den kleinen Wohnungen und den Familien, in denen alle arbeiten, gehen? Also ist die Antwort auch heute einfach: im Altenheim.

Man hört es ständig, alle sagen es, aber alle wissen auch, selbst wenn sie es nicht sagen, dass niemand seine Wohnung verlassen will, um in einem Heim zu leben.

Ich kann wirklich nicht glauben, dass ein Nachttischchen, ein enger Raum und ein völlig anonymes Leben besser als die eigene Wohnung seien, in der jeder Gegenstand, jedes Bild, jedes Foto Erinnerungen darstellen und auch einen Tag ohne viel Neuigkeiten anfüllen.

Ich höre oft, wie Leute sagen: „Wir haben sie in ein schönes Altenheim gebracht, das ist das Beste für sie." Sie meinen es vielleicht sogar ehrlich, aber sie müssen nicht dort leben. Für sie ist es nicht einmal ein „geringeres Übel", sondern eine Notwendigkeit.

Auch wenn man annimmt, dass man nicht an einem der Orte landet, die wir vom Fernsehen kennen, wo es dem Personal schwer fällt, dir Wasser zu geben, wenn du Durst hast, oder wo sie dich schlecht behandeln, weil sie sich von ihrer Arbeit frustriert fühlen, glaube ich dennoch nicht, dass ein Altenheim die Antwort für jemanden ist, dem es nicht ganz so gut geht, der aber vor allem allein ist.

Ist das wirklich eine Art, die Einsamkeit zu überwinden, wenn man plötzlich mit fremden Leuten, die man nicht gewollt und sich nicht ausgesucht hat, zusammenleben muss? Ich weiß gut, wie man in einem Altenheim lebt. Es kommt vor, dass du dich ausruhen möchtest, es dir aber nicht gelingt, weil du den Lärm der anderen, ihre Hustenanfälle und ihre Gewohnheiten, die anders als deine sind, nicht erträgst. Man sagt, dass man im Alter alles übertreibt.

Aber ist es wirklich eine Übertreibung, sich vorzustellen, dass wenn du lesen willst, jemand anderes das Licht ausgeschaltet haben möchte, oder wenn du ein Fernsehprogramm sehen möchtest, wird gerade ein anderes angeschaut, oder es ist keine Fernsehzeit.

In einem Altenheim werden auch die banalsten Probleme schwierig: jeden Tag seine Zeitung zu bekommen, die Brille sofort reparieren zu lassen, wenn sie kaputt gegangen ist, die Dinge zu kaufen, die du brauchst, wenn du nicht fortgehen kannst.

Es kommt öfter vor, dass deine Wäsche in der Wäscherei mit der eines anderen Heimbewohners vertauscht wird, und du nichts von deinen Dingen behalten kannst.

Was am schlimmsten ist - solange das Essen einigermaßen schmeckt -, ist die Tatsache, dass man fast nichts selbst entscheiden kann: um wie viel Uhr ich aufstehen und wann ich zu Bett gehen will, wann ich das Licht anmachen und wann ich es ausschalten will, wann und was ich essen möchte. Und dann, wenn man älter ist (und es macht einen noch verlegener, weil man sich nicht mehr so schön findet wie früher), ist man gezwungen, alles vor anderen zu offenbaren: Krankheit, körperliche Schwäche, Schmerz, ohne irgendeine Intimität oder Schamgefühl.

Manche sagen, dass du im Heim „alles hast ohne jemandem zur Last zu fallen". Aber das ist nicht wahr. Man hat nicht alles, und es ist nicht die einzige Weise, die eigenen Lieben nicht zu belästigen.

Es gäbe eine Alternative: daheim bleiben zu können mit ein wenig Unterstützung und, wenn es einem schlechter geht oder wenn man krank wird, in der eigenen Wohnung für die erforderliche Zeit Hilfe zu erhalten.

Dieser Dienst existiert schon, aber mehr auf dem Papier als in Wirklichkeit. Jede kommunale Verwaltung müsste diese Betreuung garantieren. Denn wir sind viele, die in der eigenen Wohnung bleiben könnten, oft auch nur mit einer kleinen Hilfestellung (Erledigung von kleinen Einkäufen, Bankgänge, ab und zu Putzen, usw.) oder mit häuslicher Krankenpflege (Krankengymnasten, Ärzte, Krankenschwestern), wie es das italienische Gesetz vorsieht.

Und es stimmt nicht, dass das alles zu teuer sei. Diese Dienste kosten drei- bis viermal weniger als ein eventueller Altenheimaufenthalt von mir. Man sagt mir, dass es im Ausland anders sei. Hier bei uns dagegen passiert es, dass du in einem Altenheim landest und es nicht einmal selbst so entschieden hast. Ich verstehe nicht, warum man den letzten Willen in einem Testament berücksichtigt, man aber nicht auf dich hört, wenn du zu Lebzeiten sagst, dass du nicht in einem Heim leben willst.

Ich habe im Fernsehen gehört, dass man hier in Italien tausende und abertausende Milliarden Lire ausgegeben hat, um neue Altenheime zu bauen um 140.000 Bettenplätze zur Verfügung zu stellen. Wenn ich in einer Baracke wohnen würde, wäre ich vielleicht froh darüber. Aber ein Haus und ein Bett, meinen „Bettenplatz" habe ich schon. Es ist nicht nötig, neue Küchen zu schaffen: Um für mich ein Mittagessen zu kochen, könnt Ihr meine Küche benutzen. Ich brauche keinen neuen großen Saal, um fernsehen zu können, ich habe mein Fernsehgerät schon im Zimmer. Mein Badezimmer funktioniert noch gut. Wenn überhaupt, dann braucht meine Wohnung höchstens einige Handläufe und Griffe an der Wand: Das würde euch weitaus weniger kosten.

Was ich mir für meine Zukunft wünsche, ist die Freiheit, wählen zu können, ob ich die letzten Jahre meines Lebens daheim oder in einem Altenheim verbringen möchte.

Heute habe ich diese Freiheit nicht. Häusliche Betreuung in Anspruch zu nehmen, ist sehr schwierig, fast unmöglich: es gibt viele Anfragen und der Dienst ist noch sehr begrenzt. Aber wenn sich diese häusliche Betreuung mehr ausweiten würde und für alle, die sie brauchen, verfügbar wäre, bräuchtet Ihr auch nicht so viele neue, teure Heime zu bauen. Und auch die Krankenhäuser wären weniger überfüllt.

Auch wenn ich nicht mehr die Jüngste bin, will ich deshalb doch noch meine Stimme erheben und sagen, dass ich in kein Altenheim gehen will und es auch keinem anderen wünsche.

Helft mir und allen alten Menschen, in der eigenen Wohnung bleiben und in den eigenen vier Wänden sterben zu können. Vielleicht werde ich so länger, auf jeden Fall aber besser leben.

Maria.

 

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